13.09.2008 16:00 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun/ dpa / PM THC

Frankfurt erobert nach Sieg über Thüringer HC die Tabellenspitze

Sieben Tore von Marielle Bohm reichten dem THC nichtSieben Tore von Marielle Bohm reichten dem THC nicht
Quelle: sportseye.de
Auftakt nach Maß für den FHC. Die Handball-Frauen des Frankfurter HC haben auch das zweite Bundesliga-Spiel gewonnen und damit die Tabellenführung übernommen. Mit 38:36 (19:22) siegten die Oderstädterinnen am Sonnabend erstmals in der Vereinsgeschichte beim Thüringer HC und haben damit nach dem 30:24-Auftakterfolg gegen Blomberg-Lippe einen optimalen Saisonauftakt erwischt. Beste Werferinnen bei den Frankfurterinnen waren Franziska Mietzner (12/2 Tore), Anne Jochin (10) und Christine Beier (7), für den Thüringer HC trafen Martina Knytlova (8/3) sowie Marielle Bohm und Christine Dangel (je 7) am häufigsten.

Ohne Torhüterin Vilma Gainskyte (Knieverletzung) und Susann Schneider (Schulter) waren die Frankfurterinnen nach Thüringen gereist. In einer ausgeglichenen Anfangsphase konnte sich zunächst keine Mannschaft absetzen (3:4/8.). Doch mit vier Treffern in Folge gelang den Gastgeberinnen erstmals eine deutliche Führung (7:4/10.). Der THC diktierte nun das Spiel, zeigte sich in der Abwehr konzentriert und mit hoher Laufbereitschaft. Man konnte sich sogar den einen oder anderen Fehlpass leisten und hielt die Frankfurterinnen, die bis dahin bis auf Franziska Mietzner einen leicht reservierten Eindruck machten, trotzdem auf Distanz.

Der FHC hielt durch Franziska Mietzner und Emilia Rogucka dagegen (7:6/11.), aber in der Folge gelang es den Thüringerinnen immer wieder, ihren Vorsprung nun deutlicher auszubauen (19:12/23.). Die Arbeit der Gäste-Abwehr ließ zu wünschen übrig, zudem konnte Junioren-Weltmeisterin Melanie Herrmann im Tor, wie auch ihr Gegenüber Isabell Roch, nur wenige Bälle entschärfen. So gelang den Gastgeberinnen von der 17. -23. Minute ein regelrechtes Husarenstück. Ohne den Vorteil einer Überzahl, aber mit Ideen und viel Kampfkraft schraubten die Leukefeld-Damen die eigene Führung auf sieben Treffer Vorsprung. Den Gästen gelang in dieser Phase lediglich ein Feldtor. Gästetrainer Schmidt fand kein Mittel und auf den Rängen machte sich bereits Siegesstimmung breit. Nur noch das exakte Erfolgsresultat schien fraglich. Vor der Pause bewiesen die Schmidt-Schützlinge jedoch Moral und kämpften sich bis auf drei Tore an die Gastgeberinnen heran (21:18/28.).

Nach der Pause kam ein veränderter FHC und eine verunsichert erscheinende Gastgebersieben aus der Kabine. Die Frankfurterinnen brauchten genau eineinhalb Minuten, um mit drei Treffern (Beyer, Paap, Mietzner) den 22:22 Gleichstand zu erzielen. Doch auch der THC zeigte Kämpferherz. Ins Tor kam erstmals Katarina Bralo für Isabell Roch, die neben starken Aktionen auch Treffer in die Standardtorwartecke hinnehmen musste. Die Führungen der Gastgeberinnen (26:24/39. und 27:26/42.) konnten die Oderstädterinnen erfolgreich egalisieren und durch die nun stark aufspielende Anne Jochin sogar wieder in Führung gehen (27:28/43.) Eine Zeitstrafe gegen Tine Beier nutzten die Gastgeberinnen zum Ausgleich.

Nach dem 29:29 (46.) warf Franziska Mietzner den FHC mit drei Toren in Front (29:32/51.). Den Anschlusstreffer konterte Arjenne Paap zum 30:33 (52.). In einer dramatischen Schlussphase behielt der FHC die Nerven und erhöhte durch zwei Treffer von Tine Beier auf 35:31 (55.). Drei Minuten vor dem Ende verkürzten Marielle Bohm und Lucie Fabikova für den THC auf 34:36, aber mit dem 34:37 (58.) sorgte Tine Beier für die Vorentscheidung.

Stimmen zum Spiel

Dietmar Schmidt (Trainer Frankfurt/Oder): Glückwunsch an meine Mädels. Sie sind gut gestartet, konnten dann aber in der ersten Halbzeit dem hohen Tempo des THC nichts entgegensetzen. In der zweiten Hälfte haben Moral und körperlicher Zustand meiner Mannschaft gestimmt. Toll auch die Steigerung von Melanie Hermann.

Dago Leukefeld (Trainer Thüringer HC): In der zweiten Halbzeit haben wir in der Abwehr und in der Torhüterleistung keine Bindung zum Spiel gefunden. Zu viele individuelle Fehler im Angriff und zu leichte Gegentore haben das Spiel entschieden.