25.04.2008 11:45 Uhr - Champions League - mak

"Wir haben eine gute Mischung" - Hypo auf dem Weg zum neunten Titel?

Andras NemethAndras Nemeth
Quelle: hagenpress.com
Am Samstag steht für Hypo Niederösterreich das Rückspiel im Halbfinale der Champions League gegen Lada Togliatti an. Im Hinspiel unterlag das Team des ungarischen Trainers Andras Nemeth 28:31. Die Mission „Go For Nine“ – der Angriff auf den neunten Champions League Titel, soll gleichwohl nicht scheitern. Nach einem größeren Umbruch hat der neue Coach Andras Nemeth ein funktionierendes Kollektiv geformt. „Das Team zeigt großes Herz, tritt als Mannschaft auf“, sagte Nemeth sportnet.at. Im Interview mit dem österreichischen Sportportal äußert sich auch Gunnar Prokop zu den Zielen und Aussichten des Serienmeisters. Wir haben diesmal eine echte Chance“, meint der Hypo-Manager.

In der Vor- und Hauptrunde marschierte Hypo ohne Punktverlust durch die Spiele, zwölf Siege standen für das Team zu Buche, welches vor der Saison einen größeren Umbruch vollzogen hatte. Langjährige stützen wie Gabriela Rotis-Nagy, Simona Spiridon oder Tetyana Shynkarenko gingen, mit Erika Kirsner, Timea Toth und Sabine Englert kamen Verstärkungen, die das Niveau der Truppe deutlich anhoben. Auch die Südkorea-Fraktion bekam mit Bok-Hee Myoung Zuwachs, mittlerweile greifen vier Koreanerinnen für den 31-fachen österreichischen Meister zum Ball.

Ein entscheidender Mann für den Höhenflug Hypos ist Trainer Andras Nemeth. „Wenn man solche Leute kriegen kann, muss man zuschlagen. Andras ist ein erfahrener, alter Hase, kein Söldner“, sagte Hypo-Manager Gunnar Prokop über den Ungarn, der vorher lange Jahre Trainer und Macher bei Ferencvaros Budapest war. „Wenn einer wie er weggeht, dann will er etwas erreichen“, so Prokop gegenüber den österreichischen Portal sportnet.at. „Seine Stärken sind sicherlich seine Erfahrung, sein fachlich gut fundiertes Wissen und seine Teamfähigkeit. Er ist eher der ruhigere Typ, daher ergänzen wir uns wahrscheinlich so gut“, charakterisiert Prokop seinen Trainer, der erstmals seit Jahren in der Lage ist, dem impulsiven Macher der Truppe aus Maria Enzersdorf auf Augenhöhe zu begegnen. „Er macht ein solides Training und versteht vor allem etwas von Planung. Das können nicht viele seiner Trainerkollegen und daher ist er einer der Besten.“

„Gunnar und ich arbeiten sehr gut zusammen. Er organisiert und delegiert, ich mache die Handball-Arbeit. Ich glaube, es ist eine gute Mischung“, sagt Nemeth, der bis Januar auch ungarischer Nationaltrainer war, über seine Beziehung zu Prokop. In Bezug auf das große Ziel, den neunten Sieg in der europäischen Königsklasse, ist Nemeth weiter optimistisch: „Wir haben sehr gut gearbeitet. Das Team zeigt großes Herz, tritt als Mannschaft auf“, sagte Nemeth sportnet.at. Dass die Mannschaft, die aus neun Nationalitäten besteht, überhaupt so gut harmoniert, ist nach Ansicht von Manager Gunnar Prokop Resultat des Umbaus vor der Saison.

„Das Fundament für die Erfolge in diesem Jahr war sicherlich schon die Mannschaftszusammenstellung. Der Großteil der Mannschaft ist gleich geblieben, aber es gab im letzten Jahr ein paar Söldnerinnen, die sind jetzt weg. Die haben zwar recht brav gespielt, bei ihnen habe ich aber das Herz und die totale Identifikation mit der Mannschaft vermisst. Diesmal gibt es im Gegensatz dazu innerhalb der Mannschaft eine ganz besondere Kraft“, so Prokop. Trainingsbesprechungen finden im Multi-Kulti Team übrigens in Deutsch statt: „Es war anfangs sehr schwierig, aber ich lerne Deutsch, die Spielerinnen auch. Aber wir verstehen uns dennoch, wir sprechen alle Handball“, berichtet Nemeth.

Die Aufgabe, mit so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten zu arbeiten, reizt Nemeth: "Es ist interessant, Spielerinnen von vielen Handballkulturen zu einem Ganzen zusammenzubringen. Wir haben eine gute Mischung. Ich habe bisher nur in Ungarn gearbeitet, da spielen wenige ausländische Spielerinnen.“ An diesem Samstag steht nun die Aufgabe für Nemeth und sein Team an, den Einzug ins Finale zu bewerkstelligen. „Togliatti ist eine sehr interessante Mannschaft, spielt nicht wirklich russisch, wie zum Beispiel Zvenigorod, stark und massiv. Sie sind jung, spielen schnell und attraktiv – modernen Handball, eine sehr gute Mannschaft. Unser Vorteil könnte sein, dass wir routinierter sind. Aufpassen müssen wir auf Ljudmilla Postnova, sie kann alles, ist im Angriff perfekt, vielleicht in der Deckung weniger. Wir dürfen sie nicht werfen lassen. Andere Spielerinnen haben aber einige Schwächen, die wir ausnützen wollen“, charakterisiert Nemeth den Gegner. Gunnar Prokop ist derweil optimistisch: „Wir haben diesmal eine echte Chance“, meint der Hypo-Manager.