04.04.2008 17:26 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Ketsch verabschiedet sich mit Spiel gegen VfL aus der Liga

Die Handballerinnen des VfL Oldenburg verabschieden den TSG Ketsch an diesem Samstag aus der Bundesliga. Zwar haben die Gastgeberinnen vor dem letzten Spieltag der Hauptrunde nur zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenzehnten HSG Sulzbach-Leidersbach, doch das immens schlechtere Torverhältnis (69 Treffer Differenz) dürfte etwaige Träume von einem weiteren Erstliga-Jahr in der Kurpfalz von vornherein verhindern.

Abschiedsvorstellung: Svenja Huber aus KetschAbschiedsvorstellung: Svenja Huber aus Ketsch
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
"Trotz des Abstiegs: Ich schätze sehr, was dieser kleine Verein erreicht hat. Das es irgendwann Abstiegssorgen gibt, ist bei den geringen Mitteln in Ketsch fast selbstverständlich", sagt Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki über den Gegner, der 2005 nach 1994 und 1999 zum dritten Mal den Aufstieg schaffte und in dieser Saison am ersten Spieltag sogar Bayer Leverkusen zwei Punkte abnahm. Nach dem zeitgleich ausgetragenen letzten Spieltag beginnt für die ersten vier Vereine (Nürnberg, Leipzig, Leverkusen, Frankfurt/Oder) der Nervenkitzel in den Playoffs, sechs Mannschaften - daunter der VfL Oldenburg - spielen um in der Platzierungsrunde um einen Challenge-Cup-Platz. Beyeröhde und Ketsch steigen ab.

Für den Klassenerhalt dieser "jungen und symphatischen Mannschaft" (Krowicki) hat es nicht gereicht. Vor dem 40:33 bei Mitabsteiger TV Beyeröhde am vorletzten Spieltag vor drei Wochen holte das Team des neuen aber scheidenden Trainers Rolf König nur einen Punkt in zehn Ligaspielen. Zu wenig, weswegen sich die begehrtesten Talente längst andere Clubs gesucht haben: Nach der Partie werden in Torhüterin Mandy Burrekers (zu Gjerpen/Erste Liga Norwegen), Svenja Huber (Trier), Franziska Garcia Almendaris (Nürnberg) und Urszula Lipska (Ziel noch unbekannt) vier Spielerinnen verabschiedet.

Franziska Garcia Almendaris wird ihren letzten Heim-Auftritt nach acht Jahren TSG in der Neurotthalle wegen eines Nasenbeinbruchs vor einigen Wochen im Grunde verpassen. Laut der Schwetzinger Zeitung will sich die 24-Jährige aber dennoch warmmachen und "eventuell zum einen oder anderen Siebenmeter antreten". Nach der Begegnung soll auch Karin Euler verabschiedet werden, die Mitte der Spielzeit aus privaten Gründen von ihrem langjährigen Amt als Cheftrainerin zurücktrat.

"Ketsch hat die größeren Vereine ständig mit guten Spielerinnen gefüttert", sagt Krowicki mit viel Respekt für die gute Jugendarbeit, die 2007 im deutschen Meistertitel für die A-Jugend mündete. Trotz der ganzen Abschiedsszenen will der Trainer aber beide Punkte aus entführen, um – bei einer gleichzeitigen Niederlage des Buxtehuder SV in Frankfurt - "im Norden die Nummer eins" zu bleiben.

Das Unternehmen "Platz sieben" könnte allerdings ohne Dagmara Kowalska stattfinden, die beim 28:24 gegen Blomberg am Mittwochabend nur bedingt spielfähig war und zwischenzeitlich von Mannschaftsarzt Leo Behler wegen starker Rückenschmerzen in der Kabine behandelt werden musste. Mit in Ketsch dabei ist Ines Gümmer - gegen Blomberg auf "passiv" gesetzt und nicht eingesetzt.

"Am Donnerstag haben wir mit ganz leichten Übungen regeneriert, am Freitag befassen wir uns taktisch mit Ketsch", berichtet Krowicki vom Trainingsprogramm vor der Partie. Krowicki: "Wir hatten selten Schwierigkeiten gegen Ketsch, aber entschieden ist das Spiel noch lange nicht. Die werden alles tun, um sich gut aus der Bundesliga zu verabschieden." In der vergangenen Serie gewann der VfL dreimal gegen die TSG (zweimal Hauptrunde, einmal Platzierungsrunde), in dieser Saison steht das 31:23 für Oldenburg aus dem Hinspiel in der Ergebnisliste.