11.12.2008 11:45 Uhr - HBF-Supercup - Christian Ciemalla

Shooting-Star: Sara Walzik startet durch

Sara WalzikSara Walzik
Quelle: Michael Heuberger
Im Februar 2007 wurde Sara Walzik überrascht, Bundestrainer Armin Emrich hatte die Nürnbergerin nachnominiert. Die ersten Einsätze folgten, für die Teilnahme an den folgenden Großereignissen reichte es aber nicht. Mit dem 1. FC Nürnberg sammelte Walzik unterdessen internationale Erfahrung in der Champions League und gewann nationale Titel wie im vergangenen Jahr die Meisterschaft. Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen startete die Nationalmannschaft unterdessen bei der derzeitigen EM durch, bereits nach vier Spielen sicherte sich das Team vorzeitig mit vier Siegeb den Halbfinaleinzug. Ein wichtiger Bestandteil dabei: Sara Walzik. "Wenn mir das vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, ich hätte das nie geglaubt", so die 21-Jährige.

Seit 2005 spielt die gebürtige Erlangerin für den 1. FC Nürnberg und machte vor allem ab der Spielzeit 2006/07 verstärkt auf sich aufmerksam. Im Februar 2007 erfolgte dann der erste Kontakt mit dem Nationalteam. "Mein Trainer Herbert Müller kam am Mittwochabend noch bei mir zu Hause vorbei und sagte es mir. Ich hatte keine Vorahnung", so Walzik und fügte lächelnd an: "So schlecht ist eine Woche ohne Schule ja nicht." Mittlerweile hat die 21-Jährige ein Pharmaziestudium aufgenommen, doch im Mittelpunkt steht derzeit noch der Handball. In der Liga ist Walzik bereits eine feste Größe und nach dem Vorrundenaus bei den Olympischen Spielen erhielt sie auch ihre Chance im Nationalteam. Und nutzte sie. In der Vorbereitung wurde sie klare Nummer Eins auf der linken Außenbahn und überzeugt nun auch bei ihrem ersten großen Turnier.

Von 1994 bis 2003 spielte Walzik für den HC Erlangen, danach folgten zwei Jahre bei Quelle Fürth, bevor sie 2005 den Schritt zum 1. FC Nürnberg wagte und sich unter Trainer Herbert Müller zu einer gestandenen Bundesligaspielerin entwickelte. Zahlreiche Sonderschichten soll die Nachwuchshoffnung dabei gefahren haben, immer wieder arbeitete sie an einem Wurfrepertoire: Dreher, Leger, Heber für Walzik Standardwürfe. Die Variabilität in den Würfen macht sie dabei schwer ausrechenbar und die oftmals spektakulären Treffer machen die Außen zu einem Publikumsliebling und zu einem Shooting-Star im engeren Sinne des Worts. Dabei begann das erste große Turnier ihrer Karriere eher mäßig. Im Eröffnungsspiel gegen Mazedonien tat sich die Linksaußen schwer, fand nicht ins Spiel und wurde nach einer torlosen ersten Halbzeit ausgewechselt.

Emrich zeigte aber sein Vertrauen in die Stärke der Nachwuchshoffnung, im zweiten Spiel durfte Walzik wieder von der ersten Minute ran und sollte in den folgenden Spielen keine einzige mehr verpassen. Fünf Tore gegen Serbien, gar zehn gegen Kroatien und sechs gegen Schweden ließen die Außen nach vier Spieltagen bereits unter die Top Ten der Torschützenliste rücken. "Ich wurde super aufgenommen von der Mannschaft und vom Trainer. Ich habe das Vertrauen von beiden bekommen. Ich weiß, dass ich auch mal Fehler machen kann und das gibt mir viel Selbstvertrauen und hilft mir sehr", so Walzik zu ihrer Leistungssteigerung. Hinter Grit Jurack war sie in den vier Spielen bis zum Halbfinaleinzug dabei die Spielerin mit der zweitmeisten Einsatzzeit. Auch in der teaminternen Torschützenliste steht nur Grit Jurack vor ihr. Bei der Wurfeffektivität führt allerdings die Außen, für ihre 21 Treffer benötigte sie lediglich 27 Prozent - fast achtzig Prozent ein beeindruckender Wert. "Sara hat sich super in die Mannschaft hineingespielt, von ihren Trickwürfen können sich viele noch etwas abschauen", lobte Spielmacherin Anna Loerper.

"Für mich ist das hier eine Riesensache. Alleine die Atmoshäre in der Halle, die Zuschauer mit ihrer Euphorie, das ist Wahnsinn", so Walzik nach dem Sieg gegen Kroatien. Mit zehn Toren war sie eine der Matchwinnerinnen in dieser Partie, durch den Sieg zog Deutschland verlustpunktfrei in die Hauptrunde. Dort folgte ein Sieg gegen Schweden und durch die anderen Ergebnisse unerwartet früh bereits die sichere Qualifikation für das Halbfinale. "Für mich persönlich ging alles so schnell in den letzten Jahren, das habe ich alles noch gar nicht realisiert", so Walzik nach dem Halbfinaleinzug. "Dass ich das hier miterleben darf, das wird mir sicher erst später wirklich bewusst werden", so die Nürnbergerin weiter, die zudem anfügt: "Wenn mir das vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, ich hätte das nie geglaubt." Für ihren Bruder ist Sara unterdessen bereits jetzt "Bester Handballer aller Zeiten", denn der Spieler des HC Erlangen gab in dieser Rubrik auf der Seite seines Vereins eben keinen großen Namen aus der Vergangenheit an, sondern seine Schwester.