07.02.2009 00:05 Uhr - 1. Bundesliga - Andrea Müller - BVB-Handball.de

Letzte Chance – Frankfurt/Oder - Die Borussia vor einer Partie mit Endspielcharakter

Morgen gilt es für die BVB-Handballfrauen. In der Sporthalle Wellinghofen empfangen sie um 19.00 Uhr den Tabellendritten Frankfurter HC. Wollen sie weiterhin die Chance haben, den Klassenerhalt noch zu erreichen, dann gilt morgen nur ein Sieg. Die Mannschaft hofft dabei, dass sie die Fans wieder lautstark unterstützen und ihnen bei dem Erreichen dieses Zieles helfen.

Treffsicher im Hinspiel: Willemijn CarstenTreffsicher im Hinspiel: Willemijn Carsten
Quelle: bvb-handall.de
Die Begegnung Dortmund gegen Frankfurt ist nicht nur die Begegnung des Tabellenletzten gegen den Tabellendritten, es ist auch die Begegnung der angriffsstärksten Mannschaft der Liga, gegen die angriffsschwächste Mannschaft der 1. Liga. Der FHC hat in 15 Spielen 469 Tore erzielt, der BVB dagegen in 14 Spielen ganze 347 Tore.

In Reihen des FHC steht auch die bisher mit Abstand erfolgreichste Torschützin dieser Saison. Franziska Mietzner führt mit 140/43 Toren ganz klar die Torschützenliste der Frauenbundesliga an. Dies entspricht einem Durchschnitt von 9,3 Toren pro Spiel. Die an Platz 2 liegende Birute Stellbrink brachte es bisher auf 108/20 Tore (bei einem Spiel mehr). Franziska Mietzner war letzte Woche beim 38:30 Sieg über die Rhein-Main Bienen mit 15/5 Toren ebenfalls erfolgreichste Torschützin.

Es ist aber nicht nur Franziska Mietzner, die für Gefahr und Tore sorgt. Mit Anne Jochin und Christine Beier findet man noch zwei weitere FHC-Spielerinnen in den TOP 15. Nicht zu vergessen hierbei auch Nationalspielerin Mandy Hering, die nicht nur durch ihr Tempospiel selbst für Gefahr vor dem Tor sorgt, sondern Lücken für ihre Mitspielerinnen schafft.

Im Hinspiel gelang es dem BVB durch eine konsequente Abwehrarbeit und eine kämpferische Leistung den starken Frankfurt Angriff in den Griff zu bekommen und am Ende einen der beiden bisherigen Saisonsiege zu holen. Aber es waren noch andere Faktoren, die gepasst haben. Beim 36:31-Erfolg an der Oder erzielten die Damen zum ersten und einzigen Mal in dieser mehr als 30 Tore. Aber auch die Tore waren so verteilt, wie man es sich die ganze Saison schon wünscht: Willemijn Karsten erzielte 10 Tore, Tessa Cocx (9), Svenja Spriestersbach (6) und Miranda Robben (5).

Gerade Miranda Robben, normalerweise für einige Tore im Spiel gut, wurde die letzten Spiele auf Außen von ihren Kolleginnen viel zu wenig eingesetzt. Der Ball brauchte oft zu lange, bis er nach vorne gespielt wurde oder man hat die immer schnell nach vorne laufen Miranda übersehen. Und im Angriffsspiel wurde sie oft viel zu wenig eingebunden. Nicht nur Miranda Robben wünscht sich da eine Besserung gegenüber den letzten Spielen.

Die Vorbereitung für dieses Spiel war den BVB alles andere als optimal und wie man es sich vorgestellt hätte. Annika Busch zog sich beim Lehrgang der Juniorinnen-Nationalmannschaft einen Muskelfaserriss mit Einblutung zu und fällt im Spiel gegen den FHC aus. Die vier holländischen Nationalspielerinnen Willemijn Karsten, Tessa Cocx, Miranda Robben und Inge Roelofs absolvierten ebenfalls Ende Januar einen Nationalmannschaftslehrgang in der Sportschule Kaiserau und zogen sich in der eiskalten Halle Erkältungen zu. Vor allem Willemijn Karsten plagt sich mit gesundheitlichen Problemen.

Trotz aller Widrigkeiten gibt es für die Spielerinnen und Trainer Gustl Wilke nur ein Ziel: gegen die Gäste aus Frankfurt an der Oder muss der 3. Saisonsieg eingefahren werden – unabhängig mit welchen Problemen man zu kämpfen hat und das der FHC diese Saison die stärkste Auswärtsmannschaft der Liga ist und sich die Mannschaft von Trainer Dietmar Schmidt unbedingt für die für den FHC unerwartete Niederlage aus dem Hinspiel revanchieren will. Für Unterstützung der Spielerinnen sorgt deshalb auch der Fanclub „Frankfurter Originale”, der eine Bustour für Fans des Frankfurter HC nach Dortmund organisiert.

Auf eine zahlreiche und lautstarke Unterstützung durch ihre Fans hoffen auch die Handballfrauen des BVB. Mit den Fans im Rücken sollten zusätzliche Kräfte mobilisiert werden und die Spielerinnen werden alles daran setzen ihre Fans nicht zu enttäuschen und sich selbst weiterhin die Chance zu bewahren in der 1. Liga zu spielen – ein erfolgreiches Spiel wäre auch ein gutes Zeichen Richtung Gesamtverein.

In der Sporthalle Wellinghofen trafen der BVB und der FHC in der 1. Bundesliga übrigens am 11.11.2006 zum letzten Mal aufeinander. Der BVB gewann das Spiel am Ende mit 33:28 …