27.09.2008 16:00 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm und Christian Stein

Oldenburg trifft auf angeschlagenen Titelkandidaten

Eine Regenerationseinheit am Donnerstag, Videoschulung und Lauftraining am Freitag sowie eine lockere Einheit in der Halle am Samstagvormittag: Mit einem reduzierten aber intensiven Übungsprogramm bereiten sich die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg auf das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr, EWE Arena) gegen Bayer Leverkusen vor. Hierbei trifft der Tabellendritte auf den Achten - dennoch dürften die „Elfen“ vom Rhein die Favoritenrolle innehaben.

Nationalspielerin Angie Geschke kommt in Oldenburg immer besser klarNationalspielerin Angie Geschke kommt in Oldenburg immer besser klar
Quelle: sportseye.de
"Vielleicht ist der Abstand etwas geschmolzen", sagt VfL-Trainer Leszek Krowicki und verweist auf das 27:30 Ende Dezember 2007 im letzten Oldenburger Auftritt in der inzwischen abgerissenen Ulrich-Haberland-Halle. In den fünf Partien davor gewann die Mannschaft von Trainerin Renate Wolf jeweils mit mindestens acht Toren Differenz. So etwa auch im Hinspiel 2007/08, als der VfL nach drei Auftaktsiegen und Platz eins gegen Leverkusen, das zuvor gegen den späteren Absteiger Ketsch verloren hatte, mit 25:33 unterlag. Nach dieser Partie gewannen die Oldenburgerinnen zunächst anderthalb Monate kein Spiel mehr, Leverkusen hingegen setzte sich im oberen Drittel fest und wurde schlussendlich Dritter. Die Vorzeichen für dieses Spiel aber sind inzwischen andere.

Mit 6:2 Punkten und vor allem zwei sehr starken Auftritten zuletzt gegen ProVital Blomberg-Lippe (29:23) und am Mittwochabend beim Thüringer HC hat der VfL seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Bei den bisherigen Auftritten überzeugten immer wieder andere Spielerinnen im Team von Trainer Leszek Krowicki. Auch Neuzugang Angie Geschke, die vom dänischen Erstligisten Randers in die Liga zurückkehrte, steigert sich immer weiter und traf zuletzt gegen den Thüringer HC siebenmal.

Neben der linken Rückraumspielerin zählt auch Sabrina Neuendorf zu den Erfolgsgaranten beim amtierenden Challenge-Pokalsieger, bei dem jedoch immer wieder auch andere Spielerinnen Verantwortung übernehmen, wie Rückraumspielerin Carolin Schmele, Kreisläuferin Kathrin Scholl oder die junge Flügelzange Badenhop und Gümmer.

Auf der anderen Seite sind die Gäste schlecht aus den Startblöcken gekommen. Einer Niederlage beim Frankfurter HC (29:33) folgte am Mittwoch die verpatzte Heimpremiere in der Wilhelm-Dopatka-Halle gegen Aufsteiger Frisch Auf Göppingen (31:32). „Wir stehen nach der unnötigen Niederlage gegen Frisch Auf Göppingen nun mit dem Rücken zur Wand. Wir wollen diese Partie unbedingt gewinnen“, so Trainerin Renate Wolf. Göppingen übrigens übernahm damit die Tabellenführung vor dem VfL, musste sie aber am Donnerstagabend schon wieder abgeben, da der HC Leipzig (jetzt 6:0 Punkte) bei Borussia Dortmund mit 35:28 gewann.

Personell dürften beim VfL alle einigermaßen fit sein, wie Krowicki hofft und auch bei den Elfen bessert sich rechtzeitig zum Gastspiel in der EWE-Arena die personelle Lage. Anne Müller und Silke Meier sind bereits wieder ins Training eingestiegen und auch Penda Bönighausen ist von ihrer Studienreise zurück. Lediglich Torhüterin Clara Woltering, geschwächt durch einen Virus, hat noch immer nicht ihr maximales Leistungsvermögen erreicht.

Bis auf Rechtsaußen Sabrina Neukamp (nach Blomberg) konnte Wolf zudem vor der Saison ihre Stamm-Sieben halten, schmerzen dürften allerdings auch die Abgänge Michaela Seiffert (Blomberg) und Gesine Paulus (Dortmund). Dennoch könnte das aktuelle Team die Verluste verkraften, weil auch Rückraumspielerin Heike Ahlgrimm (90 Länderspiele) nach ihrem Kreuzbandriss im Januar zu alter Verfassung zurückkehrt. Weitere Garanten für eine starke Saison sind Anna Loerper (78 Länderspiele) oder Linksaußen Yvonne Fillgert (35 Länderspiele). Insgesamt haben elf Spielerinnen der Mannschaft Länderspiel-Erfahrung.