16.11.2005 21:22 Uhr - 1. Bundesliga - dpa und Dominik Schreier

Thüringer HC verliert unglücklich mit 26:28 in Dortmund

Michaela Seiffert war heute die überragende Akteurin auf dem Feld.Michaela Seiffert war heute die überragende Akteurin auf dem Feld.
Quelle: bvb
Die Handballerinnen des Thüringer HC gehen als Siebte in die zweimonatige Weltmeisterschaftspause der Bundesliga. Bei Borussia Dortmund erlitt der Aufsteiger am Mittwoch in einem packenden Spiel eine unglückliche 26:28 (12:15)-Niederlage und verpasste damit den sechsten Saisonsieg. Noch in der 55. Minute hatte der THC Erfurt-Bad-Langensalza mit 25:24 geführt, mussten nach der wohl schlechtesten Saisonleistung aber doch noch die Niederlage hinnehmen.


Die Thüringerinnen erwischten einen glänzenden Start und führten schnell mit 4:2 (7.). Es dauerte aber nicht lange, bis auch die Gastgeber richtig im Spiel waren und nach vier Treffern in Serie die Führung übernahmen. Gegen den THC, bei dem heute fast keine Spielerin Normalform erreichte, dominierte die Borussia nun klar das Geschehen, ohne allerdings selbst wirklich zu überzeugen. Trotzdem setzten sich die Schützlinge von Thomas Happe bis fünf Minuten vor der Pause auf 13:8 ab, was vor allem an der wie entfesselt aufspielenden Michaela Seiffert (sieben Treffer im ersten Durchgang) lag. Beim Aufsteiger half auch der Torwartwechsel (Geburtstagskind Wehr für die glücklose Schanze) in dieser Phase nicht weiter.
 
Doch der Aufsteiger gab sich nicht auf und kam noch vor der Halbzeitsirene wieder heran: Dank der erfahrenen Svetlana Minevskaya mit Nervenstärke vom Punkt und nun auch Feldtoren hieß es praktisch mit dem Pfiff nur noch 12:15 aus Sicht der Gäste. Zudem kassierte Dortmund mit der letzten Aktion in Durchgang eins noch eine Zweiminutenstrafe, so daß es mit Unterzahl nach Wiederbeginn weiter ging. Der THC nutzte die Überzahl mit Treffern von Höhne und Kartheuser und schaffte den 14:15 Anschluß.
 
Dortmund begann nun nervös zu werden und leistete sich zu viele Fehler, was sich nach dem 17:17 Ausgleich nach 40 Minuten noch verstärkte. Im Anschluss aber versäumte es die Mannschaft des THC, den Schwung für einen größeren Vorteil zu nutzen. Zwar legten die Gäste bis zum 25:24 jeweils die Führung vor, ein Zwei-Tore-Vorsprung sollte aber trotz aller Chancen nicht gelingen, stattdessen schaffte Dortmund immer wieder den Ausgleich.

Nachdem Kristin Kartheuser in der 42. Minute nach drei Zeitstrafen Rot gesehen hatte, musste in der 56. Minute beim Stand von 25:25 auch THC-Kreisspielerin Katrin Höhne nach drei Zeitstrafen (56.) vorzeitig vom Feld. Bei den Gästen fehlte dann in der entscheidenden Phase der Begegnung die Ordnung, Seiffert und Kliewe sorgten für das 27:25 und die Vorentscheidung. Der Thüringer HC konnte durch Lempke nur noch einmal verkürzen, der Schlussakkord war dann der mit Abstand besten Spielerin des Abends vorbehalten: Michaela Seiffert erzielte ihren heute 16. Treffer und sorgte für den 28:26 Endstand. Dortmund gewinnt ohne wirklich glänzen zu können gegen Thüringerinnen, die nur eine unterdurchschnittliche Leistung bieten konnten und somit zwar knapp aber verdient den Kürzeren zogen.

Stimmen zum Spiel:
 
Dago Leukefeld (Trainer Thüringer HC): 
"Glückwunsch an den BVB zum verdienten Sieg. Dortmund hat heute mehr Willen zum Sieg gezeigt. Ich bin von meiner Mannschaft schwer enttäuscht. Das war unsere schwächste Saisonleistung. Einige Spielerinnen meiner Mannschaft haben heute kein Bundesliganiveau erreicht."
 
Thomas Happe (Trainer Borussia Dortmund):
"Ich bin froh über den Sieg meiner Mannschaft. Das war eine starke kämpferische Vorstellung. Dickes Lob an die heute überragende Michaela Seifert."


Borussia Dortmund   -   Thüringer HC    28 : 26 (15:12)
 
Borussia Dortmund:
Anja Reiner, Marieke van der Wal
Nadine Härdter (3), Janet Kliewe (4), Mariuta Lipan, Zuzana Hrabovska,  Michaela Seifert (16/7), Kira Brandes , Friedericke Lütz , Stephanie Glathe (3), Maike Brückmann, Melanie Lorenz (2), Angelika Bensch
 
Thüringer HC:
Michaela Schanze, Elisabeth Wehr 
Julia Jurack (3), Linda Lempke (2) , Beatrix Mosert (n.e.), Kristin Kartheuser (1), Silvia Hofman (5), Katrin Höhne (4), Svetlana Minevskaja (9/5), Saskia Mulder (2), Katrin Schröder
 
Zuschauer: 300
Schiedsrichter: Klaus Pioro/ Ralph Strick ( Felsberg, Erkelenz )
Siebenmeter: 8/7 ; 6/5
Strafminuten: 12 / 14 
Disqualifikation nach dritter Zeitstrafe: Kristi Kartheuser (42.), Katrin Höhne (56.)
Beste Spielerinnen: Seiffert, van der Wal - keine