25.01.2009 09:17 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Holger Putz

Sindelfingen besteht auch in Markranstädt

Iris CartariusIris Cartarius
Quelle: Eibner Pressefoto
Mit einem 35:31 (15:11) Auswärtssieg konnte der Tabellenführer aus Sindelfingen auch in Markranstädt punkten. In einem über weite Strecken spannendem Spiel waren es vor allem die Piranhas, die durch Fehlwürfe Sindelfingen den Sieg erleichterten. Nichtsdestotrotz überzeugten die Gäste durch eine starke Abwehrarbeit, gute Torhüterinnen und konsequent ausgespielte Angriffe. Iris Cartarius war mit elf Treffern und einer lupenreinen Siebenmeterquote (6/6) beste Spielerin auf dem Feld. Für Markranstädt ist mit der Niederlage auch eine Serie von elf Spielen ohne Niederlagen zu Ende gegangen.

Milena Rösler konnte vor 665 Zuschauer den ersten Ball des Spiels im Tor der Gastgeberinnen versenken. Vorausgegangen war ein leichter Fehler der Piranhas, die sichtlich nervös ins Spiel starteten. Die Sindelfinger Deckung dagegen begann stark und ließ in den ersten Minuten des Spitzenspiels in der Südstaffel der zweiten Handballbundesliga nur wenig klare Chancen zu. Kamen die Markranstädterinnen doch zu einem Wurf, dann aus ungünstigen Lagen oder in Bedrängnis. Im Angriff vertrauten die Gäste auf die Achse Galinskaja–Sommerlund. Letztgenannte sorgte für viel Gefahr und Tore vom Kreis. Iris Cartarius verwandelte nach zehn gespielten Minuten einen Siebenmeter zum 6 zu 4 für Sindelfingen. Markranstädt hingegen fand noch nicht den richtigen Weg ins Spiel. Trainer Rüdiger Bones reagierte in der 14. Spielminute und zog die Grüne Karte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste erneut durch Cartarius ihren Vorsprung auf drei Tore vergrößert. Wenig später zog Sindelfingen mit fünf Toren (11:6) davon.

Die Piranhas fanden im Angriff und der Deckung zu keinem Zeitpunkt eine passende Antwort. Ball um Ball landete bei den Gegenspielerinnen oder in den Armen von Torhüterin Piroska Bartek, die in den ersten 20 Minuten eine Quote von über 50 Prozent für sich verbuchen konnte. Rüdiger Bones reagierte erneut und nahm Iris Cartarius durch Jurate Kiskyte in direkte Manndeckung. Doch eine höchstens durchschnittliche Wurfquote machte den Piranhas weiterhin das Leben schwer. Allein sieben Pfosten- oder Lattentreffer konnte ein aufmerksamer Zuschauer im Sportcenter zählen. Gästetrainer Jörg Plankenhorn nahm drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff auch seinerseits die Auszeit, um seine Damen noch einmal einzustimmen. Es half. Sindelfingen ging mit einer 15:11 Führung in die Pause.

Der Start in die zweite Hälfte glückte zunächst den Gastgeberinnen. Sandra Woycieszack und Doreen Geheb brachten die Piranhas wieder auf zwei Tore heran. Sindelfingen antwortete ohne zu zögern und zog innerhalb von nur drei Minuten und fünf Angriffen wieder auf sechs Tore davon. Die Markranstädter Deckung fand keinen Weg Galinskaja & Co konstant zu stoppen. Dazu kamen ständig neue Aussetzer im Angriff, welche die Gäste konsequent bestraften. Über die Station von 18:14; 21:15 und 27:23 zog Sindelfingen weiter seine Kreise, ohne dabei den roten Faden im Spiel zu verlieren. Doch Markranstädt kämpfte weiter und konnte durch konzentrierte Abwehrarbeit auch im Angriff etwas Sicherheit tanken. Bis auf zwei Tore kamen die Schützlinge von Rüdiger Bones noch an Sindelfingen heran, ehe vier weitere Würfe nicht den Weg ins Tor der Gäste fanden. Somit gingen auch die Schlussminuten an Sindelfingen, die am Ende verdient das Spiel für sich entscheiden konnten. Sindelfingen bleibt durch den Sieg Tabellenführer und heißester Anwärter auf den ersten Tabellenplatz.

Stimmen zum Spiel:

Jörg Plankenhorn: Wir haben das Spiel gewonnen. Darüber bin ich sehr glücklich. Meine Mannschaft wollte hier unbedingt etwas holen. Wir hatte heute die Ruhe, um auf die richtige Momente zu warten.

Rüdiger Bones: Wenn wir unsere klaren Chancen nutzen und einmal in Führung gehen, dann weiß man nicht, wie das Spiel gelaufen wäre. Sindelfingen hat unsere Schwächen konsequent ausgenutzt.