11.01.2008 15:44 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Holger Riegel - FA Frauen / mak

FA Frauen reisen mit gutem Gefühl zu den Flames

Nach vier Wochen Pause starten die Zweitligahandballerinnen aus Bensheim/Auerbach und Göppingen am Samstag in ins neue Jahr. Um 17.30 Uhr erwartet die HSG Bensheim/Auerbach Frisch Auf. Nach der langen Pause ist man bei beiden Mannschaften etwas im Ungewissen, was die aktuelle Form angeht. FA-Trainer Emir Hadzimuhamedovic hat ein gutes Gefühl. „Die Mädels haben in der freien Zeit einiges getan um schnellstens wieder auf das Niveau der Vorrunde zu kommen“, erklärt der Coach. Für Ildiko Barna ist eines sowieso klar: „Motivieren muss ich meine Spielerinnen nicht, die sind schon heiß.“

Edina Rott wollen die FA Frauen im Auge habenEdina Rott wollen die FA Frauen im Auge haben
Quelle: sportseye.de
Seit zwei Wochen ist Frisch Auf wieder im Training und absolvierte am vergangenen Samstag ein ganztägiges Kurztrainingslager, um besser in Tritt zu kommen. Maßnahmen, die sicherlich gerechtfertigt sind, denn auch in 2008 ist Frisch Auf in der Rolle des Gejagten und jeder Gegner brennt darauf, dem Tabellenführer die erste Niederlage beizubringen.

Dies trifft natürlich auch auf die HSG Bensheim/Auerbach zu, die „Flames“ werden alles daran setzen, um Frisch Auf den Jahresauftakt zu versalzen. Zumal das Team von der Bergstraße selbst etwas unter Zugzwang in Sachen Aufstiegsspiele geraten ist. Bis zum 6. Spieltag zählte die HSG zu den härtesten Verfolgern der Grün-Weißen, hatte mit 11:1 Punkten Tuchfühlung zur Spitze. Doch in den letzten vier Partien brannte das Feuer der Flames nur noch auf Sparflamme. Einem Sieg standen drei Niederlagen gegenüber und die Mannschaft von Trainerin Ildiko Barna hat nun wieder die bereits abgeschlagen geglaubten Teams aus Markranstädt, Metzingen und Weibern im Nacken sitzen.

Der Grund für die Negativserie trägt allerdings einen Namen - Edina Rott. Seit 2001 geht die ehemalige ungarische Nationalspielerin für Bensheim auf Torejagd und ist der Kopf im HSG-Spiel. Dies wurde vor allem im Endspurt zum Jahresende deutlich, denn just zu diesem Zeitpunkt fehlte die Goalgetterin verletzungsbedingt. „Edina ist eine der stärksten Spielerin der Liga und nur schwer auszuschalten“, weiß auch Hadzimuhamedovic und dürfte weniger erfreut sein, dass Rott nun ihr Comeback feiern wird.

Natürlich darf Bensheim aber nicht nur auf die Rückraumspielerin beschränkt werden. Die HSG ist eine der schnellsten Mannschaften der Liga, die aus einer sehr offensiven Deckung blitzschnell auf ihr Konterspiel umschaltet. Zudem steht mit Eva Giron-Timmler eine Torhüterin zwischen den Pfosten, die den Grün-Weißen schon öfters Kopfschmerzen bereitete. "Das erste Spiel nach so langer Zeit ist natürlich immer so eine Sache", blickt der FA-Trainer in Richtung Bensheim und weiß, dass nur eine Topleistung für einen Erfolg sorgen kann.

Im Abschlusstraining am Donnerstag machte Hadzimuhamedovic seinem Team daher unmissverständlich klar, dass die bisher erreichten 18:0 Punkte nichts zu bedeuten haben und jedes Spiel bei „Null“ beginnt. Vor allem in der Feinabstimmung im taktischen Bereich hat der Coach in den vergangenen zwei Wochen trainieren lassen, alles mit Blickrichtung auf eine lange Rückrunde, die im Mai mit den Play-offs ihren krönenden Abschluss finden soll. Doch so weit schaut Emir Hadzimuhamedovic natürlich nur in seiner Trainingsplanung. „Ich hoffe, dass es uns gelingt in Bensheim den ersten Sieg des Jahres zu feiern“, erklärt der Trainer, der auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann.

Die Gastgeberinnen können fast in kompletter Formation auflaufen, einzig die grippekranke Weena Ghosh und die ebenfalls kranke Zsofia Moszi fallen aus. Die Schwachstellen des Gegners hat sich die Mannschaft genau angesehen. „Göppingen hat einen bärenstarken Rückraum, da spielen gleich sechs Spielerinnen auf hohem Niveau“, hat Ildiko Barna beobachtet: „So viele Wechselmöglichkeiten hat in der Liga sonst kein Team.“ Allerdings gibt es durchaus Angriffspunkte, sagt Barna: „Sie sind keine Mannschaft, die gerne viel läuft und deshalb müssen wir sie mit einer offensiven Abwehr richtig unter druck setzen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir eine Chance, allerdings müssen wir über 60 Minuten ohne allzu große Schwankungen unser Niveau halten“, schaut die Trainerin voraus.

Starke Werferinnen habe der Gegner, also fordert die ungarische Trainerin der HSG intensive Arbeit mit vielen Zweikämpfen von ihrer jungen Mannschaft. „Wir wollen uns natürlich vor unseren Zuschauern gut präsentieren. Die Halle wird hoffentlich wieder richtig voll sein, unsere Fans werden uns helfen“, freut sich nicht die Trainerin auf ein stimmungsvolles spiel am Samstag.