26.11.2005 04:43 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Harry Traubenkraut - Rheinzeitung

Weibern: Auf Herbst folgt März

Was nicht nur angesichts der aktuellen Wettersituation wie eine diffuse Beschreibung klingt hat für die Zweitligahandballerinnen eine ganz andere Bedeutung. Schließlich ist damit für den TuS vor dem Auswärtsspiel bei der TGS Walldorf heute um 19.30 Uhr (Sporthalle der Berta-von-Suttner-Gesamtschule) eine bedeutende Personalie verbunden. Für Torhüterin Lisi Herbst, die sich mit Österreichs Nationalmannschaft derzeit auf Vorbereitungsspielen zur Handball-WM befindet, wird am Walldorfer Kreuz erstmals Maike März im Verbund mit Alexandra Fink das Tor des TuS hüten.

Meike MärzMeike März
Quelle: Heinz Zaunbrecher
März spielt "hauptberuflich" für Handball-Bundesligist DJK MJC Trier. Doch die 1. Bundesliga pausiert ab diesem Wochenende, da bekanntlich auch die DHB-Auswahl als Nachrücker noch zur Handball-WM nach Russland reisen darf. Da März, die am 09. November 22-Jahre alt geworden ist noch unter das Juniorinnenspielrecht fällt, zogen die Weiberner für sie eine Doppelspielberechtigung an Land. "Da zeigt sich wie prima das Verhältnis zu den Trierer Miezen ist", freute sich Weiberns Trainer Jan Reuland, nachdem die März verpflichtet werden konnte.

Nicht nur aus Sicht des Weiberner Übungsleiters zogen die Eifelerinnen einen erstklassigen "Herbstersatz" an Land. Immerhin ist die Studentin der Lebensmitteltechnik nicht nur amtierende deutsche Vizemeisterin, sondern konnte in der Jugend auch einen zweiten Platz mit der Juniorinnennationalmannschaft Deutschlands erringen. "Wir ersetzen also das größte Torwarttalent Österreichs durch das der BRD", so Reuland, der ansonsten den Blick lieber in Richtung Walldorf lenken möchte: "Der Turngesellschaft steht bei 3:15 Punkten das Wasser bis zum Hals. Sie werden gegen uns Gas geben und haben nichts zu verlieren".

Auch Reuland weiß jedoch, das seine Mannschaft in Walldorf haushoher Favorit ist. Unabhängig davon, das März nach zweimaligem Training mit ihrer "neuen" Mannschaft sicher noch nicht mit der TuS-Abwehr eingespielt ist, wäre es schon eine kleine Sensation, wenn Weiberns Serie von 18:0 Punkten ausgerechnet beim Vorletzten der 2. Bundesliga Süd reißen würde. "So wie wir derzeit drauf sind, können wir uns höchstens selbst schlagen, falls wir die Aufgabe nicht richtig ernst nehmen". Dem aber hat Reuland durch intensives Videostudium wieder einmal entgegen gewirkt. Mit den beiden Rückraumspielerinnen Silke Jung und Alexandra Pieper hat Walldorf auf den Halbpositionen zumindest zwei sehr torgefährliche Werferinnen, die der TuS in Schach halten muss. "Gelingt uns das, dann werden wir dort gewinnen“, glaubt Reuland an einen Ausbau der eigenen Serie auf 20:0 Zähler."