10.01.2009 00:55 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Alexander Mareis - Metzinger-Uracher Volksblatt

Duell Metzingen gegen Nellingen diesmal unter anderen Vorzeichen

Anna-Lena ArtschwagerAnna-Lena Artschwager
Quelle: Tim Oliver Kalle
Drei Punktspielniederlagen in Folge haben Frauenhandball-Zweitligist TuS Metzingen zum Ende des Jahres 2008 deutlich im Kampf um die Playoff-Ränge zurückgeworfen. Es war ein verpatzter Dezember, der aus den Partien gegen Allensbach, in Bensheim und in Ketsch keinen einzigen Punktgewinn bescherte. Keinen Deut besser verlief der Dezember für den sonntäglichen TuS-Gegner aus Ostfildern. Der TV Nellingen bestritt zwar nur zwei Partien um Punkte, verlor aber auch diese in Mainzlar und daheim gegen Zwickau. Das erwähnte Metzinger Spiel in Bensheim war eine aus dem Terminplan vorgezogene Rückrundenpartie, jene am Sonntag gegen Nellingen ist offiziell die letzte Vorrundenbegegnung.

In Metzingen war die Stimmung vor wenigen Wochen deutlich besser. Nach einer begeisternden Vorstellung wurde Tabellenführer VfL Sindelfingen mit 28:26 besiegt, es folgte ein 28:24-Erfolg bei der SG Kirchhof. Schnee von gestern. Nun erklingen Moll-Töne rund ums Sportzentrum Ösch - der Niederlagen-Dreier hat dafür gesorgt, dass die TuSsies derzeit als Tabellenachter und mit 8:14 Punkten immerhin schon acht Minuspunkte hinter dem Tabellenvierten TSG Ketsch (Platz eins bis vier berechtigen zur Teilnahme an den Playoffs), der 14:6 Zähler aufweist, zurückliegen.

In einigen Internet-Foren werden bereits Gerüchte gehandelt, dass sich die Metzinger Zeit von TuS-Trainer Jochen Griesmeier wegen der jüngsten Misserfolge dem Ende zuneigt. TuS-Abteilungsleiter Andreas Baumgärtner verweist diese Spekulationen ins Reich der Fabeln: "An solchen Gerüchten ist gar nichts dran. Hier handelt es sich ausschließlich um Leute ohne Insider-Kenntnisse, die sich nur wichtig machen wollen und die vermeintliche Anonymität des Internets für ihre Zwecke missbrauchen."

Baumgärtner selbst hat von seinem Trainer nie vehement die Playoff-Qualifikation für die aktuelle Saison gefordert. Er vertraut eher auf einen längerfristigen Aufbau in Metzingen, der die 1. Bundesliga in rund zwei Jahren als erklärtes Ziel vorsieht. Schließlich weiß der Metzinger Handball-Boss, dass nach den Abgängen von Assen wie Iris Cartarius, Wendy Smits oder Femke Verboven in den letzten zwei Jahren ein Neuaufbau nicht binnen kürzester Zeit realisierbar ist. Jedoch betonten die Metzinger Macher auch immer wieder, dass sie keinesfalls unglücklich über eine Playoff-Teilnahme in der laufenden Runde wären - ein Wunsch, der derzeit recht weit entfernt vom eher ernüchternden Tabellenplatz liegt.

Im Moment geht es um nichts anderes als um Punkte gegen den Abstieg - für Metzingen ebenso wie für Nellingen, das dank der Verpflichtung von Ex-TuSsie Marion Radonic Anfang November 2008 (wir berichteten) neue Hoffnung im Abstiegskampf schöpft. Nachdem die zu Saisonbeginn vom Ermstal nach Ostfildern gewechselte Carolin Lingner nach nur einem halben Jahr bei den Hornets abgewandert ist und ihre Handballkarriere aus beruflichen Gründen vorerst auf Eis gelegt hat, kreuzen in Person von Torfrau Karen Frohnwieser und eben Kreisläuferin Radonic diesmal nur zwei Ex-Metzingerinnen im Nellinger Hornets-Trikot auf. Weitere ehemalige TuSsies wie Silvia Solic (zum Bundesligisten DJK/MJC Trier), Stefanie Urbisch (Karriereende) oder Daniela Stratmann (FA Göppingen) verließen den TV Nellingen nach der Vorsaison.

Bei der TuS Metzingen steht Anna-Lena Artschwager vor einem Comeback nach ihrem Kreuzbandriss, den sie am 1. März 2008 im Heimspiel gegen den TV Mainzlar erlitt. Es wird ein besonderer Tag für Artschwager sein, zumal sie am Sonntag ihren 20. Geburtstag feiert. "Sie hat zuletzt im Training einen guten Eindruck hinterlassen. Ich kann mir bestens vorstellen, dass Anna-Lena am Sonntag gegen Nellingen auf der Bank sitzen wird und zu einem Kurzeinsatz kommt", sagt TuS-Trainer Jochen Griesmeier. Nicht mehr im Metzinger Kader steht Marion Kaiser (22), die sich aus dem Ermstal verabschiedet hat, weil sie den Zweitligahandball nicht mehr mit ihrem Studium an der Hochschule Aalen vereinbaren konnte.

Verletzt fehlen weiterhin Torfrau Anika Kühlmann sowie Rückraumspielerin Nadine Kaminski. Kreisläuferin Kathleen Wiese knickte im Trainingslager um, dürfte aber dennoch an Bord sein. Jenes kurze Trainingslager, das in Nottwil im Schweizer Kanton Luzern abgehalten und dort mit zwei Siegen über einheimischen Erstligisten abgeschlossen wurde, fand in fruchtbaren Trainingseinheiten im Metzinger Sportzentrum Ösch seine Fortsetzung. "Meine Mannschaft wirkt hochkonzentriert im Training. Wir haben viel an unserem schwachen Angriffsverhalten gefeilt", ist Griesmeier optimistisch für Sonntag.