14.12.2007 16:30 Uhr - Weltmeisterschaft - mak / dpa

Bundestrainer Emrich nominiert Ania Rösler nach - Noch Hoffnung bei Krause

Bundestrainer Armin Emrich hat auf die Verletzung von Rückraumspielerin Nadine Krause reagiert und nach Informationen von handball-world.com Ania Rösler vom deutschen Meister 1. FC Nürnberg nachnominiert. Die 25-Jährige kehrt somit zum Halb-Finale in den Kader der deutschen Nationalmannschaft zurück, nachdem Emrich nach dem Vorbereitungslehrgang in Barsinghausen zunächst auf Rösler verzichtet hatte und stattdessen Maike Brückmann von der TSG Ketsch nominiert hat.

Ania Rösler am FlughafenAnia Rösler am Flughafen
Quelle: Christopher Monz
Brückmann hat aktuell Rückenprobleme und kann nicht mehr spielen. Da sich die ansonsten gesetzte Nadine Krause im Viertelfinale gegen Angola in der Schlussphase bei einem schnellen Richtungswechsel eine Bänderverletzung am Fuß zugezogen hatte, musste das deutsche Trainerteam reagieren. Krause, bei der ein Kapselanriss im rechten Sprunggelenk diagnostiziert wurde, wird derzeit intensiv behandelt. Sollte der Bandapparat stabil genug sein, wäre ein Einsatz der Kopenhagenerin mit einem entsprechenden Tape-Verband denkbar. Sollte die Welthandballerin des Jahres allerdings ausfallen, würde Deutschland ohne gelernte Rückraumlinke ins Halbfinale gegen Norwegen gehen müssen.

„Es ist nicht so schlimm, wie zunächst befürchtet. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass sie noch spielen kann. Unsere medizinische Abteilung macht alles dafür, um sie fit zu bekommen“, sagte Emrich. Der Bundestrainer betonte: „Wir wollten sicher gehen und haben Ania Rösler deswegen nachnominiert.“

Chance nutzen

Am Donnerstagabend telefonierte Emrich mit Rösler, die eigentlich am Freitagmorgen noch eine Klausur an ihrer Universität schreiben sollte. Stattdessen ist Rösler nach ihrer Ankunft um 7:40 am Flughafen um 10.30 Uhr im Mannschaftshotel in Paris eingetroffen. Emrich hatte Rösler nach dem Abschluss-Lehrgang vor der WM zugunsten von Maike Brückmann aus dem 18er-Kader gestrichen. «Da bin ich aber nicht nachtragend. Als Sportlerin bekommt man eine solche Chance nicht oft, da muss man sie am Schopf packen», sagte Rösler nach ihrer Ankunft in Paris, ihrer Geburtsstadt.

Da Armin Emrich bislang nur 15 Spielerinnen in sein Aufgebot nominiert hat, kann er nun noch eine Spielerin nachnominieren, die Meldefrist läuft 16 Stunden vor dem Anpfiff des Halbfinales ab. Eine Nachnominierung von Ingrida Radzeviciute kommt dabei allerdings nicht mehr in Frage, da sich die Leipzigerin bislang noch unbestätigten Informationen zu Folge heute im Training ihres Vereins eine Rippenverletzung zugezogen hat.

Mit der Entscheidung für Ania Rösler hat sich nun Bundestrainer Armin Emrich eine Option offen gehalten. Noch ist offen, ob Rösler auch tatsächlich zum Aufgebot im Halbfinale gegen Norwegen stehen wird. Dort wartet eine schwere Aufgabe: „Norwegen ist klarer Favorit auf den Finaleinzug. Aber wir werden natürlich nichts unversucht lassen, den Europameister zu schlagen“, meinte Emrich. Für zwei seiner Spielerinnen ist das Halbfinale so etwas wie ein Déjà-vu-Erlebnis: Genau vor zehn Jahren standen Grit Jurack und Kathrin Blacha ebenfalls gegen Norwegen im WM-Halbfinale in Berlin. „Heute ist unsere Mannschaft stärker“, sagte Blacha, die seinerzeit zwar das Halbfinale verloren, aber später mit dem Sieg über Russland WM-Bronze gewonnen hatte.

Die Norweger, Weltmeister von 1999, boten bislang eine sehr überzeugende Leistung bei den Titelkämpfen. Mit Ausnahme der Hauptrunden-Niederlage gegen Frankreich gewann das Team um Else- Marthe Soerlie-Lybekk, die für den deutschen Pokalsieger HC Leipzig spielt, jede Begegnung. „Wir wollen auf jeden Fall ins Finale“, sagte Norwegens Trainerin Marit Breivik, „aber Deutschland ist ein schwerer Gegner. Es wird ein Spiel auf hohem Niveau mit viel Tempo.“ Beim letzten Aufeinandertreffen mit Norwegen unterlag die deutsche Mannschaft bei der EM 2006 mit 22:27. Im zweiten Halbfinale am Samstag (15.00 Uhr) trifft Weltmeister Russland in der Neuauflage des WM-Finals von 2005 auf Rumänien.

Halbfinale und Finale Live

Das Halbfinale der Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Norwegen wird Live bei Eurosport zu sehen sein. Die Partie wird um 17:30 am Samstag angepfiffen werden. Eurosport überträgt das Halbfinale ab 17:30 Uhr live und wird am Sonntag ebenfalls live vom WM-Finale berichten. Sollte die deutsche Mannschaft nicht ins Finale einziehen, wird das Spiel um Platz 3 ebenfalls live übertragen.