04.12.2007 13:00 Uhr - Weltmeisterschaft - Natalie Leclerq - dpa

Drei «Hobby-Journalistinnen» im WM-Team: Flotte Sprüche, Top-Analysen

Im Team von handball-world.com: Nina Wörz Im Team von handball-world.com: Nina Wörz
Quelle: Christian Ciemalla
Wenn sie nicht gerade selbst Tore werfen, hämmern sie auf ihren Laptops, interviewen Gleichgesinnte oder treffen mit flotten Sprüchen Top-Analysen: Mit den Kreisläuferinnen Kathrin Blacha und Anja Althaus sowie Spielmacherin Nina Wörz haben die deutschen Handball-Frauen bei der Weltmeisterschaft in Frankreich gleich drei «Hobby-Journalistinnen» im Team. «Das ist doch eine Supersache und eine gute Öffentlichkeitsarbeit für unsere Sportart. Ich habe kein Problem damit, denn ich weiß, das mannschaftsinterne Dinge nicht an die Öffentlichkeit getragen werden», sagte Bundestrainer Armin Emrich am Dienstag in Nantes.

Die 37-jährige Blacha vom Thüringer HC, die eigentlich ihre aktive Karriere schon beendet hatte, machte aus ihrem Hobby fast schon eine Festanstellung. Seit dem Sommer arbeitet die Diplom-Sportlehrerin beim Internet-Fernsehsender Sportdigital als Interviewerin für den Kanal HBL.TV bei Spielen der Männer-Bundesliga. «Ich habe mir in der vergangenen Saison zwei Übertragungen vor Ort angeschaut, war dann als redaktionelle Mitarbeiterin dabei und wurde zur Interviewerin. Das macht mir richtig Spaß. Ich wollte dem Sport auch nach meiner aktiven Zeit verbunden bleiben und ich freue mich, dass Handball nach der WM-Euphorie immer populärer für die Medien wird», meinte Blacha und betonte: «Vielleicht schaffen wir Frauen es auch einmal öfter ins Fernsehen. Denn unser Sport ist sehr telegen und richtig attraktiv.»

Die gleiche Hoffnung hat auch Wörz, die für sich noch nicht entschieden hat, ob sie später eher der schreibenden Zunft oder den Fernsehmachern angehören will. «Man muss sehen, wo und wann ich meine Karriere beende. Ich will aber die Zeit nutzen, um Kontakte zu knüpfen», sagte die Spielmacherin von Randers HK, die zugleich Dänemark-Korrespondentin für das Internet-Portal «Handball-World.com» ist und zudem für das internationale Frauen-Handball-Magazin «Time- Out» schreibt. Zuvor hatte sie ein journalistisches Fernstudium abgeschlossen.

Kalt ins Wasser geworfen wurde hingegen Althaus, die nur wegen ihrer Verletzung außerhalb des Parketts zum Einsatz kommt. Die 25- Jährige ist bei den deutschen Vorrunden-Spielen Co-Kommentatorin für den Sender Eurosport und sorgt mit kesser Lippe für flotte Sprüche. «Das ist richtig klasse. Ich habe schon viele SMS aus der Heimat bekommen, die bezeugen, dass ich meine Sache scheinbar ganz gut mache. Eigentlich ist das genau mein Ding: Ich rede gern frei Schnauze», sagte Althaus, die zunächst als Werbetechnikerin, dann als Friseurin arbeitete. Ein Job in der Medienbranche war ihr zuvor noch nicht in den Sinn gekommen. Mittlerweile hat sie Gefallen daran gefunden, sagt aber auch: «Ich hoffe zwar, dass ich noch ein bisschen TV-Erfahrung sammeln kann, aber noch lieber würde ich meiner Mannschaft auf dem Feld helfen.»




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Foto: Christopher Monz