08.02.2009 15:31 Uhr - 2. Bundesliga Nord - PM SVG Celle

Desiree Comans markiert 15 Tore vom Kreis – Celle siegt in Berlin

Vor dem Spiel war die Anspannung groß, nach dem 34:27 Sieg gegen den SV BVG Berlin fielen den Verantwortlichen des Nord-Spitzenreiters einige Steine vom Herzen. Beim SVG Celle jagte vor dem Spiel in der Hauptstadt eine Hiobsbotschaft die andere. Gleich vier Spielerinnen fielen aus oder waren stark angeschlagen. Josephine Techert meldete sich unmittelbar vor der Abfahrt mit Grippe ab, Jolanda Robben stieg nach einer Woche grippegeschwächt mittags aus dem Bett und ließ sich separat nach Berlin fahren, um keine weitere Spielerin im Mannschaftsbus anzustecken. Monic Burde ist bereits seit zwei Wochen verletzt und zudem war Susanne Büttner nach einem Trainingsunfall nicht einsatzfähig.

Desiree ComansDesiree Comans
Quelle: Steffen Wollmann
So blieben gerade sieben Spielerinnen übrig, davon zwei Torhüterinnen. Kurzentschlossen wurde Turid Arndt zur Rechtsaußen umfunktioniert und spielte in der Deckung im Wechsel Angriff/Abwehr für Denise Wichmann. Mit Erfolg, wie zu bestätigen ist: nur fünf Gegentore auf ihrer Position kassiert, eine Zeitstrafe eingefangen (aber dabei ein Tor vereitelt), einen Gegenstoß fast verwandelt und einen Siebenmeter – das letzte Tor des Spiels – erfolgreich eingenetzt.

Alle anderen Spielerinnen mussten ohne Pause, bis auf eine Zeitstrafe für Renee Verschuren, durchspielen. Und das taten sie unter diesen Umständen sehr erfolgreich. Die Mannschaft verstand es sehr geschickt, zum richtigen Zeitpunkt entweder die Geschwindigkeit aus dem Spiel zu nehmen oder doch einige wenige Gegenstöße richtig umzusetzen. Dazu kam eine technische Ballsicherheit, wie sie in den letzten beiden Jahren selten zu sehen war. Herausragend war aber das fast sensationelle Zusammenspiel aller Mannschaftsteile mit Desiree Comans. Die SVG-Kreisläuferin war zu keiner Sekunde im Spiel von der Berliner Deckung zu bremsen. Bis auf zwei Fehlversuche war jeder Wurf ein Treffer, die Wucht ihres Einsatzes brachte ihr einen neuen Vereinsrekord ein: 15 Treffer und alle vom Kreis erzielt.

Der SVG beherrschte so den finanziell arg gebeutelten Gegner nach Belieben von der ersten Minute an. Zu jeder Spielsituation des Gegner wusste Celle eine Antwort. Nach zehn Minuten führte man bereits jetzt schon uneinholbar mit fünf Toren (2:7) und behielt mindestens diesen Abstand durchgehend bis zum Spielende bei. Nach weiteren zehn Minuten war die Differenz sogar kurzzeitig auf neun Tore angewachsen. Der BVG kam auch nicht näher heran, als Martin Kahle bei der Zeitstrafe für Renee Verschuren Luisa Grimm für eine Feldspielerin aus dem Tor nahm, der BVG in Ballbesitz kam und der lange Ball der BVG-Torfrau über das gesamte Spielfeld neben das SVG-Tor ging.

Man kann uneingeschränkt allen Spielerinnen des Tabellenführers ein dickes Lob zollen, jede rechtfertigte dies durch höchste Disziplin, ein Maximum an Einsatz und ein Minimum an Fehlern. Auch Jolanda Robben fühlte sich am Ende des Spiels (Zitat:) „noch nicht mal so richtig kaputt“. Bei den Hauptstädterinnen, denen bis zum Saisonende noch schwere Zeiten bevorstehen, ragten die nie aufsteckende Janine Wegner und Youngster Anja Ernsberger heraus.

Der SVG geht gestärkt aus dieser Stresssituation heraus. Nach der 14-tägigen Spielpause, in der alle Spielerinnen wieder fit werden, wird das nächste Heimspiel am 21. Februar gegen den Tabellenzweiten Rosengarten ein echtes Highlight werden, in das der SVG mit wieder erwachtem Selbstbewussten und gestärktem Selbstvertrauen gehen wird.