31.01.2009 09:52 Uhr - 1. Bundesliga - Timo Kunkel und dpa

Frankfurter HC überwindet Mini-Krise - Klarer Heimsieg gegen Bienen

Die Handballerinnen des Frankfurter HC haben ihre «Mini-Krise» überwinden und nach zuletzt zwei bitteren Pleiten wieder einen Sieg eingefahren. Das Team von Trainer Dietmar Schmidt setzte sich am Samstag klar mit 38:30 (21:12) gegen die Rhein-Main Bienen durch und festigte damit seinen Platz im Spitzen- Quartett der Bundesliga. Beste Werferin für die Brandenburgerinnen war Franziska Mietzner mit 15/5 Toren vor Christine Beier (7). Bei den Gästen traf die Slowakin Lydia Jakubisova ebenfalls siebenmal. Neben Top-Torjägerin Mietzner war vor allem eine bärenstarke Torhüterin Melanie Herrmann der Garant für den Erfolg der Oderstädterinnen, die zumindest bis Sonntag auf den dritten Tabellenrang der Bundesliga kletterten.

Starker Rückhalt beim FHC: Melanie HerrmannStarker Rückhalt beim FHC: Melanie Herrmann
Quelle: sportseye.de
Beide Trainer sagten ein temporeiches Spiel voraus und sie sollten Recht behalten. Die Zuschauer in der Brandenburg-Halle sahen einen furiosen Auftakt mit klaren Vorteilen für den Frankfurter HC. Nach 90 Sekunden stand es bereits 3:1. Beide Teams nahmen ein hohes Tempo auf, was aber auch zu zahlreichen technischen Fehlern führte. Die Rhein-Main Bienen, die ohne die beruflich verhinderte Marion Fenn angereist waren, agierten im Angriff sehr nervös, verloren ein ums andere mal den Ball, was Jochin und Co. konsequent ausnutzten, um sich frühzeitig deutlich abzusetzen.

In der neunten Minute sah sich Raul Alonso beim Stande von 8:3 gezwungen seine Auszeit zu nehmen. Die Grüne Karte trug keine Früchte, im Gegenteil. Mietzner erzielte zwei Treffer vom Siebenmeterpunkt (10:3, 14.), auf der anderen Seite scheiterte die ehemalige Frankfurterin Raissa Tikhonovitch per Siebenmeter an der starken Torhüterin Melanie Herrmann. Danach sahen die Zuschauer für kurze Zeit dann das Spiegelbild auf der anderen Seite. Langkeit und Tikhonovitch trafen für die Bienen (10:5, 15.) und Anne Jochin scheiterte beim Strafwurf an der zweiten ehemaligen Frankfurterin, Petra Diener im Tor der Bienen.

Doch auch in der Folgezeit dominierte der Tabellenvierte klar das Spiel. Im FHC-Angriff lief der Ball schnell und flüssig und auch die Abwehr vor Torhüterin Herrmann stand sehr kompakt. Die Rhein-Main Bienen zeigten nach ihrem glänzenden Sieg gegen Pokalsieger Leipzig ihr übliches „Auswärtsgesicht“ und fanden mehrfach in Unterzahl keine Mittel gegen die Mannschaft von der Oder. Mit einem slowakischen Doppelschlag durch Jakubisova und Halasova verkürzten die Unterfranken in der 25. Minute von 16:8 auf 16:10.

Trainer Schmidt sah das als Grund für sein Timeout. In den folgenden Schlussminuten vor der Pause setzten beide Teams das Höllentempo fort. In dieser Phase konnte der FHC seine Führung weiter ausbauen, sodass beim Stande von 21:12 die Seiten gewechselt wurden. Bei den Gästen zeigte sich im ersten Abschnitt einzig Lydia Jakubisova mit vier Toren in Normalform, während beim FHC allein Torjägerin Mietzner zehnmal erfolgreich war.

Nach der Pause lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. In der 36. Minute konnte Christine Beier die Frankfurter beim Stande von 23:13 mit zehn Toren in Führung bringen. Ein totales Debakel konnten die Rhein-Main Bienen in der zweiten Halbzeit immerhin verhindern. Nicole Steinfurth fügte sich mit zwei Treffern gefällig ins Angriffssiel der Bienen ein. Kleinste Hoffnungen das Ergebnis auf weniger als sieben Tore zu verkürzen, machten immer wieder Franzsika Mietzner oder Christine Beier zunichte.

Die gut 900 Zuschauer in der Brandenburg-Halle bekamen über 60 Minuten ein schnelles, torreiches und unterhaltsames Handballspiel geboten, was allerdings bereits zur Halbzeit klar zu Gunsten der Gastgeberinnen entschieden war. Der Schlusspunkt war den Rhein-Main Bienen durch den 38:30-Endstand von Laura Schmitt vorbehalten.

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Schmidt (FHC-Trainer):
Nach den letzten Heimniederlagen waren wir heute etwas nervös. Aus einer sicheren Abwehr heraus ist es uns jedoch gelungen, den Bienen unser Spiel aufzudrücken, so dass wir hier auch in dieser Höhe verdient gewonnen haben.

Raul Alonso (RMB-Trainer):
Glückwunsch an den FHC. Der Sieg geht voll und ganz in Ordnung. Ich habe gehofft, dass wir den Schwung vom Spiel gegen Leipzig nutzen können. Leider war das nicht der Fall. Alle möglichen taktischen Varianten haben nicht gefruchtet, so dass wir wieder einmal mit leeren Händen die Heimreise antreten müssen.