29.03.2009 11:00 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Stein

Thüringer HC steht nach vier Jahren vor Bundesliga-Abstieg

Es hat nicht gereicht: THC-Trainer Dago LeukefeldEs hat nicht gereicht: THC-Trainer Dago Leukefeld
Quelle: sportseye.de
Vier Jahre nach dem Aufstieg in die deutsche Eliteliga ist für die Handballerinnen des Thüringer HC der bittere Gang in die 2. Bundesliga so gut wie sicher. Am 20. Bundesliga- Spieltag schaffte die Mannschaft von Trainer Dago Leukefeld in einer temporeichen und kämpferisch geführten Partie beim Tabellenführer Bayer Leverkusen nicht die erhoffte Überraschung und musste sich mit 31:33 (14:18) geschlagen geben. Weil zeitgleich Leukefelds früherer Club Trier überraschend bei Göppingen mit 30:29 gewann, hat der Thüringer HC zwei Spieltage vor Schluss vier Zähler Rückstand zum rettenden Ufer und 26 Tore weniger auf dem Konto als der Drittletzte Göppingen. In den letzten beiden Partien muss der THC gegen die Rhein-Main Bienen und beim BVB Dortmund antreten.

Die neunfache Torschützin Denisa Glankovicova, aber auch Torhüterin Lena Knipprath und die in der Schlussphase einen kühlen Kopf bewahrende Heike Ahlgrimm waren bei einer guten Mannschaftsleistung die Erfolgsgaranten. Bei den Gästen strahlten vor allem Petra Starcek (9/6) und Nadine Härdter (5) Torgefahr aus.

Eine Partie mit Endspielcharakter erwartete die Zuschauer in der Smidt-Arena. Mit dem unbedingten Siegeswillen starteten beide Mannschaften etwas nervös in die Partie. Lena Knipprath entschärfte einen frühen Gegenstoß von Nadine Härdter und bewahrte die Elfen vor einem Rückstand. Während es im Positionsangriff anfangs noch nicht so gut lief, verteidigten die Bayer Handballdamen hinten umso stärker. Die hinten eroberten Bälle wurden mit viel Tempo nach vorne gespielt und meist von Denisa Glankovicova erfolgreich abgeschlossen. Fünf der ersten sechs Treffer gingen auf das Konto der Slowakin und nach zwölf Minuten stand nach einem Treffer von Anne Müller eine drei Tore Fphrung (7:4) zu Buche.

Der THC kämpfte darum den Anschluss nicht zu verlieren, aber das Team setzte die Maßgaben von Renate Wolf gut um und leistete sich auch im Positionsangriff kaum Fehler. Ein Doppelschlag von Ahlgrimm und Steinbach brachte die Elfen mit 13:9 in Front. Diesen Vorsprung verteidigten die Elfen bis zum Pausenpfiff. Beim Stand von 18:14 wurden dann die Seiten gewechselt.

Im zweiten Spielabschnitt knüpften beide Teams an ihre Leistungen aus der ersten Halbzeit nahtlos an. Selbst einen kurzfristigen Ausfall von Marielle Bohm steckte der THC weg, die Ex-Leverkusenerin Alex Uhlig verkürzte zum 19:17, doch die Elfen stellten mit Treffern von Steinbach und Meier schnell den alten Abstand wieder her. Immer wieder kämpften sich die Gäste, die es später auch mit einer kurzen Deckung als Abwehrvariante versuchten, heran, während die Elfen immer wieder auf bis zu fünf Treffer davonzogen.

Die Gäste kämpften vorne, wie hinten um das Überleben und erwischten eine glückliche Phase. Zwei Treffer von Starcek, sowie Tore von Knytlova und Fabikova brachten den THC beim 29:28 auf ein Tor heran, doch den Ausgleich verhinderten vor allem die routinierten Spielerinnen Denisa Glankovicova und Heike Ahlgrimm. Am Ende verließen die Elfen mit einem 33:31 Erfolg als die glücklichere von zwei guten Mannschaften das Parkett.

Stimmen zum Spiel:

Dago Leukefeld (Trainer Thüringer HC): Leverkusen hat uns in der ersten Halbzeit ganz klar beherrscht. In der zweiten Hälfte sind wir dann auch als Mannschaft aufgetreten. Meine Mannschaft hat heute kämpferisch alles gegeben.

Renate Wolf (Trainerin Elfen): Ich bin glücklich, dass die zwei Punkte in Leverkusen geblieben sind und ich auch Clara Woltering heute schonen konnte. Wir sind gut in die Partie gekommen und konnten uns bis zur 40. Minute einen Vorsprung erarbeiten. Durch die Abwehrumstellung des THC haben wir dann wie bereits in Blomberg einige Probleme bekommen. Ich freu mich aber nun auf die kommenden Partien bis zu den Play-offs.