22.05.2022 11:12 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, PM Vereine, red

Dortmund nach Niederlage gegen Thüringer HC: "Das war keine gute Leistung von uns"

Merel Freriks erzielte fünf Tore für den BVB.Merel Freriks erzielte fünf Tore für den BVB.
Quelle: Stummbillig, BVB
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben sich in ihrem letzten Heimspiel in dieser Bundesliga-Saison noch einmal von ihrer besten Seite präsentiert. Das Team von Trainer Herbert Müller gewann am Samstagabend gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund nach einer rundum überzeugenden Vorstellung mit 38:27 (17:14). Beste Werferin des THC war die Ex-Dortmunderin Jennifer Rode mit sieben Toren.

Schon nach 30 Sekunden legte der Thüringer HC zum 1:0 vor. Das war ein erstes Achtungszeichen, auch wenn der BVB sofort ausglich. Kerstin Kündig platzierte den zweiten und dritten Wurf auf das Tor der Gäste im Netz. Zweieinhalb Minuten benötigte der THC, um mit 3:1 in Führung zu gehen. Nach 4:37 Minuten hatte Andre Fuhr beim Stand von 5:2 genug gesehen und bat zur Auszeit an die Seitenlinie. Seine Ansprache war deutlich.

Überzeugend in der Abwehr stand der THC dem Druck des BVB offensiv gegenüber und verteidigte die knappe Führung. Irma Schjött parierte mehrfach in der Anfangsphase und verschaffte ihrer Mannschaft so die nötige Sicherheit im gesamten Spielverlauf. Bei einigen brenzligen Situationen war auf sie Verlass. Kerstin Kündig führte mit viel Übersicht Regie im Angriff.

Die Borussinnen drückten aufs Tempo und kämpften verbissen um den Ballgewinn. Jede Lücke wurde gesucht. In der 12. Minute stand ein 7:6 auf der Anzeigetafel, zu dem Anika Niederwieser, trotz ihrer Fingerverletzung zwei Tore beisteuerte. Die Gäste hatten sich auf den THC eingespielt und hielten dagegen, so war der 7:7-Ausgleich die logische Folge.

Das Tempogegenstoßtor von Tina Abdulla zum 8:9 für die Gäste zwang Coach Herbert Müller zum Team Timeout. Der THC ließ sich zu einfachen Fehlern im Abschluss hinreißen, diese Ballverluste bestrafte der BVB sofort. Die Gästeabwehr griff beherzt zu und Jennifer Gutierrez Bermeo musste auf die Bank. Das Unterzahlspiel löste Andre Fuhr mit Empty Goal. Irma Schjött hielt den THC schadlos und bereitete die Chance vor, die Führung zu übernehmen.

Annika Meyer nutzte die Gelegenheit und brachte den THC mit 10:9 vor. Es blieb weiterhin eng und die Mannschaften agierten auf Augenhöhe, eine legte vor, die andere glich aus. Nach sehenswertem Treffer von Lydia Jakubisova ging es mit einer 15:13-Führung in die Schlussphase der ersten Halbzeit. Die Gastgeberinnen liefen zur Höchstform auf, bauten die Führung zwischenzeitlich auf vier Tore aus. Beim Stand von 17:14 ertönte die Pausensirene.

Mit dem ersten Treffer der zweiten Halbzeit erhöhte der THC auf 18:14. Mehrfach verhinderte die Abwehr der Gastgeberinnen und Irma Schjött den Gegentreffer, dazu kam Pech für den BVB mit Treffern ans Aluminium. Die Thüringer Gastgeberinnen überzeugten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und dem bedingungslosen Willen zum Sieg. Um jeden Ball wurde hart gekämpft. Schade, das Kerstin Kündig zu Beginn der 38. Minute mit einem Strafwurf an Yara Ten Holte scheiterte, trotzdem ging der Schwung nicht verloren.

Yuki Tanabe sicherte mehrfach im Spiel die Abpraller. 40 Minuten waren gespielt, BVB-Coach Andre Fuhr hatte nach dem 7 m-Treffer von Asli Iskit zum 23:17 genug und Redebedarf mit seinen Spielerinnen. Der THC zeigte das wohl beste Spiel der Saison an diesem Abend.



Die direkte Deckung von Kerstin Kündig schaffte Räume, den die anderen Mitspielerinnen gut nutzten. Vor allem Jennifer Rode konnte mit sechs Toren bis zu diesem Zeitpunkt überzeugten. Mitte der zweiten Halbzeit führten die Gastgeberinnen mit 26:20.

Kein Grund, sich auszuruhen. Immer wieder zeigten die Dortmunderinnen, dass sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden waren und ließen ihre Stärken aufblitzen. Zehn Minuten musste der THC noch kämpfen. Irma Schjött kassierte einen Strafwurf von Frida Rønning und danach noch zwei Würfe auf ihr Gehäuse. Für den THC lief alles perfekt, Labrina Tsakalou netzte in der 52. Minute zum 30:22 ein. Damit sollte die Vorentscheidung gefallen sein.

Für den BVB ging es nur noch darum, das Ergebnis überschaubar zu halten. Mit zwei erfolgreich versenkten Strafwürfen gelang das - 33:25. Die Antwort lieferte Asli Iskit mit dem Tor zum 34:25 und Laura Kuske mit einer tollen Parade. Das 35:25, den erstmaligen Zehntorevorsprung, den sich keiner vor der Begegnung erträumt hätte, erzielte Johanna Reichert. Den Schlusspunkt unter diese rasant gespielte Partie setzte die erfahrene Lydia Jakubisova mit einem Tempogegenstoßtor zum 38:27.

"Wir hatten der Leidenschaft, die von der Tribüne auf die Mannschaft des THC überging, nichts entgegenzusetzen. Das war keine gute Leistung von uns", zeigte sich André Fuhr nach dem Abpfiff unzufrieden. Thüringer HC: Laura Kuske, Irma Elisabet Schjött, Annika Meyer 2, Yuki Tanabe 3, Asli Iskit 3/1, Anika Niederwieser 2, Lamprini Tsakalou 5, Kerstin Kündig 6/1,Lydia Jakubisova 5, Johanna Reichert 4, Kim Braun, Jennifer Rode 7, Miranda Schmidt-Robben 1.

BVB 09 Dortmund: Yan Li Stannies, Yara ten Holte; Alina Grijseels 6/3, Mie Sando, Mia Zschocke 1, Tessa van Zijl 1, Jacqueline Moreno, Tina Abdulla 2, Jennifer Gutierrez Bermejo, Merel Freriks 5, Haruno Sasaki 1, Laura van der Heijden 6/2, Frida Rønning 4, Jana Nordberg, Paulina Uscinowicz 1.