27.09.2008 15:42 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Heiner Lehmann – handball-world.com

Spreebirds im Lauf: Heimsieg gegen Stemmer/Friedewalde

Romy Schöner war gegen Stemmer sechs Mal erfolgreich.Romy Schöner war gegen Stemmer sechs Mal erfolgreich.
Quelle: sportseye.de
Die Spreebirds setzten in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen auch am dritten Spieltag ihre Siegesserie fort. Mit einem letztlich ungefährdeten 33:28-Sieg über Aufsteiger HSG Stemmer/Friedewalde rücken die Berlinerinnen in der Tabelle mindestens bis auf den dritten Rang vor und starten damit erfolgreich wie seit vielen Jahren nicht in eine Spielzeit. Die Gäste aus dem Mühlenkreis hielten in der Partie lange gut dagegen und mussten sich jedoch dem Berliner Tempospiel am Ende beugen. Einmal mehr zeigten sich die beiden jungen Außen der Hauptstädterinnen torwurffreudig: Franziska Müller war mit sieben Toren beste Feldtorschützin des Spiels und auch ihr rechtes Pendant stand ihr mit fünf Treffern kaum nach. Auf Seiten der HSG traf Anika Zierke (8/5) am besten.

Anja Ernsberger bejubelt eines ihrer fünf Tore.Anja Ernsberger bejubelt eines ihrer fünf Tore.
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Wie schon beim Heimauftakt begannen die Berlinerinnen schnell und engagiert. Vergessen schien der zähe Auftakt vom Gastspiel in Lintfort. Anja Ernsberger netzte nach nicht einmal einer Minute zum 1:0 für die Gastgeberinnen ein. Die schnelle Rechtsaußen schloß den Gegenstoß nach dem ersten abgewehrten HSG-Angriff von der Kreismitte ab. Auch von Außen zeigte sie sich mit ihren Toren zwei und drei gleich darauf treffsicher. Mit Franziska Müller kam beim 4:2 dann auch die andere Berliner Außenspielerin zum Zug, während die Gäste vor allem durch die von Anika Zierke sicher verwandelten Strafwürfe im Spiel gehalten wurden.

Obwohl sie sich nach Toren noch nicht deutlich absetzen konnten, dominierten die Berlinerinnen das Spiel klar. Auch Gäste-Trainer Rainer Niemeyer erkannte das und bat seine Frauen bereits nach elf Minuten zur Auszeit. Danach gelang den Rand-Mindenerinnen zwar kurzzeitig der Anschlusstreffer. Doch die Spreebirds konterten durch drei Tore in Folge und führten nach Ernsbergers Tor Nummer fünf in der 17. Minute beim 12:7 erstmals deutlich. Jedoch gelang es den Berlinerinnen vorerst nicht, den Vorsprung zu konservieren oder gar auszubauen. Zudem mussten sie ab der 22. Minute zunächst auf die an diesem Abend stark aufspielende Anja Ernsberger verzichten, die recht schmerzhaft auf den rechten Ellenbogen gefallen war. Dieser Ausfall und der damit verbundene zwangsläufige Wechsel der Spielpositionen schien die Gastgeberinnen für ein paar Minuten regelrecht zu lähmen.

Die Spreebirds überwanden die kurze Schwächephase dann jedoch schnell und legten wie schon im Spiel gegen Harrislee einen starken Schlussspurt bis zur Pause hin. Den Gästen gelang im Angriff so gut wie nichts mehr. Sie hielten zwar den Ball schnell und versuchten, durch intensive Laufarbeit Lücken in die Spreebirds-Abwehr zu reißen. Doch die Berliner 6:0-Deckung zeigte sich aufmerksam und trat aggressiv auf die Ballbesitzerin heraus. So erzwangen die Gastgeberinnen viele Querpässe und konnten die Fehler der Gäste letztlich zu eigenen Kontern und Toren nutzen. Vom 12:10 in der 22. Minute setzten sich der Hauptstadtclub auf den 17:11-Pausenstand ab.

Die Gäste hatten trotz des Laufes der Heimmannschaft in den letzten Minuten des ersten Durchgangs bereits gezeigt, dass sie sich nicht geschlagen geben würden. Und so wurde es nach dem Seitenwechsel auch noch einmal spannend: Nachdem Romy Schöner für Berlin getroffen hatte, fing sich die Berliner Abwehrchefin Juliane Rüh ihre erste Zeitstrafe. Beinahe sah es so aus, als würde die Unterzahl sich nicht gegen die Berlinerinnen auswirken. Doch dann traf Lena Heidermann für Stemmer. Rüh hatte die Spielfläche allerdings einige Sekunden zu früh wieder betreten. Während Schöner für ihre letzte Abwehraktion von den Schiedsrichtern bereits für zwei Minuten auf die Bank geschickt worden war, zeigte das Kampfgericht den Wechselfehler an. Nach einigem Hin und Her mussten die Berlinerinnen das Spiel in doppelter Unterzahl fortsetzen.

Zwar traf danach zunächst Janine Wegner für Berlin zum 19:12, doch drei Tore in Folge brachten die Gäste wieder ins Spiel. Die Spreebirds konnten ihren Vorsprung zwar noch halten, doch spielte die HSG nun wieder sichtbar mit und kämpfte verbissen um den Anschluß. Der war knapp zehn Minuten vor dem Ende beim 26:24 tatsächlich fast geschafft, was Berlins Trainer Helmut Röder zu seiner Auszeit bewog. Mit Erfolg. Denn die folgenden Minuten sahen je zwei Tore von Romy Schöner und Juliane Lang für Berlin, jedoch nur eines von Imke Viering für Stemmer/Friedewalde. HSG-Coach Niemeyer versuchte nun seinerseits, mit einer Auszeit seine Mannschaft für einen Schlussspurt vorzubereiten.

Anika Zierkes Tor zum 30:26 wurde im Gegenzug nahezu sofort mit dem 31:26 durch Lang beantwortet, was knapp zwei Minuten vor dem Ende so gut wie eine Vorentscheidung war. Die Gäste versuchten es in der verbleibenden Spielzeit noch mit einer offenen Manndeckung. Doch näher als auf drei Tore kamen sie nicht mehr heran. Janine Wegner und Juliane Wittkopf stellten mit ihren Toren in der letzten Spielminute schließlich den 33:28-Endstand her.

Die Spreebirds klettern mit ihrem dritten Saisonsieg wenigstens bis morgen auf den 2. Tabellenplatz, können sich aber in jedem Fall über Platz 3 freuen. Damit starten die Berlinerinnen so erfolgreich wie seit Jahren nicht, doch müssen sie den ungewohnten Status in zwei Wochen beim SV Garßen-Celle, der vielleicht stärksten Mannschaft der Nordstaffel der 2. Liga unter Beweis stellen. Dazwischen wartet am nächsten Sonntag mit dem SV Reichensachsen ein gestandender Regionalligist im DHB-Pokal auf die Berlinerinnen. Die HSG Stemmer/Friedewalde erwartet ebenfalls in 14 Tagen den bisher noch ungeschlagenen Mitaufsteiger SGH Rosengarten.