24.05.2008 21:01 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Felix Buß und Martin Fick

Frauen von Frisch Auf Göppingen krönen "Mission Wiederaufstieg"

In der Tübinger Paul-Horn-Arena sicherten sich die Frisch Auf Frauen gegen den SC Markranstädt den direkten Wiederaufstieg in die erste Liga. Für den Gegner aus Sachsen ist dies gleichbedeutend mit dem vierten vergeblichen Anlauf in Folge, in den letzten Jahren musste sich das Team von Rüdiger Bones jeweils dem späteren Aufsteiger THC Erfurt, der HSG Blomberg-Lippe und Beyeröhde beugen. Strafwürfe und der Kampf prägten eine lange Zeit offene Partie - Göppingen hatte allerdings das deutliche 35:27 aus dem Hinspiel in Markranstädt in der Hinterhand. Bei Göppingen sorgten Torfrau Gräfer, Schröder (6) und Vojtiskova (9/7) für den Erfolg, der SCM hatte in Ramirez (7) und List (6/3) die besten Werferinnen, aber weder sie noch die überragende Julia Schulz (17/1 Paraden) kontnen die Niederlage verhindern. Nach Verena Breiderts 34:31-Siegtreffer kannte die Freude bei den Gastgeberinnen keine Grenzen.

Katrin SchröderKatrin Schröder
Quelle: sportseye.de
Vor dem Start des Spiels war es feierlich, während des Spiels ging es hoch her. Die Göppinger Mannschaft bedankte sich zunächst bei den ihrer Meinung nach „besten Fans der Liga“ mit eigens angefertigten T-Shirts und einem Banner. Zudem begrüßten sich die Markranstädterin Sandra Woycieszack und Göppingens Juliane Frank, alte Bekannte aus gemeinsamen Hallenser Zeiten, herzlich - doch mit der Herzlichkeit war es schnell vorbei. Gleich darauf ging es allerdings - begleitet von lautstarken Fangesängen und Trommelwirbel beider Fanblöcke - beherzt zur Sache. Markranstädt nahm Vojtiskova sofort in Sonderbehandlung, eine Maßnahme, die Wirkung zeigte: Göppingen suchte lang seine Linie. Die intensive Begegnung war so vom Kampf geprägt.

Göppingen legte zwar ein schnelles 3:1 vor, doch die Gastgeberinnen zeigten sich nicht immer ballsicher, so dass die zunächst ebenfalls nervösen Markranstädterinnen schnell ausgleichen konnten. Woycieszack verpasste dann per Strafwurf gegen Gräfer die mögliche Führung und auch beim zweiten Versuch blieb Gräfer Siegerin. Die ehemalige Nationaltorhüterin prägte neben Martina Fritz die kritische Anfangsphase zugunsten Göppingens. Fritz verlor allerdings nach einigen Minuten ihre Treffsicherheit, doch auch auf der Gegenseite verfehlten einige Bälle das Tor. Immer besser ins Spiel kam unterdessen Markranstädts Torhüterin Julia Schulz, die sich mehrfach glänzend in Szene setzte und großen Anteil daran hatte, dass die Gäste beim 6:7 erstmals in Führung gehen konnten.

Vier weitere Minuten sah Frisch Auf-Coach Emir Hadzimuhamedovic dem fehlerträchtigen Treiben zu, dann entschloss er sich zur Auszeit. Markranstädt führte zu diesem Zeitpunkt mit 9:11, doch die letzten Minuten des ersten Abschnitts gehörten dann den Gastgeberinnen. Diese erzielten zunächst den Anschlußtreffer und dann nutzte Inga Frey einen technischen Fehler des SCM zum Gegenstoß, der das 11:11 brachte. Markranstädt versuchte es im letzten Angriff des ersten Abschnitts über die zuvor auffällige Ewelina Zart, die auf die linke Seite gewechselt war. Doch der erhoffte erneute Führungstreffer sollte nicht mehr gelingen.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts hatte Markranstädt so noch immer acht Tore aufzuholen, wollte das Team die Sensation schaffen und Göppingen den bereits sicher geglaubten Aufstieg noch aus den Händen reißen. Göppingen schien der Vorsprung aus dem Hinspiel unterdessen weiterhin nicht die notwendige Ruhe zu geben, die Führung pendelte von der einen Seite zur anderen. Nach einem Doppelschlag von Zart und Ramirez lag Markranstädt beim 16:17 wieder vorn, doch die Uhr lief für die Hausherrinnen, nur noch 22 Minuten waren zu spielen. Die spielerische Klasse von Ewelina Zart reichte dem SCM alleine nicht, um den deutlichen Rückstand aus dem Hinspiel noch aufzuholen - auf mehr als zwei Tore kamen die Gäste nicht davon.

Mit 19:21 führten die Gäste noch vierzehn Minuten vor Spielende, doch Göppingen gelang nicht nur der direkte Anschlußtreffen - Natalie Heinzmann erzielte wenig später im Gegenstoß den Ausgleich. In der Offensive des SCM unterlieg Franziska Ramirez ein Stürmerfoul, Schröder nutzte die Chance und warf die Gastgeberinnen beim 23:22 wieder in Führung. Zehn Minuten vor Spielende war die Entscheidung in der Aufstiegsfrage endgültig gefallen. Dennoch zeigte die Mannschaft von Rüdiger Bones Moral und kämpfte verbissen weiter. Ramirez gelang beim 24:24 (50.) der erneute Ausgleich - doch Göppingen war, mit der Aufstiegseuphorie im Rücken, nun nicht mehr zu halten beim 27:24 war auch die Frage nach dem Sieger der heutigen Partie beantwortet, die Göppinger Fans feierten ihr Team bereits mit "Oh, wie ist schön"-Sprechchören. Markranstädt zeigte eine respektable Leistung, am Ende aber siegte Göppingen aber auch im Rückspiel und feierte nach dem 34:31-Erfolg den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.