15.11.2008 08:33 Uhr - 1. Bundesliga - PM ProVital Blomberg-Lippe

ProVital-Team will punkten, Dortmund muss

Der Einsatz der ehemaligen Blombergerin Tessa Cocx für Dortmund ist aufgrund einer Schwellung im Gesicht fraglichDer Einsatz der ehemaligen Blombergerin Tessa Cocx für Dortmund ist aufgrund einer Schwellung im Gesicht fraglich
Quelle: sportseye.de
Nach dem klaren Heimsieg gegen die Rhein-Main Bienen geht Frauen-Bundesligist ProVital Blomberg-Lippe zuversichtlich in das letzte Punktspiel vor der EM-Pause beim Tabellenvorletzten Borussia Dortmund. Aber auch in Dortmund macht sich Optimismus breit, nach der Trennung von Trainer Dieter Trippen machte der Verein beim 26:33 gegen Nürnberg einen Aufwärtstrend aus. Interimstrainerin Manuela Fidel hofft nun auch auf erste Punkte, die Verantwortung auf der Bank wird aber diesmal Gustl Wilke innehaben.

„Wir sind sehr erleichtert darüber, dass wir unsere weiße Heimweste verteidigt haben. Nun wollen wir den Schwung mitnehmen und uns in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. Mit einem Sieg würden wir Dortmund auf Distanz halten und eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt herbeiführen“, glaubt ProVital-Trainer André Fuhr, dass sein Team im Falle einer Niederlage angesichts der Ausgeglichenheit der Liga wieder verstärkt nach unten schauen müsste.

In der dritten DHB-Pokalrunde hielten die Blombergerinnen den BVB beim 34:26 deutlich auf Distanz. Ein Ergebnis, dass Fuhr nun freilich ausgeblendet sehen will, schließlich hätten sich die Vorzeichen nicht zuletzt dank des Trainerwechsels bei den Schwarz-Gelben deutlich verändert. Fiedel lobte in den Ruhrnachrichten vor allem die Arbeit von Gustl Wilke: "Er lebt den Handball", meinte sie, "er unterbricht, spricht viel mit uns Spielerinnen. Seit der ersten Einheit am Samstag hat er viel bewirkt." Am heutigen Samstag wird Wilke erstmals als verantwortlicher Trainer auf der Bank sitzen, Dortmund bemüht sich derzeit um eine Verpflichtung der Leverkusenerin Franziska Heinz, die dann ein Gespann mit Wilke bilden soll.

Andre Fuhr ist unterdessen froh, am Samstagabend um 19 Uhr auf seinen kompletten Kader zurückgreifen zu können. Linksaußen Anne Krüger ist ins Mannschaftstraining zurückgekehrt und auch Natalie Hagel wird nach ihrer überragenden Vorstellung gegen die Rhein-Main Bienen zum Aufgebot zählen. Die Torhüterin hat zwar weiterhin mit Rückenproblemen zu kämpfen, wird sich aber dennoch wieder in den Dienst der Mannschaft stellen. „Die anschließende Wettkampfpause kommt da natürlich ganz gelegen, um Natalie die Möglichkeit zu geben, sich weiter auszukurieren“, ist Fuhr zudem gespannt, ob sich die Mannschaft in Dortmund einen weiteren trainingsfreien Tag erspielen wird. „Eine Woche Urlaub hatten wir per se eingeplant. Darüber hinaus haben wir ausgemacht, dass Siege gegen den Thüringer HC, die Rhein-Main Bienen und den BVB mit jeweils einem weiteren Urlaubstag belohnt werden.“

Angesichts des bisherigen Saisonverlaufs sieht sich Fuhr übrigens bestätigt, dass die Liga ausgeglichener denn je ist und insbesondere die Mittelfeldteams qualitativ deutlich zugelegt haben. „In der letzten Saison gab es mit uns, Ketsch und Beyeröhde drei Mannschaften, die leistungsmäßig eigentlich deutlich abfielen. Davon kann in dieser Spielzeit wirklich keine Rede mehr sein.“ Dass zwischen dem Tabellenführer und dem Tabellenneunten gerade einmal drei Punkte liegen, bezeichnet Fuhr als sensationell. „Wobei ich trotzdem immer noch glaube, dass am Ende Leverkusen oder Leipzig ganz oben stehen werden.“ Noch hätten die Top-Teams den Abgang zahlreicher Leistungsträgerinnen nicht komplett verarbeitet. Die Neuverpflichtungen brächten zwar durchgehend gute Qualitäten mit, so Fuhr weiter, allerdings fehle es vielen Spielerinnen noch an der nötigen Konstanz. Aus der EM-Pause könne sich insofern durchaus wieder ein kleiner Vorteil für das ProVital-Team ergeben: „Im Gegensatz zu manch anderer Mannschaft kann ich in der Vorbereitung bis auf Sabrina Neukamp auf den kompletten Kader zurückgreifen. Da haben andere Vereine, die teilweise bis zu vier Leistungsträgerinnen nach Mazedonien schicken, sicher ganz andere Probleme.“