06.04.2008 10:00 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Holger Putz

Zehn gute Minuten reichen Markranstädt gegen Ober-Eschbach

Während die Einen fast sicher für die Play-offs planen können, geht es für die Anderen in die Regionalliga. Mit dem 34:22 (15:12) Erfolg der Markranstädterinnen über die angereisten Gäste aus Ober-Eschbach haben die Sächsinnen ihren dritten Tabellenplatz weiter behauptet. In einer phasenweise arg flachen Partie benötigte die Truppe von Rüdiger Bones geschlagene vierzig Minuten, um die kämpfenden Gäste zu bezwingen. Ober-Eschbach offenbarte dann allerdings die Schwächen, die den Hessinnen schon so manchen möglichen Sieg gekostet hat.

Sandra Wocieszack: Acht ToreSandra Wocieszack: Acht Tore
Quelle: sportseye.de
Vorzeichen und Prognosen vor dem Spiel endeten fast komplett in der Verlautbarung, wie hoch wohl der Sieg der Piranhas ausfallen könnte. Zu unterschiedlich waren Kaderstärke und Saisonverlauf der beiden Konkurrenten im Sportcenter von Markranstädt. Doch der zukünftige Regionalligist aus Ober-Eschbach hielt sich zunächst mit einem Siebenmeter von Victoria Wriedt im Spiel und ging keine 30 Sekunden später durch Lina Abramauskaite mit 2:1 in Führung. Durch eine konsequente und aggressive Abwehrarbeit konnten die Gäste ihre Führung bis zur siebten Minuten, ehe eine Unterzahlsituation das Verhindern von Toren zu einer schwierigen Sache machte, halten. Markranstädt nutzte die Situation und legte mit zwei Treffern von Annika List einen Zwischensprint ein, der die Gastgeberinnen wieder in Führung (4:3) brachte.

Wer jetzt glaubte, das Spiel würde seinen vorhergesagten Lauf nehmen, der irrte sich gewaltig. Gelöst und frei vom Druck spielten die Ober-Eschbacherinnen ihren Handball weiter. Und die Gäste wurden belohnt, die TSG drehte das Spiel erneut zu ihren Gunsten. EinfacheKreuzbewegungen reichten in dieser Phase der Partie aus, um die Markranstädter Deckung auszuhebeln. Trainer Rüdiger Bones zeigte sich sichtlich unzufrieden. Als Victoria Wriedt die Gäste erneut mit zwei Toren in Führung (10:8) brachte, zog der 49-Jährige die Notbremse und nahm die Auszeit. Obwohl seine Mannschaft immer wieder die besten Chancen frei vorm Tor der Ober-Eschbacherinnen ausließ, fielen danach drei Treffer in Folge für die Piranhas. Die Zuschauer wunderten sich unterdessen über das Auf und Ab beider Mannschaften. Vier Minuten halbwegs konzentriertes und zielorientiertes Spiel der Randleipzigerinnen reichte allerdings aus, um sich vor der Pause (15:12) wieder etwas abzusetzen, begünstigt durch eine völlig von der Rolle wirkende Gästemannschaft.

Der Start in die zweiten Hälfte begann so, wie sich das die Zuschauer im Sportcenter vorgestellt hatten. Drei weitere Tore durch Anika Ludwig, Victoria Göpel und Doreen Geheb vergrößerten den Vorsprung (18:12) auf sechs Treffer. Und entschieden das Spiel. Ober-Eschbach brachte keine klaren Spielzüge mehr auf das Parkett und verlief sich reihenweise in der Deckung der Gastgeberinnen. Die daraus resultierenden Fehler wurden zum Standardfraß der zum Konter startenden Markranstädterinnen. 24 zu 14 nach 42 gespielten Minuten deuteten langsam die Dimensionen des Spiels an. Die nächsten zehn Minuten plätscherten vor sich hin. Obwohl Ober-Eschbach den Rückstand noch einmal verkürzen konnte, blieben die Piranhas uneinholbar in Front.

Nachlässigkeiten verhinderten einen höheren Sieg der Piranhas, deren Trainer Rüdiger Bones sich mit einem 34:22 zufrieden geben musste. Damit sind die Piranhas sicher für die Play Offs qualifiziert. Auf der anderen Seite nimmt Ober-Eschbach langsam Abschied aus der zweiten Handballbundesliga und wird sich in der Regionalliga neu aufbauen.

Stimmen zum Spiel:

Rüdiger Bones: „Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel. Aber ein Kompliment an die Mannschaft, das wir jetzt fast sicher die Play-offs erreicht haben. Mit dem kleinen Kader wollen wir diese natürlich so gut wie möglich bestreiten. Der Aufstieg ist in diesem Jahr eigentlich kein Thema. Aber erst einmal gilt es noch in Metzingen und Marpingen zu schlagen.“