28.02.2009 16:12 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Heiner Lehmann – handball-world.com

Spreebirds melden sich sportlich zurück

Jeweils neun Tore für Juliane Lang ...Jeweils neun Tore für Juliane Lang ...
Quelle: sportseye.de
Nach zuletzt drei klaren Niederlagen haben die Berliner Spreebirds sportlich wieder auf die Siegerstraße gefunden. Mit einer kämpferisch vorbildlichen Leistung und mit vielen Fehlern aber auch sehenswerten Spielzügen besiegten sie die PSV Recklinghausen am Ende klar mit 38:33. In der bis in die Schlußphase heiß umkämpften Begegnung bewahrten die Hauptstädterinnen in den entscheidenden letzten zehn Spielminuten nicht nur den kühlen Kopf, sondern setzten sich auch spielerisch sowohl in der Mannschaft, der Kleingruppe und individuell durch. Den Gästen aus dem "Pott" reichte auch die fulminante Strafwurfquote von 12/12 nicht, um den wirtschaftlich weiter ums Überleben kämpfenden Hauptstadtclub zu schlagen. Beste Berliner Werferinnen waren Juliane Lang (9) und Romy Schöner (9/3) sowie Juliane Wittkopf (8), für Recklinghausens Christina Weber standen am Ende 13/11 Treffer zu Buche.

... und Romy Schöner – und endlich wieder ein Sieg!... und Romy Schöner – und endlich wieder ein Sieg!
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Nach ausgeglichenen zehn Minuten zu Beginn sah es dabei am Samstagnachmittag zunächst nicht nach einem Heimerfolg für die Spreebirds aus. Immer wieder brachten die PSV-Akteurinnen die noch unsicher agierende Berliner Deckung in Bedrängnis und holten so bereits in den ersten zwölf Spielminuten sechs Strafwürfe heraus, die Weber und einmal Reinhart wie auch alle noch folgenden sicher verwandelte. Nach 19 Minuten lag die PSV so bereits recht deutlich mit 15:10 in Führung und schien auf eine Vorentscheidung des Spiels hinzuarbeiten.

Wenn jedoch auch in den verlorenen Spielen der turbulenten letzten Wochen etwas bei den Spreebirds stimmte, so war es der Kampfgeist. Den zeigten sie auch heute wieder klar, nur daß mit fortwährender Spielzeit die Aktionen der Berlinerinnen immer besser harmonierten. Zunächst sorgten Wurlitzer und zweimal Schöner für den Anschluß, bevor Juliane Lang eine Recklinghäuser Unterzahl mit einem Hattrick zur ersten Spreebirds-Führung seit der zweiten Minute nutzen konnte.

Von da an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die Gastgeberinnen zwar immer wieder vorlegen konnten, die PSV sich jedoch nicht abschütteln ließ und nach mehrfachem Ausgleich in der 47. Minute auch selbst wieder in Führung gehen konnte. Die Entscheidung bahnte sich dann acht Minuten vor Schluß an, als die PSV durch einen Strafwurf erstmals wieder mit zwei Treffern in Front ging und die Berlinerinnen zudem für die kommenden zwei Minuten in Unterzahl agieren mußten.

Die drei Minuten der Juliane Lang

Gleich zweimal hintereinander gelang es den Spreebirds, Lang auf Rechtsaußen trotz Unterzahl freizuspielen und diese wußte diese Chancen nicht nur zu nutzen, sondern legte – wieder mit Hilfe der kompletten Berliner Mannschaft – gleich noch zweimal nach. Diese drei Minuten der Berliner Spielführerin leiteten die Entscheidung ein. Nun gelangen vor allem in der Abwehr die wichtigen Ballgewinne, die das Gastgeber-Team seine gefürchteten Tempogegenstöße aufziehen ließ. So baute Anja Ernsberger die Führung beim 33:30 auf drei Tore aus, und als Juliane Wittkopf und wiederum Lang den Treffer von Beikirch gut zwei Minuten vor dem Ende mit zwei schnellen Toren beantworteten, war der Sieg der Berlinerinnen so gut wie sicher. Auch die Zeitstrafe gegen Romy Schöner gab den am Ende vor allem in der Abwehr resignierenden Gästen keine Chance mehr.

Mehr als ein Achtungszeichen und sportliches wie psychologisches Aufatmen für die junge Berliner Mannschaft ist dieser Sieg allerdings nicht. Denn nach wie vor ist die Zukunft des Frauen-Bundesliga-Handballs in der Hauptstadt äußerst ungewiß. In den nächsten Wochen, konkret bis zum 31. März, müßte über einen Lizenzantrag wie auch über eine zumindest theoretisch im Raum stehende Spielgemeinschaft mit dem Nordost-Regionalliga-Zweiten Reinickendorfer Füchse entschieden werden. Zu beidem, so der Verein im heutigen Programmheft, gibt es „leider noch nichts wesentlich Neues zu berichten“.