24.09.2008 21:41 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm

Thüringer HC weiter ohne Punktgewinn: 24:26 gegen Oldenburg

Der Thüringer HC hat in der Bundesliga der Frauen das vierte Spiel in Folge verloren. Das Team um Trainer Dago Leukefeld unterlag am Mittwochabend dem VfL Oldenburg mit 24:26 (12:14). Damit bleiben die Thüringer am vierten Spieltag weiter Tabellenletzter, die Oldenburger halten dagegen weiter den Kontakt zur Spitzengruppe. Vor heimischen Publikum war Martina Knytlova mit acht Treffern beste thüringer Werferin, bei den Gästen war Sabrina Neuendorf siebenmal erfolgreich.

Michaela Schanze überzeugteMichaela Schanze überzeugte
Quelle: Heiner Lehmann/www.sportseye.de
In der Salza-Halle übernahmen die Gäste nach acht Minuten und einem Doppelschlag innerhalb von zehn Sekunden durch Angie Geschke (3:3 und 4:3) das Kommando. Der THC glich zwar durch Christine Dangel (10. Minute) noch einmal aus, dann aber warfen zweimal Sabrina Neuendorf, Geschke, Anna Badenhop und die zunächst in der 12. Minute eingewechselte Ines Gümmer eine 9:4-Führung (17.) heraus.

Allerdings kamen die Gastgeberinnen noch einmal bis auf einen Treffer heran. Anna Badenhop hatte eine Zeitstrafe erhalten (28.), 35 Sekunden vor der Pause traf Martina Knytlova mit ihrem zweiten Tor in Folge zum 12:13. Geschke allerdings erhöhte im letzten Angriff vor dem Seitenwechsel. Vorher vergab Oldenburg zunehmend Chancen, wobei allerdings die reaktivierte Michaela Schanze die Würfen von unter anderem Natalja Parchina, Caro Schmele oder Julia Wenzl stark parierte.

In der zweiten Hälfte hatte die Mannschaft von Trainer Dago Leukefeld zunächst nichts mehr zuzusetzen, während das gute Spiel des VfL nun stark an den Heimerfolg gegen Blomberg vom vergangenen Sonntag erinnerte. Angeführt von einer klug leitenden und treffsicheren Neuendorf zogen die Gäste auf 17:13 (41.), 21:15 (46.) und 24:17 (51.) unaufhaltsam davon. Der Challenge-Cup-Sieger war nun in fast allen Bereichen besser als sein Gegner. Dennoch wurde es noch spannend. Badenhop erhielt ihre zweite Zeitstrafe (55.), Parchina 100 Sekunden später ihre zweite. Der THC wachte auf, das Publikum machte nun richtig Lärm und nach zwei Treffern von Knytlova und einem Tor von Daniela Noveska stand es nur noch 24:26. Die letzten zwei Minuten aber überstanden die Oldenburgerinnen routiniert, hielten geschickt den Ball.

Geschke und Neuendorf, die sich immer besser einzuspielen scheinen, waren Oldenburgs Beste. Im Angriffszentrum spielte auch die gute Julia Wenzl. Wieder einmal hervorragend beim VfL: Torfrau Tatiana Surkova (Krowicki: "Überragend, mal wieder"). Die Torwart-Show aber stahl ihr Schanze. "Ohne Schanze hätten wir mit zehn gewonnen", sagte sogar VfL-Torwarttrainer Sascha Vorontsov anerkennend. Maike Schirmer wurde fünf Minuten vor Schluss für Fagerhus eingewechselt und kam so auf die ersten Bundesliga-Minuten ihrer Karriere.

"Der VfL konnte zu viele leichte Tore werfen", sagte THC-Trainer Dago Leukefeld. "Wir haben nicht richtig ins Tempospiel gefunden, auch mit der Defensive bin ich nicht zufrieden." Gegenüber Leszek Krowicki dagegen lobte: "Die Abwehr war ehrgeizig und kämpferisch. Dadurch haben wir ins Gegenstoßspiel gefunden. Auch der Positionsangriff klappt immer besser." In Richtung seines Kollegen Leukefeld meinte Krowicki: "Der THC wird sich wieder fangen. Die Mannschaft hat Potenzial für erheblich höhere Tabellenregionen." Nach der vierten Niederlage im vierten Spiel bleibt der THC Bundesliga-Schlusslicht.

Stimmen zum Spiel

Leszek Krowicki (Trainer Oldenburg):
Ich bin mit dem heutigen Spiel zufrieden - meine Mannschaft hat hier einengroßartigen Kampf geboten. Zum Schluss haben wir uns unklug verhalten, auch die Wechsel in dieser Phase waren nicht glücklich. Meine Spielerinnen haben sich wie schon am letzten Wochenende bewiesen, dass Spiele aus einer starken Abwehr und einem schnellen Spiel nach vorn gewonnen werden.

Dago Leukefeld (Trainer THC):
Oldenburg hat unsere Fehler eiskalt bestraft und viele leichte Tore erzielt. Uns sind heute sehr viele leichtfertige Fehler unterlaufen und zu viele Fehlwürfe aus freier Position passiert. In der ersten Halbzeit haben wir nie unser Tempo gefunden. In den nächsten Tagen werden wir intensiv an der Verringerung unserer Fehlerquote arbeiten.