16.11.2008 10:48 Uhr - Champions League - Timo Hölscher - handball-world.com

Viborg kassiert erste Saisonniederlage in Ljubljana

Nun hat es auch Viborg HK erwischt. Die vielleicht derzeit beste Frauenhandball-Mannschaft auf dieser Welt kassierte im dritten Champions League-Gruppenspiel bei Krim Mercator Ljubljana eine verdiente 34:38 (22:20)-Niederlage. Bisher hatten die Däninnen alle Partien in dieser Saison gewonnen – das heißt elfmal in der heimischen Liga, im nationalen Pokal sowie in der europäischen Königsklasse.

Von Anfang an gingen die Sloweninnen mit hohem Tempo und großem Einsatz in die Spitzenpartie der Gruppe D. Die Führungen wechselten zu Beginn munter hin und her, ehe sich Viborg beim Stand 9:12 (16. Minute) erstmalig etwas absetzen konnte. Die Gäste agierten in der Anfangsphase häufig über ihre Kreisläuferin Lene Lund Nielsen, die schnell drei Tore erzielte. Doch die Chancenverwertung bei Viborg war auch schon in dieser Phase nicht optimal. Einige Würfe gingen am Tor der Sloweninnen vorbei. Auch Deutschlands Ausnahmenationalspielerin Grit Jurack hatte viel Wurfpech.

Krim hielt weiter mit einer aggressiven 5:1-Abwehr dagegen und kam auch nach Gegenstößen zu Toren. Die Mannschaft von Trainerin Dr. Marta Bon befindet sich derzeit im Umbruch, nachdem ältere Spielerinnen wie Nataliya Derepasko und Anja Freser im vergangenen Sommer keinen neuen Kontrakt mehr beim slowenischen Abonnementmeister erhielten. Krim setzt nun auf junge Spielerinnen. Die serbische Spielmacherin Andrea Lekic und Nachwuchsspielerin Tamara Mavsar setzten dabei bereits in der ersten Haelfte einige Duftmarken.

Der Gastgeber glich durch ein Tor von Mavsar zum 15:15 (21.) unter dem Jubel der 1.500 slowenischen Fans aus, die wie immer in der Sporthalle Kodeljevo (im Sportzentrum der Universität Ljubljanas gelegen), keinen Eintritt zahlen mussten. Viborgs Spiel war nach wie vor sehr Rückraum-zentriert, was Krim mit seiner Deckung gut im Griff hatte. Der Gastgeber ging gar mit 17:16 (23.) in Führung, doch Viborg gelang noch ein 22:20-Zwischenstand nach 30 Minuten aus der Sicht des klaren Favoriten.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Viborg zunächst auf 20:23, aber Krim legte nun einen Gang zu. Im Tor glänzte Sergeja Stefanisin mit insgesamt 16 Paraden und Rechtsaußen Dijana Golubic erzielte einen Treffer nach dem anderen - am Ende waren es acht Tore der kroatischen Linkshänderin. Der Gastgeber ging 26:24 in Führung und Viborg ließ sich zunehmend von der hektischen Atmosphäre in der Halle anstecken. Die Gäste haderten zu sehr mit den russischen Unparteiischen, die ein körperlich robustes Spiel zuließen.

Viborg verkürzte auf 28:27, doch seine Angriffe trug der dänische Vorzeigeclub weiterhin zu behäbig vor. Einzig die montenegrinische Rückraumwerferin Bojana Popovic hatte mit zehn Toren bei den Gästen einen guten Tag erwischt. Ansonsten unterliefen den Däninnen, bei denen auch die deutsche Kreisläuferin Anja Althaus blass bleib, viele Abspielfehler. Vor allem in der Abwehr spielte Viborg an diesem Tag sehr schwach. Krim dagegen wuchs über sich hinaus und ließ auch mit seinem Tempospiel nicht nach. Nach dem 31:28 (49.) gingen die Sloweninnen gar mit 35:30 (57.) in Führung. Die Partie war nun entschieden. Auch eine offensive Abwehr der Gäste in den Schlussminuten brachte keine Wende mehr. So gewann Krim am Ende überraschend, aber verdient 38:34.

In der Gruppe D haben nun die ersten drei Teams 4:2 Punkte, während Nürnberg mit 0:6 Zählern bereits abgeschlagen ist. Sollte Viborg in den kommenden Partien wieder zu alter Stärke zurückfinden, bahnt sich ein Zweikampf zwischen Krim und Metz um den zweiten Platz an, der das Weiterkommen bedeutet. Das möglicherweise entscheidende Spiel um diesen zweiten Rang findet dann am 3. Januar 2009 in Frankreich zwischen Metz und Krim statt.