25.06.2022 21:33 Uhr - Jugend/Juniorinnen - Wieland Berkholz, red

U20-WM der Juniorinnen: Deutschland schlägt Slowenien und nimmt zwei Punkte mit in die Hauptrunde

Lucy Jörgens verletzte sich im Spiel der DHB-Juniorinnen gegen SlowenienLucy Jörgens verletzte sich im Spiel der DHB-Juniorinnen gegen Slowenien
Quelle: Wieland Berkholz
Die DHB-Auswahl hat bei der U20-Weltmeisterschaft der Juniorinnen nach den Pflichtsiegen gegen Chile und Mexiko mit einem ungefährdeten 27:21-Sieg gegen Gastgeber Slowenien die Vorrunde beendet. Deutschland nimmt so zwei Punkte mit in die Zwischenrunde, wo Tschechien und Angola warten. Der Sieg wurde durch die Schulterverletzung von Lucy Jörgens überschattet: Die Spielmacherin verletzte sich in Hälfte Zwei und wurde direkt aus der Halle in ein Krankenhaus gefahren.

Die kleinere der beiden Hallen in Celje, die Golovec-Halle, war gut gefüllt. Etwa 300 Zuschauer sorgten für eine gute Stimmung. Die deutsche Mannschaft startete gut ins Spiel und ließ die Sloweninnen nur schwer ins Spiel kommen. Bis zur 20 Minute wurden nur sechs Gegentore zugelassen.

Torhüterin Alexandra Humpert parierte gleich zu Beginn eine freie Wurfgelegenheit der Gastgeberinnen und anschließend den ersten Strafwurf der Begegnung. Auch eine doppelte Unterzahlsituation in der 24 Minute überstand die DHB-Sieben, ohne den Vorsprung von fünf Toren beim 12_7 in Gefahr zu bringen.

Die auffälligste Spielerin des Gegners - Rückraumspielerin Ivona Barukcic - wurde gegen Ende der ersten Halbzeit in Manndeckung genommen, ansonsten deckte die vor dem Turnier neu zusammen gestellte DHB-Auswahl aggressiv und antizipierend.

Nach dem Seitenwechsel ereilte ein weiterer Schicksalsschlag das Team von Andrè Fuhr. Nachdem vor Turnierbeginn die gelernte Rückraumspielerin Annika Hampel mit einer Coronainfektion passen musste, erwischte es nun Lucy Jörgens.

Die Solinger Spielerin hatte bis dahin klug Regie geführt. Nach einem frontalen Zusammenstoß mit einer Gegenspielerin musste Jörgens dann aber minutenlang behandelt werden und anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden. Befürchtet wird eine Schulterverletzung. "Wir befürchten eine schwerwiegende Schulterverletzung. Für Lucy ist das Turnier vorbei. Das tut mir für sie unendlich leid", kommentierte Bundestrainer André Fuhr den unglücklichen Zwischenfall auf der DHB-Homepage.

Es war nicht der einzige Rückschlag: Kurz danach wurde Torhüterin Humpert mit einem Wurf aus unmittelbarer Distanz am Kopf getroffen. Die Lintforterin spielte zunächst weiter, musste kurz danach dann aber doch vom Parkett. Für die bis dahin mit einer Abwehrquote von über fünfzig Prozent herausragende Torfrau kam Annabell Krüger.

Die Rolle der Spielmacherin nahm unterdessen die Blombergerin Emma Hertha ein, eine Linkshänderin. Die deutsche Mannschaft zeigte sich unbeeindruckt und verteidigte den Vorsprung - vom 17:11 bis zum 21:14 blieb der Abstand konstant. Die Sloweninnen kamen noch einmal auf, doch näher aus auf vier Tore kamen die Gastgeberinnen nicht heran.

Spätestens mit dem 25:19 war die Entscheidung gefallen, auch weil bei den Sloweninnen die Kräfte nachließen. Auffälligste Spielerin auf dem Feld war Linkshänderin Nina Engel, welche für ihre sieben Tore nur zehn Versuche benötigte.

Stimmen zum Spiel:



Andre Fuhr:
Wir wussten was uns erwartet und haben mit einer guten Deckung die Schlüsselspielerinnen auf Seiten des Gegners im Griff gehabt. Der Schlüssel zum Erfolg war die gute Deckungsarbeit und auch das Spieltempo wurde hochgehalten. Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht ganz zufrieden. Da sind uns zu viele Fehler unterlaufen.

Ales Veber, Co-Trainer Slowenien:
Ich hatte den Eindruck als hätten unsere Spielerinnen viel zu großen Respekt. Vielleicht dachten sie noch an die hohe Niederlage im vergangenen Jahr. Unser Spieltempo war viel zu niedrig und so konnten wir Deutschland nie in Bedrängnis bringen.

Deutschland - Slowenien 27 : 21 (14:10)

Deutschland:
Humpert, Krüger
Pfleiderer (1), Jörgens (3), Seidel, Hertha (2), Ziercke (1), Heider (1), Tietjen (4), Engel (7), E. Ruwe (2/2), L. Ruwe (3), Schaube (1), Gerstweiler (1), Weyers (1), Bessert.

Slowenien:
Posega, Kuralt
Barukcic (5), Kolobaric (1), Zener (2), Zulic, Tomic (1), Ocepek, Novak (4/1), Polak, Markovic (1), Taeng On Cokelc, Cernigoj (3/1), Artelj (1), Dobnik, Klemencic (3).

Relive im Video: Deutschland vs. Slowenien






Das aktuelle Aufgebot der U20-Nationalmannschaft:




Nr. Name Position Geburtstag Verein
5 Marie Pfleiderer RM 20.01.2002 MTV Heide
6 Lucy Jörgens RM 15.07.2002 HSV Solingen-Gräfrath
7 Lara Seidel LA 29.06.2003 HC Leipzig
8 Emma Hertha RA 23.10.2002 HSG Blomberg-Lippe
9 Mia Ziercke LA 31.12.2003 HSG Blomberg-Lippe
10 Lotta Heider RA 15.01.2002 HSG Bensheim/Auerbach
11 Judith Tietjen RA 24.02.2002 SV Union Halle-Neustadt
12 Alexandra Humpert TH 05.12.2002 TuS Lintfort
13 Nina Engel RR 25.04.2003 SV Werder Bremen
14 Emma Ruwe RM 03.02.2002 HSG Blomberg-Lippe
15 Leni Ruwe RL 28.10.2004 HSG Blomberg-Lippe
16 Annabell Krüger TH 30.08.2002 HC Leipzig
19 Jonna Schaube KM 29.04.2003 VfL Bad Schwartau
20 Lotta Gerstweiler RL 19.02.2003 SG Schozach-Bottwartal
21 Sophie Weyers KM 10.05.2002 VfL Oldenburg
23 Tyra Bessert RM 04.05.2002 HC Leipzig

Andre Fuhr T 11.04.1971

Gisa Klaunig Co-T 24.11.1991

Clara Woltering TW-T 02.03.1983


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