21.09.2008 22:04 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Heiner Lehmann – handball-world.com

Spreebirds holen Auswärtssieg in Lintfort

Anja Ernsberger war nicht zu bremsen.Anja Ernsberger war nicht zu bremsen.
Quelle: sportseye.de
Durch einen starken Schlussspurt konnten sich die Berliner Spreebirds für die Niederlage am Ende der vergangenen Saison in Lintfort revanchieren und die Punkte drei und vier mit auf die Heimreise nehmen. Lange Zeit sahen die Zechenstädterinnen wie die sicheren Siegerinnen aus, doch vor allem die hauptstädtischen Youngster Anja Ernsberger und Franziska Müller gaben dem Spiel in den letzten zwölf Minuten die Wende und ließen die Berlinerinnen am Ende jubeln. Die Spreebirds behalten damit nach dem Auftaktsieg gegen Harrislee auch am zweiten Spieltag eine weiße Weste und rangieren derzeit auf Platz 4 der Tabelle. Der TuS hingegen bleibt punktlos und hält die rote Laterne der Nordstaffel der 2. Bundesliga.

„Wir haben da noch etwas gut zu machen“, so Spreebirds-Kapitän Juliane Lang in ihrem Weblog auf der Seite "mut-gegen-rechte-gewalt.de". Mit dem Heimsieg aus der Vorwoche im Rücken reisten die Berlinerinnen selbstbewusst und mit dem Ziel zu gewinnen in den tiefen Westen. Doch sah es lange Zeit in diesem Spiel nicht so aus, als könnte das jungen Spreebirds-Team, dem mit Romy Schöner zudem eine erfahrene Spielerin krankheitsbedingt fehlte, seinen Höhenflug fortsetzen. Von drei kurzzeitigen Führungen zu Beginn der Partie abgesehen, liefen die Hauptstädterinnen lange Zeit einem teilweise recht deutlichen Rückstand hinterher.

Nachdem Anja Ernsberger die Gäste vorerst letztmalig mit 5:4 in Front gebracht hatte, schloß Ute Hohmann gleich dreifach hintereinander ab und läutete damit eine fast 37minütige Dominanzphase der Gastgeberinnen ein. Auf bis zu fünf Tore konnten sich die Zechenstädterinnen absetzen, während die Spreebirds kein Mittel fanden, den Anschluß wiederherzustellen. So nahmen die Gastgeberinnen denn auch einen 14:10-Vorsprung mit in die Kabinen.

Auch in der zweiten Halbzeit agierten die Gäste aus der Hauptstadt weiter ohne ausreichenden Druck aus dem Rückraum. Zudem fehlte ihnen oftmals im Abschluß die Fortune, wenn der Ball nur das Gehäuse traf oder auch das knapp verfehlte. Der TuS konnte so seinen Vorsprung gegen nie aufsteckende Berlinerinnen bis rund zwölf Minuten vor dem Ende verteidigen. Dann jedoch schwanden den Lintforterinnen sichtlich die Kräfte.

Die Folge waren nun Zeitstrafen gegen die Gastgeberinnen, die in der Abwehr häufig den berühmten Schritt zu spät kamen. Die Gäste nutzten die Chance, an die eigentlich schon keiner mehr recht glauben wollte und holten Tor um Tor auf. Vor allem die beiden Youngster auf den Außenpositionen, Anja Ernsberger und Franziska Müller, schlugen erbarmungslos zu, während den TuS-Frauen in der Schlussphase nicht ein einziges Tor mehr gelang. Ernsberger, mit acht Treffern beste Werferin des Spiels, glich zunächst in der 55. Minute aus, bevor Müller, eine doppelte Überzahl nutzend, die Spreebirds 95 Sekunden vor dem Ende in Führung warf. Den Schlusspunkt zum 22:25 setzten dann Kapitän Juliane Lang und erneut Anja Ernsberger.

Der sicher etwas glückliche Sieg der Berlinerinnen ist für Lintfort doppelt bitter: mit 0:4 Punkten und minus zwölf Toren stehen sie ganz am Ende der Tabelle. Den Spreebirds ist dagegen im Gegensatz zum Vorjahr ein Auftakt nach Maß gelungen, an den sie am kommenden Samstag vor heimischem Publikum gegen Aufsteiger HSG Stemmer/Friedewalde anknüpfen wollen.