10.01.2009 19:54 Uhr - Champions League - dpa und PM 1. FC Nürnberg

Fünfte Niederlage für Nürnbergerinnen in Champions League

Beate ScheffknechtBeate Scheffknecht
Quelle: Hermann Jack
Den Handball-Frauen des 1. FC Nürnberg bleibt in der Champions League nur die Rolle des Punktelieferanten. Der deutsche Meister unterlag am Samstag beim slowenischen Serienmeister RK Krim Ljubljana deutlich mit 25:33 (9:17) und musste damit die fünfte Niederlage im fünften Vorrundenspiel der Gruppe D hinnehmen. Die Franken hatten Anfang November bereits das Hinspiel gegen das Topteam mit 25:29 verloren.

Punkte brachten die Handballdamen des 1. FC Nürnberg zwar nicht mit von ihrem Auswärtsspiel in der Champions League in Ljubljana, vergebens war die Reise aber dennoch nicht. Die Club-Mädels unterlagen zwar am Ende klar mit 25:33 (9:17), doch hatten gerade die Youngster wichtige Erfahrung gewonnen und kehren mit viel Selbstbewusstsein aus Slowenien zurück.

Dabei stand die Begegnung von Anfang an unter keinem guten Stern. So musste Club-Coach Csaba Szücs krankheitsbedingt auf Spielmacherin Kerstin Wohlbold verzichten. Dafür stand Beate Scheffknecht von Beginn an auf dem Parkett. So dauerte es freilich etwas bis der FCN zu seinem Spiel fand. Diese anfängliche Unsicherheit jedoch nutzte das slowenische Topteam gnadenlos aus. Krim Ljubljana zog unaufhaltsam über 3:1 und 6:2 auf 8:2 davon.

Als dann auch noch erst Franziska Beck wegen Knie und Leistenproblemen nach einer Viertelstunde geschont werden musste und dann Ania Rösler nach 25 Minuten mit Verdacht auf einen Nasenbeinbruch ausschied, schien bei einem Zwischenstand von 16:8 die Messe bereits gelesen. Und das obwohl Maja Gubova, die nach 13 Minuten die glücklose Jana Krause im Club-Kasten abgelöst hatte, eine überragende Partie bot.

Doch Club-Coach Szücs machte aus der Not eine Tugend und warf sein "Projekt Jugend forscht" ins kalte Wasser. Scheffknecht im linken Rückraum, Jäger als Spielmacher und Schorradt am Kreis, mühten sich von nun an zusammen mit Walzik, Engel und Rohde, den bereits entstandenen Schaden in Grenzen zu halten.

Freilich blieben die Youngster dabei nicht fehlerlos, doch mit jeder Minute Spielpraxis gewannen sie an Sicherheit. Phasenweise sogar an Frechheit. Speziell Beate Scheffknecht, die zuletzt häufig verunsichert wirkte, genoss die viele Spielzeit sichtlich und machte ihr bislang bestes Spiel im Club-Trikot, das sie auch verdientermaßen mit sechs tollen Toren und auch schönen Anspielen krönte.

So musste der FCN-Nachwuchs zwar phasenweise einen Zehn-Tore-Rückstand hinnehmen, schaffte es aber auch zwischenzeitlich den Abstand auf sechs Treffer zu verkürzen. Insgesamt gelang es immerhin, den zweiten Durchgang ausgeglichen zu gestalten und - Halbzeit zwei für sich gerechnet - dem an sich übermächtigen und weitaus erfahreneren Gegner ein Unentschieden abzuringen.

Für die Champions League kommt dieser Entwicklungsschritt zwar etwas zu spät, doch macht er Hoffnung für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga und auch dem Pokal. Dort trifft der FCN im Viertelfinale auf den Thüringer HC. Die nächste Herausforderung wartet aber am kommenden Freitag zunächst noch einmal in der Champions League. Um 19:00 Uhr treffen die Nürnbergerinnen in der Arena Nürnberger Versicherung auf den französischen Meister Metz Handball.

1. FC Nürnberg Handball: Krause (1.–13.), Gubova (13.–60.);
Schorradt (1), Scheffknecht (6), Rohde (7), Walzik (5), Jäger (2), Rösler (2/1), Beck, Engel (2), C.Stockhorst.

Schiedsrichter: Poladenko/Chernega (Russland)
Zuschauer: 2000
Siebenmeter: 4/5 (Lekic nebens Tor) zu 1/2 (Stefanisin hält gegen Rösler)
Strafminuten: 6/8