30.01.2009 12:48 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Denise Heinemann - Südkurier

Im Derby funkt es: SV Allensbach in der Riesenberghalle gegen TV Nellingen

Marion RadonicMarion Radonic
Quelle: Nellingen Hornets
Der SVA Allensbach ist 2009 noch immer ungeschlagen, Nellingen auswärts bisher sieglos. Doch die Schwaben haben sich im Winter nochmals verstärkt, ganz besonders darf man sich auf die ehemalige Allensbacher Legionärin Marion Radonic freuen. Nachdem es der SV Allensbach an den vergangenen beiden Spieltagen mit der direkten Konkurrenz um die Play-off-Plätze zu tun bekam, wartet heute ein vermeintlich leichterer Gegner, der TV Nellingen. Doch der Allensbacher Manager Manfred Lüttin warnt: „Ich habe Nellingen nicht so weit hinten erwartet. Die Mannschaft hat mehr Potential als das ihr neunter Tabellenplatz aussagt.“

Tatsächlich ist, wie SVA-Trainer Oliver Lebherz immer wieder betont, „in dieser Liga jede Mannschaft in der Lage jeden zu schlagen“. Der TV Nellingen hat das schon bewiesen: Mit einem Remis gegen den Tabellenzweiten aus Markranstädt und einem Sieg gegen die HSG Bensheim-Auerbach, derzeit Dritter, zeigten die Nellingerinnen, was an einem guten Tag alles möglich ist. Gefestigt sind diese Leistungen allerdings nicht, denn an einem weniger guten Tag verliert der TV auch gerne mal gegen Teams wie Mainzlar und Kirchhof, die in der Tabelle hinter ihnen stehen. Was einen gegen die Schwaben erwartet, weiß man also nicht so recht. Allerdings sammelte Nellingen alle seine sieben Punkte in eigener Halle – und dort hat Allensbach in dieser Saison bereits gewonnen. Auswärts ist der TV noch ohne Punktgewinn.

Aus Allensbacher Sicht soll das nach Möglichkeit auch so bleiben. Besonders da diese baden-württembergischen Derbys immer für eine Extraportion an Motivation sorgen. Das turbulente Remis der vergangenen Saison dürfte einigen SVA-Fans noch in bester Erinnerung sein. „Zwischen Allensbach und Nellingen da funkt es!“, bestätigt der Manager. Dennoch treffen die Allensbacherinnen heute auf eine komplett andere Mannschaft als noch vor einem Jahr. Wenn es in Nellingen nicht so läuft wie sich das die Verantwortlichen wünschen, wird schon gerne noch mal während der Saison die Geldbörse geöffnet. „Für ihre Panikkäufe sind sie bekannt“, sagt Lüttin.

Von einem der Nellinger Neuzugänge spricht er dennoch in höchsten Tönen: Marion Radonic. Die Kreisläuferin spielte von 1998 bis 2000 in Allensbach und genießt dort noch immer großes Ansehen. „Ihre Verpflichtung war absolut nachvollziehbar. Sie ist zwar nicht mehr die Jüngste, aber mit ihrer Erfahrung und ihren Spielverständnis eine echte Verstärkung. Wir freuen uns, dass sie wieder mal nach Allensbach kommt“, so der Manager. Neun Zugänge hatte Nellingen bereits zu Saisonbeginn, jetzt wurde neben Radonic auch noch die aktuelle österreichische Nationalspielerin Laura Magelinskas verpflichtet, die zuletzt acht Treffer beisteuerte.

Was Nellingen also hat, ist eine starke erste Sieben mit viel individueller Klasse und Erfahrung. Was Nellingen nicht hat ist eine tiefe Bank. Spielerinnen aus der Startformation können nicht adäquat ersetzt werden, wie das bei Allensbach der Fall ist. Genau deshalb ist zu erwarten, dass die Gastgeberinnen auch heute wieder alles tun werden, um das Tempo möglichst hoch zu halten. Besonderes Augenmerk legt Lüttin aber auf den Torabschluss: „Spielerisch sind wir immer gut, aber zuletzt haben wir zu oft klar herausgespielte Torchancen vergeben. Das können wir besser“, sagt Manfred Lüttin.

Trotz dieses Mankos kann der SV Allensbach mit dem Start ins neue Jahr absolut zufrieden sein. Gleich zu Beginn sah der Spielplan drei Spiele vor, bei denen es besonders zwei in sich hatten. Mit Ketsch und Weibern warteten gleich zwei direkte Konkurrenten. Doch Allensbach hielt sich gut, kann 2009 auf zwei Siege und ein Remis zurückblicken und ist bisher ungeschlagen. „Die Chance auf Platz vier vorzurücken wurde vertagt“, sagte Oliver Lebherz nach dem Unentschieden in Ketsch. Wenn der SVA weiter siegt, wird sie aber wieder kommen. Bei einer Ketscher Niederlage schon heute.