12.01.2008 15:49 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Buxtehude verkürzt mit Sieg im Nordduell Abstand auf Platz vier

Lediglich in den ersten und letzten Minuten der ersten Halbzeit konnte der VfL Oldenburg den geschlossen agierenden Gastgebern aus Buxtehude Paroli bieten. Dies reichte am Ende ebensowenig wie die neun Tore der besten VfL-Werferin Dagmara Kowalska. Besonders Pfostenwürfe und das träge Rückraumspiel machten den Gästen zu schaffen, die sich nur selten gegen die gut aufgestellte Deckung der Gastgeber und die starke Debbie Klijn im BSV-Tor durchsetzen konnten. Da sich in das Buxtehuder Spiel mit zunehmender Spieldauer aber auch erste Fehler einschlichen, blieb Oldenburg lange Zeit in Reichweite, bevor ein Doppelschlag zum 27:22 drei Minuten vor Spielende für die endgültige Entscheidung sorgte. Durch das 29:23 verkürzte Buxtehude den Abstand auf Platz vier zumindest vorübergehend auf einen Punkt, für Oldenburg sind die Play-offs unterdessen in weite Ferne gerückt.

Diane Lamein und der Buxtehuder SV haben die Play-offs weiter im BlickfeldDiane Lamein und der Buxtehuder SV haben die Play-offs weiter im Blickfeld
Quelle: Christopher Monz
Beide Teams starteten nervös und vergaben einige der ersten Angriffe. Willemajin Karsten gelang dann zwar der erste Treffer der Partie für die Gastgeber, ein Befreiungsschlag für die Gastgeberinnen war dies aber nicht. Zu oft versuchten die Hausherrinnen über die Nahwurfzone zum Erfolg zu kommen und diese schirmte der Gast aus Oldenburg gut ab. Zudem zeichneten sich in der Anfangsphase sowohl VfL-Torfrau Tatjana Surkova wie auch die Oldenburger Torhüterin Debbie Kljin gleich mehrfach aus und so stand es nach sieben Minuten lediglich 2:2. Buxtehude schien dann aber das Heft in die Hand zu bekommen, nach Treffern von Lamein und Henze stand beim 5:3 in der elften Minute die erste Zwei-Tore-Führung zu Buche.

Als Natalja Parchina kraftvoll zum 6:5 traf, hofften die mitgereisten Oldenburger Fans in der ausverkauften Schulsporthalle in Buxtehude auf einen Weckruf, doch bereits der erhoffte Ausgleichstreffer sollte nicht fallen. Kethorn handelte sich eine Zwei-Minuten-Strafe ein, Lamein per Strafwurf, sowie Henze und Nagel bauten die Führung der Gastgeberinnen auf 9:6 aus. Buxtehude schien nun in Spiellaune, Oldenburg scheiterte zweimal am Pfosten und auf der Gegenseite verwandelte Nagel nach einem artistischem Zuspiel von Lamein zum 10:6. Achtzehn Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt und Buxtehude schien die Begegnung zu kontrollieren. Als Oldenburg sich nach zwei vergebenen Würfen der Gastgeberinnen wieder auf 11:9 herangekämpft hatte, kam von Lamein erneut die prompte Antwort.

Krowicki nahm seine Auszeit und Oldenburg zeigte sich danach verbessert, doch die Buxtehuder Deckung steigerte sich gleichermaßen und Klijn machte weiterhin Chancen im Minutentakt zunichte. Mit ihrem einhundersten Saisontor erhöhte Lamein auf 13:9, Neumann legte das 14:9 nach. Aber nun schlichen sich Fehler in das Spiel der Gastgeberinnen, die gleich dreimal in Folge überhastet abschlossen. Oldenburg nutzte diese Chance, Treffer von Kowalska, Scholl und Surkova brachten die Gäste kurz vor dem Seitenwechsel wieder auf 14:12 heran, ehe Karsten für den 15:12-Pausenstand sorgte.

Und Buxtehude legte direkt nach dem Seitenwechsel nach, nach Lameins 17:12 war die Distanz bereits wieder auf fünf Tore angewachsen. Doch einige unkonzentrierte Aktionen der Gastgeberinnen verhinderten eine frühe Vorentscheidung, stattdessen konnte Oldenburg wieder leicht verkürzen, aber nicht aufschließen, auch weil Buxtehude gleich drei Gegenstoßversuche abfangen konnte. Näher als auf 19:16 kam der VfL so nicht heran, Buxtehude kontrollierte die Begegnung obwohl die Gastgeberinnen nun selbst immer wieder technische Fehler begingen.

Oldenburg haderte weiterhin mit dem Pech im Abschluss, doch beim 21:18 bestand zwölf Minuten vor Spielende auf der Bank der Gäste immer noch Hoffnung. Aber wieder stand der Pfosten bei einem Wurf von Parchina im Weg und so konnte Buxtehude sich auf 23:19 absetzen. Dann jedoch gerieten die Gastgeberinnen in Unterzahl und diese nutzte Oldenburg um durch Fagerhus die Distanz beim 24:21 wieder auf drei Tore zu verkürzen. BSV-Coach Wolfgang Poetzsch nahm die Auszeit und anschließend gelang Lamein das 25:21. Oldenburg gab sich zwar nicht auf, aber Buxtehude hatte auch auf das 25:22 von Neuendorf die passende Antwort parat. Neumann und Schulz sorgten dann beim 27:22 für die Vorentscheidung, am Ende hieß es nach zwei weiteren Schulz-Treffern 29:23 für die Buxtehuderinnen.

Stimmen zum Spiel:

Wolfgang Poetzsch, BSV: Als erstes Gratulation an die Mannschaft. Der Kampfgeist war heute okay. Was sie heute gemacht hat, waren normale Voraussetzungen um Handball zu spielen. Ich hoffe, das der Weg nach oben zeigt. Ich bin zufrieden mit der sportlichen Leistung und jetzt schauen wir weiter, wie es in Leverkusen aussieht.

Leszek Krowicki, VfL: Ihr seid heute kein guter Gastgeber gewesen, aber damit muss ich leben. Wir haben durch den Sieg letzte Woche und das gute Spiel in Leverkusen große Hoffnung gehabt. Die haben wir auch in der zweiten Hälfte noch gehabt, dann hat Buxtehude aber drei Konter verwandelt und die Sache für sich entschieden. Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Mit einer solchen Fehlerquote ist es schwierig, gegen eine so motivierte Mannschaft zu gewinnen.

Katharina Schulz, BSV: Wir wissen, dass wir zuletzt viel Mist gebaut hatten. Heute wollten wir beseitigen, was in den vergangenen Tagen über uns geschrieben und gesagt wurde. Wir haben uns zusammengerissen, ruhig gespielt und in der Abwehr richtig gut zugepackt.

Haege Fagerhus, VfL: Buxtehude hatte in der ersten Hälfte etwas Glück. Es war dann schwerer aufzuholen, statt den Vorsprung zu verteidigen. Entscheidend war unsere Trefferquote. Auch die Deckung funktioniert nicht wie gewünscht.

Peter Prior, Manager BSV: Es wurde Zeit für ein Ausrufezeichen. Jetzt haben wir 16 Punkte und können etwas ruhiger sein. Ich denke, die Wogen haben sich geglättet.