20.04.2008 13:04 Uhr - Champions League - mak

Hypo muss in Togliatti 31:28 Niederlage quittieren

Bok-Hee Myoung traf sicher vom SiebenmeterpunktBok-Hee Myoung traf sicher vom Siebenmeterpunkt
Quelle: www.HAGENpress.com
Hypo Niederösterreich musste im ersten Halbfinale der Champions League eine 31:28 (17.14) Niederlage beim russischen Vizemeister Lada Togliatti hinnehmen. Jeweils zum Ende der beiden Halbzeiten hatten die Russinnen ihre stärksten Phasen, Hypo verpasste es hingegen, aus der eigenen Überlegenheit in weiten Phasen des Spiels mehr zu machen. Hypo lebte vor allem von Seong Ok Oh im Angriff und der deutschen Nationaltorfrau Sabine Englert, während Lada Togliatti die ausgeglichenere Mannschaft stellte.

Die Torfrauen Maria Sidorova und Sabine Englert sorgten gleich von Beginn an für einige wichtige Paraden. Insbesondere Togliatti setzte von Anfang an auf die schnelle Mitte, Natalia Kurbanova traf so auch zum 2:1, der ersten Führung für die Gastgeberinnen. Auch das 3:2 durch Olga Vinogradowa resultierte aus einem Konter, die 23-Jährige Linksaußen packte auch das 4:3 drauf. Hypo verpasste zu viele Chancen und spielte zu unpräzise. Ein weiterer Fehler im angriff – Vinogradowa konterte zum 6:4, einen Abpraller von Englert verwandelte Kurbanowa zum 7:4 - nach gut zehn Minuten konnte Hypo-Coach Andras Nemeth nicht zufrieden mit seiner Mannschaft sein.

Timea Toth scheiterte mit ihrem Siebenmeter an Sidorova, Bok Hee Myoung machte es besser, die Österreicherinnen kamen wieder heran, vor allem gestützt auf Englert im Tor. Seong Ok Oh glich zum 7:7 (15.) aus, die Koreanerin versetzte auch Nadezda Muravyeva, die Abwehrspielerin musste zwei Minuten raus, Gelegenheit für Gorica Acimovic und Linksaußen Alexandra Nasciemento, zum 8:9 zu treffen, Lada-Coach Gumyanov legte die grüne Karte. Es blieb ein hartes Spiel zweier gleichwertiger Team, die Highlights fanden meist mittels der individuellen Klasse der Spielerinnen statt. Das Duell der Rückraumlinken Liudmila Postnova und Timea Toth war besonders im Fokus, die ungarische Torschützenkönigin der Champions League traf zum 10:11 wuchtig aus der Distanz, Postnova hatte vorher aus einem Durchbruch das 10:10 erzielt. Toth und Postnova wechselten sich beim Torwerfen ab, ansonsten herrschte bei beiden Teams reichlich der Fehlerteufel.

Lada konnte beim 13:12 (26.) durch den Konter Liudmila Mochalina wieder in Führung gehen. Mochalina packte aus dem nächsten Konter auch das 15:13 drauf, Hypo kam nicht mehr durch die nun stabilere Deckung von Togliatti. Youngster Snezhana Makhneva (17 Jahre) lief ein von Linksaußen und traf zum 16:14, ehe Linkshänderin Ekaterina Davydenko zum 17:14 Pausenstand und damit der höchsten Lada-Führung erhöhte. Die 19-Jährige Davydenko vertrat die verletzte Irina Bliznova und machte ihre Sache durchaus ordentlich. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit verabschiedete sich Oh auf die Strafbank, Lada nutzte die Überzahl um auf 19.15 (33.) wegzuziehen.

Die Koreanerin revanchierte sich allerdings postwendend, Muravyeva konnte der schnellfüßigen Mittespielerin nicht folgen und musste zum zweiten Mal zwei Minuten raus, Hypo verkürzte durch Myoung auf 19:18 (35.). Auch Liudmila Postova musste runter, die Führung der Gastgeberinnen wackelte. Als die eingewechselte Natalia Rusnachenko einen Siebenmeter parierte und auf der Gegenseite Myoung aus sieben Metern traf, hatten die Österreicherinnen zum 20:20 (38.) ausgeglichen, kurz darauf führte Hypo durch den nächsten Strafwurf der koreanischen Linkshänderin. Die Russinnen schlugen allerdings erfolgreich zurück, zwei Konter brachten die Führung in dem nun wieder enorm schnellen Spiel zurück.

Hypo lebte vor allem von den Einzelaktioneneong Ok Ohs, die immer wieder die Lade-Defensive düpierte. Nadezhda Muravyeva konnte ihrer Deckung nicht mehr weiterhelfen, für Lada-Spielerin war nach der dritten Zeitstrafe eine gute Viertelstunde vor Abpfiff das Siel zu Ende. Ein blitzschneller Antritt von Postnova nach schöner Täuschung bescherte Lada das 24:3 (47.), die Gastgeberinnen kämpften nun um den Sieg in diesem Spiel, ein Polster würde das Team von Coach Gumyanov wohl nicht mit nach Österreich nehmen können. Alexandra BNasciemento ris dann im Konter Postnova um, zwei Minuten für die Brasilianerin und eine gelbe Karte gegen den reklamierenden Hypo-Manager Gunnar Prokop waren die Folge – Gruzdeva brachte Lada wieder in Front, Kurbanowa legte das 27:25 (52.) nach. Lada setzte Hypo mit einer offensiven Deckung unter Druck und spielte schnell und mit Mut nach vorne, Yulia Klimowa traf zum 28:25 (55.) – Zeit für ein Time-out von Andras Nemeth. Auch Gorica Acimovic musste nun noch einmal zwei Minuten raus, nachdem sie ihre Gegenspielerin rabiat umgestoßen hatte, Davydenko und Anna Vinogradowa erhöhten zum 30:25, Togliatti hatte den längeren Atem.

Die junge russische Mannschaft beging unter dem Druck der Hypo-Deckung noch einige Fehler, Daniela Piedade konnte aus dem Konter auf 31:28 verkürzen. Ein weiterer technischer Fehler brachte Hypo noch mal in Ballbesitz, aber Erika Kirsner im Konter blieb hängen, Maria Sidorova parierte den letzten Wurf der Österreicherinnen. Lada fährt mit einem 31:28 im Rücken nach Maria Enzersdorf, ein gutes Ergebnis für den russischen Vizemeister, wenn man das gesamte Spiel betrachtet.