28.06.2022 09:09 Uhr - International - Wieland Berkholz, red

Traum von Olympia 2028 mit den USA: Lani Gronwald von Frisch Auf Göppingen im Interview

Lani Gronwald Lani Gronwald
Quelle: Wieland Berkholz
Die USA nehmen aktuell zum ersten Mal an einer U20-Weltmeisterschaft der Juniorinnen teil. Der zweite Platz in der Nordamerikaqualifikation ermöglichte die Teilnahme. Das Team besteht dabei zum Großteil aus Spielerinnen, die außerhalb der USA leben und über ein Elternteil die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen. Eden Nesper, Julia Rienhardt und Lani Gronwald sind in Deutschland aufgewachsen und handballerisch ausgebildet worden. Handball-World sprach mit Torhüterin Lani Gronwald von Frisch Auf Göppingen über das aktuelle Turnier und ihre weiteren Pläne.

Hallo Lani, Kannst du uns kurz Deine bisherige sportliche Karriere erläutern?

Lani Gronwald:
Ich habe in der D-Jugend bei meinem Dorfverein in Höfingen angefangen und bin dann zum SV Leonberg/Eltingen gewechselt. Über die Hbi Weilimdorf / Feuerbach bin ich dann im letzten Jahr in die A-Jugend von Frisch Auf Göppingen gewechselt und habe dort in der A-Jugend-Bundesliga gespielt.

Wie bist du in den Fokus des USA-Trainerteams gelangt?

Lani Gronwald:
Mit Julia Rienhardt, die auch hier im Team steht, habe ich gemeinsam bei Frisch Auf Göppingen in der A-Jugend-Bundesliga gespielt. Julia ist dann ins Ausland gewechselt. Sie war schon in der Auswahl und hat den Trainern einen Tipp gegeben. Mein Vater ist US-Amerikaner und dadurch habe ich auch den amerikanischen Pass.

Wann bist du dann zur Mannschaft gestoßen?

Lani Gronwald:
Für mich ist es das erste Turnier. Wir haben uns eine Woche zuvor in Ungarn getroffen. Dort sollten auch zwei Testspiele stattfinden. Doch da wir Coronafälle in der Mannschaft hatten, sind diese leider ausgefallen. Somit bin ich hier zu meiner Länderspielpremiere gekommen.

Aus welchen Ländern kommen deine Mitspielerinnen?

Lani Gronwald:
Wir haben eine Mexikanerin, eine Argentinierin, eine Norwegerin, eine Amerikanerin, die aber in Frankreich lebt, zwei Schwedinnen und eine Kanadierin. Dazu wir drei Deutschen. Die Trainerin Edina Borsos ist Ungarin und hat lange in Frankreich im Profibereich trainiert.

Die Niederlagen bei der U20-WM fielen bisher sehr hoch aus. Wie gehst du mit dieser neuen Konstellation um?

Lani Gronwald:
Natürlich ist das eine völlig neue Erfahrung. Man muss aber bedenken, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, die sich ja auch zum ersten Mal überhaupt für eine Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Wir haben im Presidents Cup schon das Ziel, wenigstens ein Spiel zu gewinnen. Wir machen auch Fortschritte von Spiel zu Spiel. Wie schon gesagt, fielen die beiden Testspiele in der Vorbereitung aus.

Wie gehst du mit dieser großen Belastung um? Ihr spielt immer im Rhythmus von zwei Spielen und einem freien Tag.

Lani Gronwald:
Für mich persönlich ist das keine große Umstellung. In Göppingen habe ich auch zuletzt fünfmal trainiert und teilweise zwei Spiele in einer Woche gespielt. Aber wir haben natürlich hier sehr viele Physiotherapeuten.

2028 finden die Olympischen Spiele in Los Angeles statt - träumst Du von einer Olympia-Teilnahme?

Lani Gronwald:
Ja, davon träume ich. Auf alle Fälle werde ich weitermachen, falls ich berufen werden sollte. Ich versuche weiterhin auf möglichst hohem Niveau zu spielen. In der kommenden Saison spiele ich weiterhin in der A-Jugend-Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen. Zudem trainiere ich schon bei den Damen mit.