04.06.2022 19:43 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß

Relegation Handball Bundesliga Frauen: Göppingen vergibt zu viele Chancen, Zwickau bleibt erstklassig

Jenny Choinowski war mit sieben Treffern aus acht Würfen beste Schützin bei ZwickauJenny Choinowski war mit sieben Treffern aus acht Würfen beste Schützin bei Zwickau
Quelle: Marko Unger, BSV Sachsen Zwickau
Bei bester Stimmung vor 2698 Zuschauern in der EWS Arena war das Rückspiel in der HBF-Relegation am Ende für Frisch Auf Göppingen ein Spiel mit vergebenen Chancen. Dreimal lagen die Gastgeberinnen mit drei Toren vorne, dreimal gelang es ihnen anschließend nicht, die Hinspiel-Niederlage mit vier Treffern zu egalisieren. Der BSV Sachsen Zwickau behielt in allen stressigen Situationen kühlen Kopf und bleibt nach dem 26:27 (10:10) Erstligist, Göppingen zweitklassig.

Die erste Halbzeit des Relegations-Rückspiels war eine wilde Fahrt. Frisch Auf Göppingen erzielte den ersten Treffer und gestaltete die erste Viertelstunde, konnte sich aber nach dem furiosen Treffer von Lotta Woch, über die erste Welle zum 5:4 (12.) und dem ebenso rasant erzielten 6:4 durch Louisa Wolf nicht weiter absetzen. Nele Kurzke parierte sowohl einen schnellen Abschluss von Wolf als auch den folgenden Konter von de Bellis. Die Torhüterin hielt den BSV Sachsen Zwickau im Spiel.

Offensiv hatten die Gäste aus Sachsen wenig zu bieten, ihre Abwehrleistung wurde aber zunehmend stärker. Nach Wolfs Siebenmeter zum 7:4 (17.) gelang Göppingen neun Minuten lang kein Treffer. Nach dem Hinspielsieg hatte Zwickau ohnehin ein Polster von vier Toren im Gepäck, und über die kompakte Deckung, die nun sowohl Tinti am Kreis als auch den Rückraum der Gastgeberinnen fest im Blick hatte, erarbeiteten die Gäste sich drei Minuten vor der Pause einen 8:7-Vorsprung.

Die erste Halbzeit endete 10:10 und war ein ewiges Hin-und-her, geschuldet den vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Dabei hatte Göppingen den acht Kurzke-Paraden eine eigene Torhüter-Leistung entgegenzusetzen, Bocka hielt fünfmal. Der Spielaufbau der Grün-Weißen war aber oft träge, während Zwickau die Schwäbinnen in der Schlussphase, vor allem durch die eingewechselte Choinowski, richtiggehend auskonterte. Der Erstligist behielt bislang alle Trümpfe in der Hand.

In der zweiten Spielhälfte hatten die Gastgeber nach Wyders 16:13-Treffer abermals die Chance auf die Vier-Tore-Führung, womit der Rückstand aus dem Hinspiel egalisiert gewesen wäre. Abermals verpasste die Sieben von Nico Kiener den Lucky Punch. Begünstigt durch technische Fehler und schwache Abschlüsse Göppingens drehte bei Zwickau erst Nele Kurzke erneut auf, dann riss die bislang wenig sichtbare Schlüsselspielerin Pia Adams das Spiel an sich und stellte auf 17:16 (44.).

Göppingen baute den Vorsprung neu auf und lag mit 19:16 (48.) zum dritten Mal mit drei Toren vorne. Wieder gelang die Vier-Tore-Führung nicht. Überdies musste Louisa Wolf für die restliche Spielzeit zusehen, da sie die konternde Petra Nagy nicht regelgerecht stoppen konnte und disqualifiziert wurde. Die Schwäbinnen verloren danach den Faden und den Vorsprung. Nach Choinowskis 19:21-Treffer (52.) war vorzeitig klar: Zwickau bleibt oben, Göppingen zweitklassig.

Die Stimmung in der EWS Arena blieb trotz dieser aus Göppinger Sicht schwierigen Lage gut. Die Siebenmeter-Parade von Oliwia Kaminska beim Stand von 26:25 wurde frenetisch gefeiert, ebenso wie der Reflex, mit dem die Polin den 27:26-Rückspielsieg festhielt. Nach den 120 Spielminuten feierte der BSV Sachen Zwickau mit seinen mitgereisten Fans. Die Göppinger Fans spendeten beim Abklatschen der beiden Teams einen donnernden Applaus für die gezeigte Leistung.

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