29.03.2008 17:00 Uhr - Olympische Spiele - Christian Stein

Deutsche Frauen lösen Ticket nach Peking

Clara Woltering war nur selten zu überwinden<bR><a href="http://www.handball-world.com/bildergalerie/2008/hw_com_-_gallery/Frauen-Nationalteam/20080328_-_Olympia_Quali_Leipzig/20080329_-_GER-CRO/index.html" target="_blank"><small>=> Galerie zum Spiel (51)</small></a>Clara Woltering war nur selten zu überwinden
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Quelle: sportseye.de
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich vorzeitig für die olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Durch den 22:16 (7:5) Erfolg gegen Kroatien kann das Team von Bundestrainer Armin Emrich selbst bei einer Niederlage gegen Kuba nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze verdrängt werden. Erfolgreichste Torschützin war Welthandballerin Nadine Krause (7/4). Bei Kroatien war Rückraumspielerin Kristina Franic (4/2) am treffsichersten. Zu den Spielerinnen der Partie wurden aber die beiden Torhüterinnen Ivana Jelcic und Clara Woltering gewählt.

Mit drei Änderungen gegenüber der Auftaktpartie gegen Schweden begann Deutschland das wichtige Spiel gegen Kroatien. Im Tor begann Clara Woltering, während die Spielgestaltung Nina Wörz oblag und am Kreis die gestern stark spielende Anne Müller begann. Beide Mannschaften hatten Schwierigkeiten in die Partie zu finden. Nach drei Minuten hatten die 5693 Zuschauer in der Arena Leipzig lediglich ein Gegenstoßtor durch Nadine Krause gesehen. Im Positionsangriff gelang dem DHB-Team, ebenso wie Kroatien, hingegen nicht viel. Beiden Teams war der ob der Bedeutung des Spiels auf ihnen lastende Druck spürbar anzumerken.

Nach dem Ausgleich durch Golubic fingen sich die Südosteuropäer jedoch und zogen nach zwei Toren aus dem Rückraum auf 1:3 davon und hatte sogar die Chance auf drei Tore zu enteilen. Petra Starcek warf aber den gegebenen Strafwurf am Tor vorbei und im Gegenzug konnte Grit Jurack verkürzen. Deutschland versuchte nun mit einer offensiveren Deckungsvariante den kroatischen Rückraum auf Distanz zu halten und so den Rückstand zu verkürzen und dank einer gut aufgelegten Clara Woltering gelang Geburtstagskind Nadine Härdter der Ausgleichstreffer durch einen erneuten Gegenstoß zum 4:4 (15.).

Die Spielgestaltung sollte nun Maren Baumbach übernehmen, die auch kurze Zeit später den Führungstreffer mit einem Schlagwurf aus dem Rückraum erzielte. Zudem brachte Emrich am Kreis ihre ehemalige Trierer Vereinskollegin Anja Athaus, sowie auf Rechtsaußen Ulrike Stange. Kroatien gelang nun nichts mehr, selbst von der Strafwurflinie scheiterten Pasicnik und Franic an Englert, die für diese Aktionen zwischen die Pfosten rückte.

Deutschland verpasste es aber die Schwächephase konsequent auszunutzen. Lediglich ein Gegenstoßtor durch Härdter gelang noch, so dass Emrich beim Stand von 6:4 (26.) seine Auszeit nahm. Tore blieben aber auch weiterhin Mangelware, erst 70 Sekunden vor dem Pausenpfiff konnte Tatari vom Kreis den fünften Treffer erzielen. Nach je einem vergebenen Angriff von beiden Mannschaften traf Anja Althaus zunächst den Innenpfosten, doch der Abpraller ging gegen Torhüterin Jelcic und von dort aus ins Tor zum 7:5 Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit knüpften beide Mannschaften an ihre Leistung aus dem ersten Spielabschnitt an. Nach fünf gespielten Minuten gelangen Jurack und Krause aus der zweiten Welle heraus zum 9:5. Kroatien stellte in Überzahl durch Pasicnik und Zebic den alten Rückstand wieder her, doch nach der Rückkehr von Althaus auf das Feld zog die Emrich-Sieben auf 12:7 (41.) wieder davon.

Deutschland behauptete abgeklärt die Führung und auch die im zweiten Spielabschnitt aufs Feld zurückgekehrte Stefanie Melbeck fand nun in Partie und erzielte die nächsten drei Treffer des DHB-Teams zum 15:10 (45.). Anders als gestern kehrte Althaus auch nach ihrer zweiten Zeitstrafe aufs Feld zurück. Souverän verwaltete Deutschland nun den Vorsprung bis in die Schlussphase hinein. Fünf Minuten vor dem Ende stand so verdientermaßen eine 19:14 Führung auf der Anzeigentafel. Die durch den Sieg Schwedens sichere Olympiaqualifikation vor Augen leistete sich Deutschland keine Nachlässigkeiten und mit ihrem siebten Treffer stellte Welthandballerin Nadine Krause den 22:16 Endstand her.

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Stimmen zum Spiel:

Armin Emrich (GER):
Wir erleben gerade sehr bewegende Momente. Das ist Wahnsinn, was sich in dieser Halle abspielt. Der Druck war riesig vor diesem Turnier, jeder hat ja von einem Selbstläufer gesprochen. Tatsächlich haben wir in den letzten zehn Tagen rund um die Uhr Videoanalyse betrieben und uns insgesamt intensiv vorbereitet. Heute waren wir extrem motiviert und manchmal hat das Herz schneller geschlagen als der Kopf alles umsetzen konnte. Aber vor allem Clara Woltering hat eine Weltklasse-Leistung abgeliefert.

Josip Sojat (CRO):
Von dem Spiel heute haben wir nicht viel erwartet – schließlich haben wir gestern gesehen, wie das deutsche Team gegen Schweden gewonnen hat. Zudem war die deutsche Torfrau die beste Spielerin, einfach nicht zu schlagen. Ich kann den Deutschen nur aufrichtig gratulieren.

Nina Wörz (GER)
Wir genießen diesen Sieg jetzt sehr und denken noch nicht an die Olympischen Spiele in Peking. Zu allererst möchten wir den Zuschauern morgen noch ein vernünftiges Spiel präsentieren und uns von diesem tollen Turnier gebührend verabschieden.