03.12.2007 23:30 Uhr - Weltmeisterschaft - Christian Ciemalla

China scheitert an der polnischen Deckung

Magdalena ChemiczMagdalena Chemicz
Quelle: Hermann Jack
Im gestrigen Spiel gegen Rumänien hatte China auf sich aufmerksam gemacht und hätte den Vizeweltmeister beinahe überrascht, doch der polnische Trainer Zenon Lakomy scheint dieses Spiel bestens analysiert zu haben. Mit einer überragenden Deckungsleistung und einer glänzenden Magdalena Chemicz im Tor, die mit zwanzig Paraden beste Spielerin war, nahm Polen China früh den Wind aus den Segeln. Durch den 27:20-Erfolg steht Polen bereits vor dem morgigen Spiel gegen Rumänien in der Hauptrunde.

Nach 26 Sekunden musste Magdalena Chemicz den Ball das erste Mal aus dem eigenen Tornetz holen, Shasha Wang hatte die Chinesinnen mit 0:1 in Führung gebracht. Doch dieses Bild charakterisierte den weiteren Verlauf des Spiels keineswegs. Wang erzielte zwar noch vier weitere Tore, hatte dabei aber auch elf Versuche in der Folge zu verbuchen. Viele davon waren eine Beute von Magdalena Chemicz geworden, die hinter einen unglaublich aufmerksamen Deckung eine glänzende Partie spielte.

Izabella Duda aus dem Rückraum und Kinga Polenz hatten die Führung schnell zu den Polinnen wandern lassen und mit zwei Toren im Fastbreak bauten die Europäerinnen ihren Vorsprung umgehend auf 4:1 aus. Zenom Lakomy schien den gestrigen Auftritt der Chinesinnen gegen Rumänien bestens analysiert zu haben und seine Mannschaft konnte seine Marschrichtung insbesondere in der Deckung perfekt umsetzen. Die Chinesinnen fanden einfach keine Lücke im polnischen Abwehrverbund, es blieben nur Versuche aus der Distanz und diese wurden zumeist die Beute von Chemicz, die auch den chinesischen Flügelspielerinnen schnell den Schneid abkaufte.

Bereits beim 8:3 in der zwölften Spielminute hatten sich die Polinnen einen deutlichen Vorsprung erspielt und beim 13:6 schien nach 23 Minuten bereits eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch die ersten Wechsel im polnischen Team nutzte China dann, um bis zum Seitenwechsel auf 15:10 zu verkürzen. Ein Doppelschlag von Karolina Kudlacz und Izabella Duda sorgte dann aber gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts für klare Verhältnisse: Polen führte mit 17:10 und wenig später erhöhte Dorota Malczewska die Distanz beim 19:11 sogar auf acht Tore.

Doch China konnte seine Klasse zumindest phasenweise andeuten. Sobald die Polinnen nur ein klein wenig in der Deckung nachließen, kam der Gastgeber der nächsten Olympischen Spiele wieder auf. Nach sechs torlosen Minuten hatten die Chinesinnen auf 19:14 verkürzt, doch spätestens nach einem Doppelschlag von Kudlacz zum 22:15 war klar, dass sich Polen dieses Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Dank einer weiterhin konzentrierten Leistung gewannen die Europäerinnen am Ende verdient mit 27:20 und durften bereits den Einzug in die Hauptrunde bejubeln.