27.04.2008 22:15 Uhr - Champions League - Christian Ciemalla

Zvezda schafft die Sensation in Györ

Mit einem 25:23-Auswärtserfolg in Russland hatte sich Györ eine glänzende Ausgangsposition für das heutige Rückspiel im Halbfinale der Champions League gegen Zvezda Zvenigorod verschafft und im Rückspiel konnte überraschend sogar Anita Görbicz wieder mitwirken. Die Spielmacherin hatte sich im Pokalfinale in Ungarn vor zwei Wochen am Knöchel verletzt und feierte ein überraschendes Comeback. Allerdings konnte auch Görbicz nicht verhindern, dass Zvenigorod von der ersten Minute an die spielbestimmende Mannschaft auf dem Parkett war und am Ende verdient den Einzug in das Finale der Champions League schaffte. Im Finale trifft Zvezda erneut auf Hypo Niederösterreich, das Team der deutschen Torfrau Sabine Englert hatte die zwei Begegnungen in der Hauptrunde gegen die Russinnen gewonnen.

Auch das Comeback von Anita Görbicz half Györ nichtAuch das Comeback von Anita Görbicz half Györ nicht
Quelle: www.HAGENpress.com
Über drei Minuten brauchten die Gastgeberinnen für ihren ersten Treffer in der Begegnung, Agnes Hornyak hatte zum 1:2 getroffen. Zvenigorod stand sehr sicher in der Deckung und versuchte die physische Überlegenheit in den Zweikämpfen immer wieder auszuspielen. Mit einem Doppelschlag konnte Györ dann aber nach einer Viertelstunde zum 6:6 ausgleichen und als Görbicz einen Siebenmeter zum 8:7 ins Netz wuchtete, schien - angesichts der Zwei-Tore-Führung aus dem Hinspiel - Györ das Spiel in den Griff zu bekommen. Aber die Gastgeberinnen kamen wieder aus dem Tritt und Zvezda übernahm wieder das Kommando und die Führung.

Györ hatte insbesondere mit dem Überzahlspiel Probleme, mehrfach mussten die Russinnen bereits im ersten Abschnitt in Unterzahl agieren, doch die Gastgeberinnen konnten daraus kein Kapital schlagen. In der Deckung ging der Plan von Györ, den durchschlagskräftigen Rückraum Zvezdas mit der fast zwei Meter großen Elena Polenova mit einer offensiven 5:1-Defensive aus dem Spiel zu nehmen, zudem auch nicht aus. Vor allem über den Kreis hebelte Zvezda die Deckung der Ungarinnen immer wieder aus, insbesondere Shipilova nutzte immer wieder die Chance aus der Nahdistanz. Sie sorgte auch für den 15:11-Pausenstand, der den Zwei-Tore-Rückstand der Russinnen in eine Zwei-Tore-Führung verwandelt hatte.

Im zweiten Abschnitt änderte sich wenig am Spiel, Györ mühte sich, beging aber zu viele Fehler, um gegen die weiterhin glänzend organisierte Deckung Zvezdas ins Spiel zu finden. Lediglich die Paraden von Katalin Palinger hielten die Hoffnung bei den Gastgeberinnen noch am Leben. Doch auch die spektakulären Paraden von Palinger reichten Györ nicht, auch weil Sanko im Tor von Zvezda über den gesamten Spielverlauf die konstantere und so auch in der Statistik bessere Leistung zeigte. Bei Györ kam zu den Fehlern auch noch Pech hinzu, wie beim Stand von 18:24. Eine Parade von Palinger hatte Györ in Ballbesitz gebracht und mit einem langen Wurf über das gesamte Spielfeld überwanden die Ungarinnen die aus dem Tor geeilte Sanko, doch der Ball sprang von der Unterkante der Latte ins Spielfeld zurück.

Verten von Außen und Görbicz von der Siebenmeterlinie ließen beim 20:24 noch einmal Hoffnung bei den Ungarinnen aufkeimen, doch auf der Gegenseite setzte Kareeva zur entscheidenden Aktion an. In Unterzahl und bei angezeigtem passivem Spiel tankte sie sich durch die Deckung der Gastgeberinnen und sorgte mit dem 20:25 drei Minuten vor Spielende für die Vorentscheidung. Simona Spiridion gelang zwar eine schnelle Antwort, doch Zvezda spielte souverän die Zeit herunter und fand dann Shipilova am Kreis, die neunzig Sekunden vor Spielende vom Kreis mit dem 21:26 für die endgültige Entscheidung sorgte, bevor Mravnek mit einem Gegenstoß zum 21:27-Endstand die Halle endgültig zum Schweigen brachte.