07.02.2009 17:00 Uhr - EHF-Pokal - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

VfL Oldenburg gewinnt im EHF-Pokal gegen Randers - Kleines Polster

Angie Geschke erzielte den Siegtreffer gegen den Ex-KlubAngie Geschke erzielte den Siegtreffer gegen den Ex-Klub
Quelle: Hermann Jack
Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben am Samstagnachmittag für eine Überraschung gesorgt. Im Achtelfinal-Hinspiel im EHF-Cup gegen den dänischen Erstligisten Randers HK gelang dem amtierenden Challenge-Cup-Sieger ein 28:27 (11:12). Die Entscheidung im Kampf um das Erreichen des Viertelfinales findet am kommenden Samstag im Rückspiel in Randers statt. "Ich bin sehr glücklich. Meine Mannschaft hat bedingungslos gekämpft, wir haben uns fantastisch verkauft", sagte VfL-Trainer Leszek Krowicki in einer ersten Stellungnahme. Randers-Trainer Jan Leslie meinte: "Im Rückspiel werden wir uns steigern müssen, sonst scheiden wir aus."

1000 Zuschauern in der Oldenburger EWE ARENA sahen eine intensive Begegnung und eine sensationell starke Aufholjagd des VfL, der in der 46. Minute noch mit 16:23 zurück gelegen hatte. Doch aus einer starken Abwehr und mit ebenso großem Willen kamen die Oldenburgerinnen wieder heran und 16 Sekunden vor Schluss durch einen von der ehemaligen Randers-Spielerin Angie Geschke verwandelten Siebenmeter zum Siegtreffer.

Die Partie hatte zunächst einen engen Verlauf. Nur einmal konnte sich Randers bis zur Pause mit zwei Toren absetzen (8:6/22. Minute). Doch der VfL ließ sich nicht abschütteln, agierte vor allem in der eigenen Deckung auf sehr gutem Niveau.

Einzig die ehemalige Oldenburgerin und deutsche Nationalspielerin Nina Wörz repräsentierte zunächst internationale Spitzenklasse bei RHK, das von etwa 40 Fans begleitet wurde. Wörz warf in den ersten 30 Minuten fünf Tore, spielte zunächst am Kreis, später auch (ab 20.) im mittleren Rückraum.

In der zweiten Hälfte setzte sich aber der Favorit ab: Über 16:12 (36.). und 23:16 (46.) fuhr das Team vom neuen Trainer Jan Leslie mit einer nun überragenden Katrine Fruelund einem scheinbar sicheren Sieg entgegen. Oldenburg machte in dieser Phase einen zu hektischen Eindruck. Kaum eine Überzahlsituation nutzte der VfL zu Toren, auch lief von den Außenpositionen nicht viel.

Vornehmlich über gute Anspiele zu der am Kreis mal wieder starken und zur Spielerin des Tages gewählten Wiebke Kethorn sowie über Konter kam Oldenburg heran. Im Positionsangriff verließ sich der VfL nun auf mehr Kreativität und Mut. Das 20:25 erzielte Angie Geschke von Rechtsaußen (49.), im Gegenzug traf Mie Augustesen.

Damit aber hatte Randers sein Pulver fast verschossen: Kethorn (51.), Caro Schmele (52.), wieder Kethorn (53.) und Kathrin Scholl mit einem abgeknickten Wurf von Rechtsaußen ließen Oldenburg auf 24:26 herankommen, das sowieso gut aufgelegte Publikum versprühte nun endgültig Europapokal-Atmosphäre - und Randers gelang vorne nun bis auf Fruelunds 27:26 (57.) gar nichts mehr.

Das 27:27 59 Sekunden vor Schluss erzielte wieder Scholl - diesmal per Gegenstoß und einer bemerkenswerten Entstehung. Geschke hatte den Ball artistisch von der Auslinie gekratzt, Kethorn blitzschnell zu Scholl weitergeleitet. Größer wurde der Jubel nur nach dem entscheidenden Siebenmeter durch Geschke. Zuvor war Anna Badenhop nach einem Pass von Julia Renner bei einer Gegenstoß-Situation von Fruelund gefoult worden.

Die Oldenburgerinnen lagen sich nach Schlusspfiff in den Armen, die Gäste-Spielerinnen waren sichtlich geknickt. "Wir können besser spielen", sagte die in der 44. Minute des Feldes verwiesene Torfrau Chana Masson. Die ehemalige Leipzigerin war bei einem VfL-Konter aus dem Kreis gelaufen und dabei mit der einen langen Pass erwartenden Kim Birke zusammen gestoßen: "Ich wollte sie nicht verletzen", entschuldigte sich Masson nach einem emotionsgeladenden aber fairen Spiel.

VfL Oldenburg - Randers HK 28:27 (11:12)

Oldenburg:
Wiebke Kethorn 6, Kathrin Scholl 5, Carolin Schmele 4, Angie Geschke 4/1, Sabrina Neuendorf 4/2, Anna Badenhop 2, Julia Wenzl 2/2, Natalia Parchina 1.

Randers HK: Nina Wörz 9, Katrine Fruelund 7/3, Gitte Andersen 4, Mie Augustesen 3, Camilla Dalby 2, Louise Simonsen 2.