16.05.2022 09:29 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Flames haben "Ziel erreicht", Handball-Luchse "zu viele Minuten völlig von der Rolle"

Saskia Fackel, Christin Kühlborn und Ines Ivancok wurden verabschiedetSaskia Fackel, Christin Kühlborn und Ines Ivancok wurden verabschiedet
Quelle: Andrea Müller, Flames
Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach haben ihr letztes Heimspiel der Saison in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) gewonnen und können damit endgültig den sicheren Klassenerhalt feiern. Mit 28:24 (16:13) besiegt das Team von Trainerin Heike Ahlgrimm am Samstagabend in der Weststadthalle die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten. Beste Werferinnen waren Myrthe Schoenaker mit 7/1 Toren bei den Flames sowie Marleen Kadenbach mit 8/2 für die Luchse. Die Flames bleiben mit 17:33 Punkten auf dem 9. Tabellenplatz, die HL Buchholz 08-Rosengarten verteidigt den Relegationsplatz, da der BSV Sachsen Zwickau sein Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm mit 28:30 verlor.

"Heute war wichtig, dass wir den Klassenerhalt komplett geschafft haben. Dafür haben wir die 2 Punkte gebraucht. Natürlich sah das vorher auf dem Papier auch schon gut aus mit 6 Punkten und 81 Toren Vorsprung. Aber wir wollten einfach zeigen, dass wir es besser können, weil in Rosengarten ein schlechtes Spiel gemacht haben. Ich bin heute absolut zufrieden, weil wir unser Ziel erreicht haben und die Klasse gehalten haben. Wir mussten ja unser Ziel korrigieren. Von daher bin ich stolz auf meine Mädels, weil wir heute wieder stark dezimiert waren und daher viel gewechselt haben", bilanzierte eine glückliche Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach den mental für alle anstrengenden Wochen.

Neben den Langzeitverletzten Alicia Soffel, Leonie Kockel und Sarah Dekker fehlten Isabell Hurst (Schulter), Jana Haas (Krank) und Neele Mara Orth (Einsatz bei der 2. Mannschaft) sowie Elisa Stuttfeld, die zwar mit auf der Bank saß, aber als einzige Spielerin nicht eingesetzt wurde. "Sie hat noch Probleme nach ihrer Gehirnerschütterung, wäre aber eingesprungen und hätte sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, wenn irgendwas gewesen wäre", erklärt Heike Ahlgrimm.

Dafür konnten die Flames aber eine überraschende Aushilfe präsentieren. Kreisläuferin Caroline Hettinger, die 2019 ihre Karriere beendete und in der Saison 2019/2020 dann nochmals für die damals verletzte Dionne Visser einsprang, hilft den Flames in den letzten beiden Saisonspielen erneut und ersetzt hier die verletzte Isabell Hurst.

"Wir sind heute in das Spiel hereingegangen in der Hoffnung hier zu punkten. Wir sind auch gut ins Spiel hereingekommen, aber nach den drei verworfenen Siebenmetern haben wir unseren Rhythmus verloren und Bensheim hat dann etwas mehr Gas gegeben und dann hat man irgendwann gesehen, dass wir es nicht mehr schaffen. Am Ende war es nur noch Ergebniskorrektur", so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec nach dem Spiel.



Ines Ivancok sorgte in ihrem letzten Heimspiel für den ersten Treffer der Begegnung, dann aber netzte Marleen Kadenbach dreimal in Folge für die Gäste ein. Die Flames ließen sich davon aber nicht beeindrucken und gingen durch einen 5:0-Lauf wieder selbst mit 6:3 (11.) in Front - begünstigt allerdings auch durch drei verworfene Siebenmeter der Gäste, die beim Stande von 5:3 für die Flames auch ihre erste Auszeit nahmen.

Bis zum 9:8 (18.) waren die Luchse immer noch an den Flames dran, die sich dann auf 12:8 (21.) absetzten und Dubravko Prelcec zum zweiten Team-Timeout zwangen. Ins Tor der Flames rückte jetzt Helen van Beurden und die Handballerinnen von der Bergstraße setzten sich weiter ab. Nach dem 16:9 (25.) konnten die Luchse aber noch einmal trotz der Roten Karte gegen Kim Berndt den Rückstand auf drei Tore (16:13) zu verkürzen.

Nach Wiederanpfiff gelang Saskia Fackel ein Doppelschlag zum 18:13. Die Flames erhöhten wenig später wieder das Tempo und konnten sich vorentscheidend auf neun Tore beim 25:16 (49.) durch Christin Kühlborn absetzen. In den letzten zehn Minuten gelang es den Luchsen dann noch etwas Ergebniskosmetik zu betreiben, dies änderte jedoch nichts mehr an dem verdienten Heimsieg. "Heute bin ich absolut nur froh und freue mich, dass wir das geschafft haben und dass wir auch einen schönen Abschluss haben für die drei Mädels, die gehen", so Heike Ahlgrimm.

"Was wir heute abgeliefert haben ist leider die Realität. Es gelingt uns einfach nicht über 60 Minuten konzentriert und zielorientiert unsere Fähigkeiten einzubringen. In der ersten - sowie in der zweiten Halbzeit waren die Mädels zu viele lange Minuten völlig von der Rolle und haben kopflos agiert und alles an Chancen vergeben, was man nur vergeben kann. Wie immer auch in der kommenden Woche der Tabellenstand sein mag, wir wollen unbedingt die Saison mit einem Heimsieg beenden", so Dubravko Prelcec mit Blick auf die kommende Woche.

Aktuell haben die Luchse noch den Relegationsplatz inne, doch Zwickau spielt am Mittwoch bei Bayer Leverkusen, das durch die Ergebnisse vom Wochenende ebenfalls den Klassenerhalt vorzeitig geschafft hat.