02.05.2008 04:00 Uhr - 1. Bundesliga - mak

Der Einfluss der Stimme(n) - Kuriositäten im Spiel THC gegen Buxtehude

Zu laut zum Siebenmeterwerfen: Willemijn KarstenZu laut zum Siebenmeterwerfen: Willemijn Karsten
Quelle: BSV
Das Endspiel zwischen dem Thüringer HC und dem BSV Buxtehude sorgte nicht nur mit packenden Spielsituationen für Aufsehen, auch in anderen Bereichen ergab sich so manch spannendes Detail. Während auf dem Parkett der mit 900 Zuschauern besetzten Salza-Halle die beiden Teams um den Einzug in das Play-off Spiel um Platz fünf stritten, musste Hallensprecher Holger Erfurth seinen Platz verlassen. Ein besonderes Missgeschick widerfuhr auch Willemaijn Karsten, die Niederländerin des BSV verpasste ihren Einsatz beim Strafwurf.

Es war ein Spiel, in dem es für beide um viel ging. Nur der Sieger konnte sich weiter Hoffnungen auf einen europäischen Startplatz machen. Entsprechend gestresst waren die Spielerinnen, aber auch das Publikum wusste, worum es geht. Zuständig für die Animierung und Information der Fans ist Hallensprecher Holger Erfurth. Der allerdings konnte seiner Aufgabe nicht lange nachgehen. Die Referees Andreas und Marcus Pritschow hatten von vornherein versucht, die Grenzen des Erlaubten auf dem Parkett eng zu stecken. Und die Brüder aus Stuttgart sorgten auch abseits des Spielfeldes für eine Premiere in Erfurt.

„Einer der beiden Schiedsrichter hatte aus der Sprecherkabine beleidigende Äußerungen gehört und konsequent das Reglement angewendet“, berichtet THC-Pressesprecher Roman Knabe. Und so wurde Holger Erfurth von den beiden Unparteiischen des Amtes enthoben. Die Gastgeber reagierten schnell, Marco Welsch, der die ersten Minuten des Spiels am Liveticker des THC verbracht hatte, wechselte vom Ticker ans Mikro und übernahm im fliegenden Wechsel die Aufgaben des Hallensprechers. Ob es an der neuen Stimme lag, ist nicht überliefert – aber die THC-Frauen marschieren flugs nach den ersten Ansagen von Welsch mit vier Toren davon.

Ein ganz besonderes Erlebnis hatte auch Willemaijn Karstens. Die 21-Jährige Rückraumspielerin des BSV Buxtehude stand in der 38. Minute am Siebenmeterstrich, Aug in Aug mit Michaela Schanze, Torfrau des Thüringer HC. Überwinden konnte Karstens die THC-Keeperin allerdings nicht. Das war allerdings auch kein Verdienst der ansonsten großartigen parierenden Schanze. Nein, die Niederländerin in Diensten der Gäste kam gar nicht erst dazu, den Ball in Richtung Tor zu werfen. Vorher nahmen die Referees ihr den Ball schon wieder ab – Karstens hatte in der tobenden und lauten Salza-Halle schlicht den Pfiff nicht gehört und wartete so im wahrsten Sinne vergeblich auf ihren Einsatz.