26.04.2008 22:29 Uhr - Champions League - Sandra Pleines

Hypo steht im Finale der Champions League

Seong-Ok Oh erzielte acht Treffer und setzte ihre Mitspielerinnen immer wieder gekonnt in SzeneSeong-Ok Oh erzielte acht Treffer und setzte ihre Mitspielerinnen immer wieder gekonnt in Szene
Quelle: HAGENpress.com
Hypo Niederösterreich steht nach einem 36:29 (20:12) Sieg gegen Lada Togliatti im Finale der Champions League. Die Mannschaft der deutschen Nationalkeeperin Sabine Englert glich damit die 28:31 Hinspielniederlage aus und kann den neunten Titelgewinn anpeilen. Zur Pause sah der österreichische Serienmeister bereits wie der sichere Sieger aus, das junge russische Team kam allerdings noch einmal zurück ins Spiel und verkürzte auf vier Tore. Letztlich war es dann die südkoreanische Mittelspielerin Oh, die sich selbst oder ihre Mitspielerinnen in Szene setzen konnte, um so den Erfolg und den Finaleinzug perfekt zu machen.

Gorica Acimovic bricht durch die Lada-DeckungGorica Acimovic bricht durch die Lada-Deckung
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Der Favorit aus Österreich erwischte den besseren Start. Aufbauend auf eine stabile Abwehr, gegen die Ladas junge Spielerinnen nur schwer Lücken finden konnte, war der Rückstand aus dem Hinspiel bereits nach nur sieben Minuten egalisiert. Spielmacherin Oh dirigierte und lenkte genial, so dass immer wieder eine Spielerin frei vor Lada-Torfrau Maria Sidorova auftauchte und sicher verwandelte. Lada leistete sich einen technischen Fehler nach dem anderen, zudem entschieden die beiden polnischen Unparteiischen sehr häufig auf Stürmerfoul gegen die Gäste aus Russland. Hypo baute den Vorsprung schnell auf 10:3 aus. Dieser Zwischenstand nach nur zehn Minuten Spielzeit sprach Bände. Es drohte ein Debakel für den russischen Vizemeister, der aufgrund der schwachen Abwehrleistung seine stärkste Waffe, den Gegenstoß, nur selten einsetzen konnte. Zudem hatte die Koreanerin Kim Ladas Weltklassespielerin Liudmila Postnova gut im Griff. Die Rückraumspielerin war viel zu sehr auf sich allein gestellt und kam daher nur selten zum Wurf.

Bis zur Mitte der ersten Halbzeit konnte Lada Togliatti den Rückstand zumindest auf sechs Tore verkürzen, doch ging man zu fahrlässig mit den sich bietenden Chancen um. Drei-, viermal scheiterte man entweder an Sabine Englert, der deutschen Nationalspielerin im Tor von Hypo Niederösterreich, oder aber an sich selbst. Hypo überzeugte nun nicht mehr so wie in der Anfangsphase, doch die Ungarin Timea Toth markierte zwei wichtige Tore für ihr Team. Per Siebenmeter erhöhte sie kurz vor der Pause den Vorsprung auf 20:12, was auch zugleich den Halbzeitstand bedeutete.

Der klare Vorsprung und die überlegene Leistung schien den Gastgeberinnen nicht gut getan zu haben. Die Mannschaft von Trainer Andras Nemeth war noch in Gedanken beim Pausentee, da rappelte es viermal in Folge im Kasten von Sabine Englert. Nach nur vier Minuten in der zweiten Hälfte hatte Lada den Rückstand beinahe aufgeholt. Nur noch ein Tor war Hypo Niederösterreich in der Addition beider Ergebnisse vorn.

Ladas Spielmacherin Daria Gruzdeva überzeugte als Spielgestalterin und als Torschützin. Zwei unnötige Fouls brachten eine doppelte Unterzahl (Zeitstrafen für Oh und Acimovic) für den österreichischen Abonnementmeister in dieser kritischen Phase. Doch Timea Toth behielt die Nerven. Sie traf für Hypo und führte ihre Mannschaft damit wieder zurück in die richtige Spur. Hypo gewann das Oberwasser zurück, doch die Gäste aus Togliatti blieben dran. Die Zuschauer in der ausverkauften Sporthalle in Maria Enzersdorf sahen nun ein spannendes und kampfbetontes Spiel. Die Tore fielen auf beiden Seiten jetzt am laufenden Band, das Spiel war nicht mehr zu vergleichen mit dem der ersten Halbzeit. Dominierte Hypo in den ersten dreißig Minuten, waren jetzt beide Mannschaften auf Augenhöhe.

Der HC Lada Togliatti hatte, obwohl nun regelmäßig in Unterzahl, diverse Chancen. Die Spielerinnen von Trainer Alexej Gumjanov erkämpfen sich mit einer starken Abwehrleistung einige Bälle, vergaben die sich bietenden Möglichkeiten aber leichtfertig. In der 41. Minute erhöhte Gorica Acimovic auf 25:19, aber auch zur Mitte der zweiten Halbzeit betrug der Vorsprung in der Addition nur zwei Tore. Die Gastgeberinnen konnten sich in dieser Phase bei ihrer Torfrau Sabine Englert bedanken, die mit drei wichtigen Paraden ihre Mannschaft in der Erfolgsspur hielt. Englert war deutlich besser als ihre beiden Kolleginnen auf der Gegenseite. Vor allem Maria Sidorova, die im Hinspiel in Togliatti noch eine überragende Leistung zeigte, konnte im Rückspiel nicht überzeugen.

Entsprechend wuchs der Vorsprung für Hypo wieder an, zumal Ladas Kreisläuferin Liudmila Mochalina nach einem Stürmerfoul eine Zeitstrafe kassierte. Da half es auch nicht, dass Maria Sidorova zwei Siebenmeter gegen Myoung Bok Hee und Timea Toth hielt. Im Angriff gelang Lada jetzt nicht mehr viel, was zum einen an der wieder besseren Hypo-Abwehr, aber auch an einigen Entscheidungen der polnischen Schiedsrichtern lag. Vor allem Kreisläuferin Mochalina haderte sehr mit einigen Entscheidungen der Polen. Als sieben Minuten vor dem Schlußpfliff zunächst Oh zum 31:25 erhöhte und in der Folge Lada wegen eines Wechselfehlers eine weitere Zeitstrafe kassierte, war die Vorentscheidung gefallen. Hypo war nun die clevere Mannschaft, die sich mit ruhigem und sicheren Spiel gegen die junge Lada-Mannschaft durchsetzte. Am Ende hieß es dann 36:29 für die Mannschaft von Andras Nemeth, ein Ergebnis, welches unter dem großen Jubel der Zuschauer in der Südstadt gefeiert wurde.


Alexandra do Nascimento erzielte einige spektakuläre Treffer von Aussen
Photo Leo Hagen - hagenpress.com