22.12.2007 22:17 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Heiner Lehmann – handball-world.com

Spreebirds lassen Lintfort keine Chance

Anja Ernsberger war fünf mal für die Spreebirds erfolgreich.Anja Ernsberger war fünf mal für die Spreebirds erfolgreich.
Quelle: sportseye.de
Ohne zusätzliche Weihnachtsgeschenke schicken die Berliner Spreebirds ihre Gäste aus Lintfort auf die Heimreise. Abgesehen von ausgeglichenen zehn Minuten zu Beginn der Partie erwiesen sich die Damen vom Niederrhein dabei letztlich chancenlos und kassierten folgerichtig eine herbe 32:21-Niederlage. Auf Berliner Seite konnte sich dabei vor allem Franziska Müller gut in Szene setzen, die mit sechs Treffern die meisten Feldtore für das Heimteam erzielte. Den Hauptstädterinnen gelingt damit vor dem Jahresende auch der ersehnte Befreiungsschlag, der sie die Abstiegsränge zum ersten Mal in dieser Saison verlassen läßt.

Die letzte Partie des Jahres 2007 begann zunächst mit zwei schnellen Toren von Marie-Theres Klümper für die Gäste, die die noch nicht ganz im Spiel befindlich scheinende Abwehr der Spreebirds überraschten. Nach dem Anschlußtreffer durch Juliane Lang lud dann die Lintforter Abwehr Janine Wegner regelrecht zum Ausgleich ein. Bis zur 10. Spielminute setzte sich das ausgeglichene Spiel fort, wobei auf beiden Seiten eine hohe Fehlerquote zu Tage trat.

Die erste Führung für die Spreebirds erzielte dann Juliane Rüh nach einem Steal im Tempogegenstoß (5:4/11.). Ein Treffer von Maria Bohle aus dem Rückraum und ein Doppelschlag von Franziska Müller brachten die Gastgeberinnen in der 14. Minute erstmals mit drei Toren in Front. In der Folge gelang es den Berlinerinnen, sich bis zum 11:7 abzusetzen. Damit nötigten sie TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein zur Auszeit.

Doch auch die Ansagen der Trainerin konnten den TuS-Damen nicht helfen, den Spielfluß der Spreebirds wesentlich zu stören. So setzten sich diese beim 13:7 gar auf sechs Tore ab und es schien, als würde sich das Spiel schon vor der Pause entscheiden. Einige Unkonzentriertheiten bei den Gastgeberinnen ließen das Team vom Niederrhein bis zur Pause dann jedoch wieder auf 14:10 verkürzen. Doch war im Spiel auch da schon deutlich, daß die Berlinerinnen ihre physische Überlegenheit in der zweiten Halbzeit würden ausspielen können. Der TuS hatte bereits früh mit zahlreichen Wechseln begonnen, um den Spielerinnen immer wieder Pausen zu geben, während auf der andere Seite in der 17. Minute für Maria Bohle lediglich Romy Schöner ins Spiel kam, die unter der Woche an einer Erkältung laborierte und daher zu Beginn geschont wurde.

Die zweite Halbzeit begann dann auch wie erwartet: die Spreebirds setzten sich Tor um Tor weiter ab und führten in der 42. Minute nach einem Doppelschlag von Romy Schöner erstmals mit zehn Toren. Die Gäste konnten nur noch in kurzen Phasen nennenswerte Gegenwehr leisten und mußten die Überlegenheit der Berlinerinnen anerkennen. Sie fanden weder spielerisch noch physisch Mittel, den Gastgeberinnen Paroli zu bieten. Lediglich von Larysa Heil ging noch regelmäßig Gefahr für das Tor der Hauptstädterinnen aus, das ab der 50. Minute von Linda Martin gehütet wurde. Ein tolles Zusammenspiel der beiden Youngster Franziska Müller und Anja Ernsberger sorgte schließlich in der 48. Minute für das 27:16

Spreebirds-Coach Enno Röder wechselte nun auf vielen Positionen durch und gab seinen Wechselspielerinnen Einsatzzeit. Der kleine Bruch, der dadurch ins Spiel der Berlinerinnen kam, konnte von den Gästen genutzt werden, das Ergebnis nicht weiter zugunsten der Spreebirds steigen zu lassen. Romy Schöner setzte schließlich mit ihrem achten Tor den Schlußpunkt unter das Spiel und die Punktspiele des Jahres 2007.

Stimmen zum Spiel:

Helmut Röder (Trainer SV BVG 49): „Wir mußten heute gewinnen und haben Lintfort sehr ernst genommen. Ich freue mich natürlich sehr über das gute Ergebnis heute, das auch ein tolles Weihnachtsgeschenk an die Fans ist, noch mehr aber über die positive Entwicklung der Mannschaft. Wir werden weiter alle Spiele ernst nehmen und ich bin optimistisch, daß die Mannschaft ihren Weg geht.“

Bettina Grenz-Klein (Trainerin TuS Lintfort): Ganz einfach und kurz: BVG hat heute verdient gewonnen, auch in dieser Höhe. Ich bin natürlich enttäuscht über das Ausmaß der Niederlage und die nur noch geringe Gegenwehr in der zweiten Halbzeit. Aber für uns war heute hier kein Blumentopf zu gewinnen.“

Janine Wegner (Spielerin SV BVG 49/Berliner Spielerin des Tages): „Dieser Sieg war natürlich ganz wichtig für uns. Endlich haben wir die Abstiegsränge hinter uns lassen können. Wir haben zur Zeit eine Phase, wo es richtig gut läuft. Es macht einfach viel Spaß.“