07.01.2009 21:03 Uhr - DHB-Pokal - Christian Stein

Nürnberg gelingt nach 30:27 Erfolg über Leverkusen Viertelfinaleinzug im DHB-Pokal

Die Bayer Handballdamen sind im Achtelfinale des DHB-Pokals ausgeschieden. Die Mannschaft von Renate Wolf, die nach der dritten Zeitstrafe bereits früh auf Laura Steinbach verzichten musste, verlor beim deutschen Meister 1. FC Nürnberg mit 27:30 (12:15). Nationalspielerin Anna Loerper war am Ende mit 14/8 Treffern Toptorjägerin für die Elfen, während die Gastgeber in Ania Rösler (9/5) ihre beste Torjägerin aufboten. „Nürnberg hat heute verdient gewonnen, weil sie die Unzulänglichkeiten des Schiedsrichtergespanns bei deren progressiven Linie einfach besser ausgenutzt haben. Sie sind dorthin gegangen, wo es weh tat und dies haben wir so nicht gemacht“, so Trainerin Renate Wolf nach der Partie.

14 Treffer von Anna Loerper reichten nicht14 Treffer von Anna Loerper reichten nicht
Quelle: sportseye.de
Besser hätte die Anfangsphase für Bayer Leverkusen nicht verlaufen können, denn dank einer konzentrierten und aggressiven Deckungsleistung führte die Mannschaft von Renate Wolf schnell mit 3:0 (4.). Eine frühe Unterzahlsituation ließ aber auch die Gastgeber in die Partie finden.

Nach Rohdes Treffer zum Ausgleich entwickelte sich so die erwartet ausgeglichene Spitzenpartie. Als Laura Steinbach jedoch in der zehnten Minute bereits zum zweiten Mal auf die Strafbank geschickt wurde, wuchs die Unsicherheit in der Leverkusener Hintermannschaft. Die Gastgeber konnten dies nutzen, um in den nächsten fünf Minuten auf 9:6 davon zu ziehen. „Laura war heute das Bauernopfer und hat für ein Allerweltsfoul ohne vorherige Verwarnung direkt eine Zeitstrafe bekommen. Die Schiedsrichter waren heute unvorbereitet für eine Partie, die normalerweise mindestens eines Halbfinales würdig gewesen wäre“, so Renate Wolf.

Genug für die Trainerin mit einer Auszeit entgegen zu steuern, zumal auch zwischen Abwehr und Angriff nun auf der ungünstigeren Seite gewechselt werden musste. Der erste Treffer nach dem Wiederanpfiff gehörte jedoch wieder den Gastgeberinnen. Katrin Engel erhöhte, die Elfen kämpften sich allerdings zurück in die Partie und stellten mit drei Treffern in Serie den direkten Anschluss wieder her. Die Partie blieb nun bis in die Schlussphase des ersten Durchganges eng umkämpft. Nürnberg gelang es selbst in doppelter Unterzahl agierend den Ausgleichstreffer zu verhindern und eine Minute vor dem Pausenpfiff nahm auch Wolfs Gegenüber Csaba Szücs beim Stand von 13:12 seine Auszeit.

Katrin Engel und Ania Rösler, die eiskalt von der Siebenmeterlinie zum 15:12 Pausenstand verwandelte, erhöhten für den Club noch einmal. Nach dem Seitenwechsel konnte Nürnberg, erneut profitierend von drei Überzahlsituationen, darunter die dritte Zeitstrafe gegen Laura Steinbach (38.), in den ersten zehn Minuten auf 21:15 davonziehen. „Wir haben uns am Ende auch viele Fehler geleistet, doch da hatten wir unsere spielerische Linie bereits verloren und waren nur noch am kämpfen“, so Renate Wolf.

Die Elfen, allen voran Anna Loerper, stemmten sich gegen die drohende Niederlage, doch Nürnberg wusste den Vorsprung zur verteidigen. Sieben Minuten vor dem Ende der Partie nahm Trainerin Renate Wolf beim Stand von 29:22 eine letzte Auszeit. Mit einer offensiven Abwehrformation sollte noch einmal die Partie gedreht werden. Lediglich einen Gegentreffer ließen die Elfen noch zu, im Angriff konnten jedoch nur fünf Treffer zum Endstand von 30:27 aus Sicht der Gastgeber erzielt werden. „Bis auf Anna Loerper hatte heute keine Spielerin ihre Normalform abgerufen, auch die Paraden von Clara Woltering haben uns heute entscheidend gefehlt“, so die Trainerin abschließend.