30.04.2008 21:25 Uhr - 1. Bundesliga - chs/PM DJK/MJC Trier & VfL Oldenburg

Trier feiert wichtigen Heimerfolg - 28:24 gegen Oldenburg

Diane Roelofsen setzt sich am Kreis gegen die Oldenburger Deckung durchDiane Roelofsen setzt sich am Kreis gegen die Oldenburger Deckung durch
Quelle: Hermann Jack
Die DJK/MJC Trier kann auch im nächsten Jahr auf eine Teilnahme im Challenge-Cup hoffen. Die Moselstädterinnen besiegten vor heimischer Kulisse den VfL Oldenburg mit 28:24 (13:11). Für Trier trafen Oxana Pal (8) und Diane Roelofsen (7) am häufigsten. Oldenburg hatte in der Norwegerin Haege Fagerhus (11/8) seine treffsicherste Spielerin. Oldenburg hat aber auch noch Chancen auf dne Gruppensieg. Dazu müsste die Mannschaft von Leszek Krowicki mit mindestens sieben Toren gegen den Ligakonkurrenten ProVital Blomberg-Lippe gewinnen.

Der 30. April bleibt ein besonderer Tag für die DJK/MJC Trier. Vor fünf Jahren war der 30. April ein Meilenstein auf dem Weg der Trierer Miezen zur Deutschen Meisterschaft 2003. Damals gastierte der Buxtehuder SV mit Trainer Leszek Krowicki an der Mosel, durch einen Vier-Tore-Sieg gegen den späteren Vizemeister fiel die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft. Fünf Jahre später war Leszek Krowicki am 30. April 2008 erneut in der Römerstadt zu Gast, diesmal mit dem VfL Oldenburg. Erneut siegte die DJK/MJC Trier mit vier Toren, und nach dem gestrigen 28:24 (13:11) Erfolg dürfen die Miezen wieder von der erneuten Europapokalqualifikation träumen. Oldenburg verlor allerdings mehr als nur ein Spiel. Nach 18 Minute musste Kim Birke ausgewechselt werden und konnte wegen einer Knieverletzung nicht mehr an der Partie teilnehmen. Ob die 21-jährige Linksaußen womöglich länger ausfällt, entscheidet sich bei einer Untersuchung an diesem Donnerstag.

Gegen Oldenburg erwischten die Miezen den besseren Start und führten nach einen Tor von Oxana Pal und zwei Strafwürfen von Tedyana Nykytenko mit 3:0, ehe Oldenburgs Torjägerin Dagmara Kowalska mit ihrem ersten und einzigem Tagestreffer das erste Tor der Gäste markierte. Zwar führte Trier beim 5:2 nach etwas mehr als sechs Minuten weiterhin mit drei Treffern, doch in der Folgzeit fanden die Gäste, die die Miezen in dieser Saison bereits drei Mal bezwingen konnten, besser in die Partie und wurden nach etwas mehr als elf Minuten und einem Tor durch Wiebke Kethorn mit dem 5:5 Ausgleich belohnt.

In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit führte Trier beim 10:6 zwischenzeitlich zwar mit vier Toren, zur Pause lagen die Gastgeber beim 13:11 aber nur mit zwei Treffern in Front. Die Gäste aus Norddeutschland, die am vergangenen Wochenende in Rumänien noch den Einzug ins Europapokalfinale perfekt gemacht hatten erwischten den besseren Start in die 2. Halbzeit, beim 14:13 nach vier Minuten der zweiten Spielhälfte war der Anschluss geschafft, und etwas mehr als eine Viertelstunde vor dem Ende traf Oldenburgs Beste Haege Fagerhus zum 19:19 Ausgleich.

In einer hart umkämpften Schlussphase merkte man den Oldenburgerinnen dann jedoch den Kräfteverschleiß der letzten Wochen an, während die Miezen mit dem unbedingten Siegeswillen wieder die Führung übernahmen und sich bis auf 26:20 sechs Minuten vor dem Ende absetzten. Erst eine Auszeit von Gästetrainer Krowicki stoppte den Trierer Torreigen, Oldenburg nutzte nun die letzten Minuten und verkürzte bis zum Endstand von 28:24 den Rückstand auf nur noch vier Tore.

"So brutal ist Handball", sagte VfL-Trainer Leszek Krowicki enttäuscht. "Uns ist nach dem 20:20 das passiert, was Braila im Europacupspiel gegen uns passiert ist." Seine Mannschaft leistete sich nach der 48. Minute nicht nur eine schlechte Phase, sondern hatte auch Pech: Zweimal traf Trier erst im Nachwurf, auf der anderen Seite vergab Oldenburg in der Schlussphase zwei Gegenstöße. Krowicki: "Es war eigentlich ein gutes Spiel. Uns fehlte zwar die nötige Frische und am Ende die Kraft, aber so eine hohe Niederlage war nicht nötig."

Nach dem Sieg im Play Off Heimspiel um die Teilnahme an den Entscheidungsspielen für den 5. Tabellenplatz blicken die Miezen jetzt gespannt nach Oldenburg, wo am kommenden Sonntag im Duell des VfL gegen ProVital Blomberg-Lippe die Entscheidung fällt, welche Mannschaft in die Entscheidungsspiele um den 5. Tabellenplatz einzieht, und dann auf den Thüringer HC trifft. Bei einem Punktgewinn von Blomberg treffen die Ostwestfalen auf die Thüringer, aus Trierer Sicht heißt es auf einen Oldenburger Erfolg am Sonntag zu hoffen, allerdings nicht höher als sieben Tore. Dann nämlich wären alle Mannschaften in der Play Off Gruppe A punktgleich mit 2:2 Punkten, und die Miezen würden aufgrund des besseren Torverhältnisses in die Schlussspiele gegen den THC um die Europapokalqualifikation gehen. Mit einer Niederlage im gestrigen Spiel gegen Oldenburg wäre die Saison für die Miezen bereits beendet gewesen, nun heißt es im Trierer Lager hoffen auf die Schützenhilfe der Oldenburger, die aber genau wie Blomberg im letzten Spiel noch Chancen auf den Gruppensieg haben. "Wir geben uns noch nicht auf. Gelingt uns gegen Blomberg ein gutes Spiel, ist alles möglich", zeigte sich Krowicki kämpferisch.

Angesichts des harten Programms in der letzten Zeit (inklusiver insgesamt 27 Stunden Hin- und Rückfahrt nach Braila am Wochenende) wechselte VfL-Coach Krowicki konsequent durch. Entgegen der mangelnden Frische verwandelte die vorne wie hinten gute Haege Fagerhus alle acht Siebenmeter - meist herausgeholt von Sabrina Neuendorf oder den Kreisläuferinnen Wiebke Kethorn und Kathrin Scholl. Doch die DJK hatte ihre Vorteile vor allem im Rückraum: "Die Achse mit Svetlana Mozgovaia und Oxana Pal auf den Halbpositionen und ihr Zusammenspiel mit Kreisläuferin Diane Roelofsen haben wir nie in den Griff bekommen", stellte der Oldenburger Trainer fest.