11.12.2008 12:25 Uhr - Europameisterschaft - Sretan Bozic, dpa

Die neue Mitte: Wörz und Loerper machen Tempo für den Erfolg

Nina WörzNina Wörz
Quelle: Michael Heuberger
Spielzüge ansagen, Tempo bestimmen, Tore werfen: In der neuen Mitte dirigieren Nina Wörz und Anna Loerper das deutsche Spiel bei der Handball-Europameisterschaft in Mazedonien. "Beide ergänzen sich hervorragend, gerade weil sie so unterschiedliche Spielertypen sind", sagte Bundestrainer Armin Emrich über seine Ideenfabrik auf dem Parkett. Und der Erfolg spricht für das Duo: Unter seiner Spielleitung zog die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im Rekordtempo ins EM-Halbfinale ein und musste nach vier Siegen erst im fünften Spiel am Mittwochabend mit dem 28:28 gegen Weißrussland den ersten Punkt abgeben.

Anna LoerperAnna Loerper
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Ganz neu ist die Konstellation allerdings nicht. Schon seit drei Jahren spielen Nina Wörz und Anna Loerper gemeinsam im Nationalteam. Doch bis zu den Olympischen Spielen gab es ein Spielmacher-Trio. Dann erklärte Maren Baumbach vom dänischen Spitzenclub FC Kopenhagen nach Differenzen mit Emrich ihren Rücktritt. "Diese Entscheidung mussten wir akzeptieren. Ich denke, wir haben die Situation mittlerweile gut gelöst", sagte die 24-jährige Anna Loerper vom Bundesligisten Bayer Leverkusen. Die quirlige Rückraumspielerin mit der für ihre Position ungewöhnlichen Größe von nur 1,62 Meter steht für die Tempovariante im Spielaufbau.

Die vier Jahre ältere Nina Wörz vom dänischen Club Randers HK steht hingegen eher für Tore aus dem Rückraum und einen bedächtigeren Stil, weniger aus dem Bauch heraus. "Weil wir so unterschiedliche Typen sind, klappt das schon sehr gut. Je nach Gegner, aber auch je nach Spielverlauf haben wir verschiedene Optionen. Daher können uns die Gegner schwerer ausrechnen", meinte Wörz, die in der Bundesliga für den VfL Oldenburg und den HC Leipzig gespielt hatte. Beide betonen, dass es überhaupt keine Konkurrenzgedanken gibt. "Manchmal stehen wir ja sogar gemeinsam auf dem Feld", berichtete Loerper und sprach damit vor allem die Defensive an.

"Gerade in der Abwehr haben sich beide sehr gut entwickelt. Nina Wörz kommen dort wichtige Aufgaben zu, und Loerper sorgt dafür, dass ich unseren Rückraumspielerinnen Ruhephasen gönnen kann", erklärte Emrich. Loerper hat sich zudem zu einer Alternative bei Strafwürfen entwickelt. Wie beim Remis im zweiten Hauptrundenspiel gegen Weißrussland, als sie zwei Siebenmeter in der Schlussphase verwandelte und insgesamt fünfmal traf. Was das EM-Halbfinale am Samstag betrifft, ist es der neuen Mitte egal, auf wen sie trifft. "Wir haben gerade beim Sieg gegen Schweden eine sehr starke Leistung gezeigt. Wenn wir so im Halbfinale spielen, hat es jeder Gegner schwer mit uns", meinte Wörz.