06.06.2022 10:15 Uhr - 1. Bundesliga - Carsten Roloff, dpa

"Ziehe den Hut": BSV Sachsen Zwickau feiert den Klassenerhalt

Zwickau setzte sich gegen Göppingen durch.Zwickau setzte sich gegen Göppingen durch.
Quelle: Marko Unger, BSV Sachsen Zwickau
Selten wurde eine Niederlage so begeistert gefeiert. Die Zwickauer Handballerinnen ließen ihrer Freude nach dem 26:27 (10:10) in Göppingen freien Lauf, sie hatten allen Grund dazu. Das Resultat reichte dem BSV Sachsen nach dem 25:21 (13:14)-Erfolg im Relegations-Hinspiel, um den Verbleib in der Bundesliga zu schaffen. "Die Mannschaft hat sich im Verlauf der Saison enorm entwickelt sowie an Mentalität und Erfahrung gewonnen. Ich ziehe den Hut vor dem Team, wie es nach mehrfachem Rückstand von drei Toren ruhig geblieben und wieder zurückgekommen ist", sagte Trainer Normen Rentsch.

Vor drei Wochen war der Aufsteiger aus Sachsen dem Abstieg bereits gefährlich nahe. Erst durch den 29:22-Erfolg in Oldenburg gab der BSV am letzten Spieltag den letzten Platz an die HL Buchholz 08-Rosengarten ab und rettete sich in die Relegation gegen den Zweitligisten Frisch Auf Göppingen.

In den beiden entscheidenden Partien konnte sich das Trainergespann mit Rentsch und Dietmar Schmidt vor allem auf Nele Kurzke verlassen. Die Torfrau parierte in beiden Partien insgesamt 31 Würfe. Dank ihrer Leistung überstand der Bundesligist auch kritische Phasen im Rückspiel.

"Dieses Auf und Ab war nichts für schwache Nerven. Klar ging mir bei den Zwischenständen von 4:7 oder 16:19 eine Menge durch den Kopf. Glücklicherweise konnten wir dann einen höheren Rückstand verhindern", sagte Kurzke. Den Erfolg will sie nun erstmal in Ruhe genießen.

Die bis Samstag ungewisse sportliche Zukunft hat die Planungen für das kommende Spieljahr für die Verantwortlichen indes nicht einfacher gemacht, der Verein steht vor einem personellen Umbruch. In Jenny Choinowski, Isa-Sophie Rösike, Carlotta Fege (alle Laufbahnende), Petra Nagy (UHC Tulln/Österreich), Pia Adams (HSV Solingen-Gräfrath), Anna Lena Hausherr (BVB Dortmund), Chantal Wick (Ziel unbekannt) und Ela Szott (Füchse Berlin) verlassen acht Spielerinnen den BSV.

"Die Fluktuation in der Liga ist groß. Vor dem gleichen Problem stehen auch die Konkurrenten. Wir wollen den nächsten Schritt gehen und uns in der Liga etablieren", sagte Rentsch. Er bleibt gelassen, denn sechs neue Spielerinnen sind trotz der lange offenen Situation bereits verpflichtet wurden: Nora Jakobsson van Stam, Hannele Nilsson (beide Skövde HF), Laura Nagy (Handballakademie Ungarn), Lea Sophie Walkowiak (HC Erlangen), Aud Ingrid Silseth (Algard/Norwegen) und Natacha Buhl (VfL Oldenburg). Wichtig für Rentsch ist jedoch, dass er auch nächste Saison wieder auf seine Torfrau Kurzke bauen kann.

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