02.12.2007 16:26 Uhr - Weltmeisterschaft - Sebastian Kayser

Österreich: Mit Turbo-Plach zum Auftaktsieg

Herbert Müller konnte sich über einen Auftakterfolg freuenHerbert Müller konnte sich über einen Auftakterfolg freuen
Quelle: HAGENpress.com
Einen nie gefährdeten 32:19 (18:9)-Sieg gegen die Dominikanische Republik hat Österreich zum Auftakt der Handball-WM eingefahren. In Lyon avancierte dabei Isabell Plach (Hypo Niederösterreich) mit sieben Toren zur besten Werferin. Für den Außenseiter aus der Karibik traf Judith Granado (Santo Domingo Este) am Besten, die neunmal einnetzte.

Österreichs Teamchef Herbert Müller erlebte jedoch zunächst keinen fröhlichen Tag. Am Morgen musste er den Schock verdauen, dass die gerade eingebürgerte Gorica Acimovic (Hypo Niederösterreich) bei der WM nicht spielen darf. Der Weltverband IHF hatte festgestellt, dass die gebürtige Bosnierin vor zwei Jahren und acht Monaten noch für die Juniorinnen ihres Heimatlandes spielte. Da die Sperre nach Auswahleinsätzen nach den Statuten aber drei Jahre beträgt, muss Müller auf seine beste Aktive in der Vorbereitung, auf die auch die Taktik ausgerichtet war, verzichten.

Gegen die Dominikanische Republik merkte man das noch nicht. Plach warf die ersten vier Treffer zum 4:1 und profitierte dabei wie später auch ihre Kolleginnen vom mangelnden Niveau ihrer Gegnerinnen, die ein ums andere Mal leichtfertig die Bälle verloren. Torfrau Petra Blazek konnte daher lange Zeit "nur" durch zwei gehaltene Siebenmeter sowie langen Pässen glänzen, da sie ansonsten kaum geprüft wurde. Einzig die schwergewichtige Rückraum-Linke Granado machte Rot-Weiß-Rot das Leben schwer, zumindest so lange, bis Müller sie durch die überragende Plach in Manndeckung nehmen ließ.

So zog Team Austria Tor um Tor davon und hatte beim 18:8 erstmals zehn Treffer Vorsprung. Nun kamen auch die Reservistinnen, zu denen auch der im Moment vereinslose Ex-Star Marina Budecevic zählte, zu größeren Spielanteilen. Die nutzte vor allem Rückraumspielerin Beate Scheffknecht, die mit vier Toren aus fünf Versuchen ein gelungenes WM-Debüt feierte. Von den etablierten Österreicherinnen war Kreisläuferin Simona Spiridon mit einer hundertprozentigen Trefferquote bei fünf Versuchen eine Klasse für sich.

Trotz des klaren Erfolges lief bei den Mädels aus der Alpenrepublik aber längst nicht alles rund. So vergab Laura Magelinskas (McDonalds Wiener Neustadt) beide Siebenmeter kläglich und über Rechtsaußen brauchte Sabrina Thurner für ihre vier Treffer zehn Versuche. Auch Katrin Engel kam zu wenig zum Zug, was in den beiden anderen Gruppenspielen gegen Angola und Norwegen tödlich sein könnte.

Zum Glück hatte aber Crisleidy Hernandez (Distrito), die emsige Aufbauspielerin der Karibik-Girls, einen rabenschwarzen Tag und hatte nur bei drei ihrer elf Versuche Glück. So konnte Müller es sich leisten, nach Blazek und Oldie Natalja Rusnatschenko auch Natascha Schilk, mit 1,66 m die wohl kleinste Torfrau des WM-Turniers, einzusetzen, die prompt einen Siebenmeter hielt. Der klare Sieg, der auch höher als 32:19 hätte ausfallen können, wurde somit sicher eingefahren.

"Es war ein sehr erfreulicher Auftakt. Wir haben die Favoritenrolle angenommen und schnell in die Partie gefunden. Besonders Isabel Plach war herausragend. Die schnelle Führung hat der Mannschaft Sicherheit gegeben, wir konnten so die Partie wirklich souverän gestalten", so Teamchef Herbert Müller. Bereits am Montag geht es für die ÖHB-Damen gegen Angola. Die Afrikanerinnen unterlagen Titelkandidaten Norwegen nur 26:32. "Angola hat mich wirklich beeindruckt. Die Trauben hängen morgen sehr hoch", erwartet Müller eine schwierige Aufgabe.