14.09.2008 13:04 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Denise Heinemann - Südkurier

Allensbach holt Punkt in Weibern

Lana Holder absolvierte am Samstag ihr erstes Pflichtspiel für den SV Allensbach. Als die reguläre Spielzeit bereits abgelaufen war, trat sie an zum Siebenmeter, der über Sieg oder Remis entscheiden sollte – eine denkbar undankbare Aufgabe. Holder vergab. 23:23. „Diese Verantwortung hätte ich echt nicht übernehmen wollen“, nahm Oliver Lebherz seine Spielerin in Schutz.

Ein unglückliches Ende für ein Spiel, bei dem Allensbach trotz vier angeschlagener Spielerinnen eigentlich die bessere Mannschaft war. Die so wichtigen ersten Minuten der Saison gelangen nach Maß. Dafür war vor allem eine verantwortlich: Nathalie Jänisch konnte den Saisonbeginn scheinbar gar nicht abwarten und erzielte von der rechten Außenbahn gleich vier der ersten sechs Treffer. 6:1 nach elf Minuten – einen besseren Start hätten sich die Allensbacherinnen nicht wünschen können.

Doch nun fanden auch die Gastgeberinnen ins Spiel. Ihre extrem offensive Deckung gepaart mit dieser ungemein engen Weiberner Halle machte Allensbach zusehends Probleme. Der TuS glich aus (7:7). Von nun an wurde das Spiel weniger von Taktik als von Kampf und Leidenschaft geprägt. „Es war einfach ein typisches Auftaktspiel“, sagte Lebherz, dessen Mannschaft in einer klasse ersten Halbzeit stets die Oberhand behielt. Leider endete die erste Halbzeit genau wie die zweite – mit einem vergebenen Siebenmeter. So mussten sich die Allensbacherinnen zur Pause mit einer 12:10-Führung begnügen.

Nach Wiederanpfiff fanden die Allensbacherinnen zunächst nicht zu ihrem Spiel zurück: Der SVA machte Fehler und auch Jänisch traf nicht mehr. Doch bei Allensbach war es einfach das Spiel der Außen und so sprang Petra Lauterbach mit fünf Treffern in Halbzeit zwei für sie in die Presche. Allensbach fing sich wieder und nahm gerade richtig Fahrt auf als gleich zwei Zeitstrafen sie wieder stoppten. Als Weibern die Führung zum 19:18 erzielte, drohte das Spiel endgültig zu kippen. Doch Allensbach hatte noch seine Geheimwaffe: Nathalie Jänisch war wieder da und brachte mit einem Doppelschlag drei Minuten vor Schluss ihren SVA mit 23:21 in Führung – die Vorentscheidung? Nein.

Weibern nutzte zwei banale Freiwürfe zum Ausgleich. Der Rest ist Geschichte: Allensbach kam noch einmal zu einem Siebenmeter, rausgeholt von – natürlich – Nathalie Jänisch, Holder verwarf und Allensbach musste sich in Weibern mit einem Punkt zufrieden geben. Ein Punkt in Weibern? Vor dem Spiel hätte Lebherz dieses Ergebnis sicherlich begrüßt und so fiel sein Fazit auch recht positiv aus: „Zuerst einmal hatte wir einen enorm guten Gegner. Ich bin besonders mit der Abwehr und der kämpferischen Einstellung zufrieden. An unserer Chancenauswertung müssen wir noch arbeiten. Doch aufgrund dessen, dass es das erste Saisonspiel war, ist Nervosität normal. Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft.“