20.05.2008 08:18 Uhr - 1. Bundesliga - Steve Hermann - THC

Michaela Schanze: "Ich bleibe nah bei der Mannschaft"

Michaela SchanzeMichaela Schanze
Quelle: thc
Viele Jahre im Nationalteam, Weltmeistertitel und internationale und nationale Erfolge mit dem HC Leipzig. Michaela Schanze wechselte 2005 von der Saale an die Salza und fühlt sich hier pudelwohl. Nach langen Jahren aktivem Leistungssport macht sie ihren Platz im THC-Tor frei, auf dem sie so oft hohe Maßstäbe gesetzt hat. Über ihren neuen Lebensabschnitt sprach Steve Hermann mit ihr.

Michaela SchanzeMichaela Schanze
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Du hast in den letzten Jahren viel erreicht, warst Deutscher Meister, Europapokalsieger und Weltmeister. Was hat Dich vor drei Jahren bewogen, nach Thüringen zu kommen und hier Deine aktive Laufbahn zu beenden?

Michaela Schanze:
Zum THC zu wechseln war für mich nicht nur eine sportliche Entscheidung. Ich kenne Dago Leukefeld sehr gut und er hat mich mit seinem sportlichen Konzept und den beruflichen Perspektiven zum Wechsel nach Thüringen überzeugt. Ein weiterer Grund war die Möglichkeit, nach der Trennung von meinem Freund auch privat einen Neuanfang zu starten. Dass ich meine Karriere hier beende, ist einfach zu erklären. Ich denke, dass es gerade jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist, denn ich habe alles erreicht und fühle mich hier sehr wohl. In den letzten Jahren habe ich hier ein neues Zuhause in der sehr schönen Kleinstadt Bad Langensalza gefunden.

Dein schönstes Erlebnis beim THC?

Michaela Schanze:
(lacht) Frag mich was Leichteres. Es gab für mich viele schöne Erlebnisse, aber eigentlich war es das letzte Spiel um Platz 5 in Blomberg. Zwischen Himmel und Hölle lagen nur Sekunden. Ich habe mich noch nie so über eine Niederlage gefreut. Wir haben trotz der Niederlage den EHF Challenge Cup erreicht. Die ganze Mannschaft hat zusammen gefeiert. Es war ein richtig schöner Abschluss.

Was wirst Du jetzt den ganzen Tag machen? Ohne regelmäßiges Training?

Michaela Schanze:
Nach meinem abgeschlossenen Studium möchte ich natürlich beruflich Fuß fassen. Ich bleibe natürlich aber nah bei der Mannschaft, denn ein- bis zweimal die Woche wird man mich in der Halle antreffen. Privat habe ich Familie und eine Tochter, die sich schon sehr darauf freut, dass ich mehr Zeit habe. Ich werde es genießen nach Hause zu kommen, ohne gleich meine Trainingstasche packen zu müssen. Meine Familie ist in den letzten Jahren einfach viel zu kurz gekommen.

Wirst Du dem THC erhalten bleiben und in welcher Form?

Michaela Schanze:
Wie gesagt bleibe ich nah an der Mannschaft dran, wechsele nur sozusagen die Seiten und werde eine Art taktische Betreuung der Torhüter übernehmen und meine Erfahrung weitergeben.

Wie siehst Du die Entwicklung beim THC und vor allem, was kann die Mannschaft in den kommenden Monaten und Jahren aus Deiner Sicht noch erreichen?

Michaela Schanze:
Beim THC stimmt das ganze Umfeld. Man findet heute kaum noch einen Verein, in dem so viele Menschen mit so viel Herz dabei sind. Das ist ein großes Plus und ist die Grundlage, dass sich neue Spielerinnen hier wohl fühlen können. Es wird für die Mannschaft sicherlich nicht einfach, international zu bestehen. Die zusätzlichen Belastungen sind eine Herausforderung, aber bei solchen Kampfleistungen, wie in den letzten Spielen, sollte das zu schaffen sein.

Wird man Dich vielleicht doch noch mal als aktive Sportlerin antreffen? Vielleicht in einer anderen Sportart?

Michaela Schanze:
Man sollte nie irgend etwas ausschließen, aber ehrlich gesagt glaube ich das eher nicht. Ich will in meiner Freizeit ein bisschen Tennis spielen, Fahrrad fahren, endlich mal meine Rollerblades (liegen seit 3 Jahren im Schrank) rausholen und das Fahren mit meiner Tochter zusammen lernen. Eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen nach dem aktiven Sport vom Tor aufs Handballfeld zu wechseln (lacht).

Was wünscht Du der Mannschaft?

Michaela Schanze:
Ich drücke der Mannschaft für die nächste Saison alle Daumen und hoffe sehr, alle Fans bleiben dem THC treu. Denn die Stimmung in der Salzahalle ist nicht zu toppen.