10.05.2022 08:00 Uhr - 1. Bundesliga - HBF

HBF kompakt: SG BBM Bietigheim feiert Meisterschaft, Leverkusen mit Big Point im Abstiegskampf

Meisterjubel bei der SG BBM BietigheimMeisterjubel bei der SG BBM Bietigheim
Quelle: Marco Wolf
Die Handball Bundesliga Frauen befindet sich im Endspurt. Nach der nun geklärten Meisterfrage steht auch Borussia Dortmund kurz davor Rang zwei zu sichern. Offen sind das Rennen um die Plätze 3-5 und der Abstiegskampf, wo vor allem die HL Buchholz 08-Rosengarten und der BSV Sachsen Zwickau noch hart um jeden Zähler kämpfen müssen. Bereits am Mittwoch geht es in der Liga weiter: Dortmund reist nach Leverkusen und Neckarsulm empfängt Zwickau. Auch der Kampf um den DHB-Pokal rückt näher. Die HBF lädt die Medienvertreter zur digitalen OLYMP Final4 Pressekonferenz ein.

Die Null bei den Minuspunkten der SG BBM Bietigheim steht weiter. Nach dem 33:21-Heimsieg (17:13) über den VfL Oldenburg konnten die Enztälerinnen ihre dritte Meisterschaft nach 2017 und 2019 feiern. Am Samstag legte man mit dem 36:27 (19.14) bei der HSG Bensheim/Auerbach nun den 25. Saisonsieg nach. "Ich freue mich für meine Mannschaft, die motiviert bis zur letzten Minute alles in die Waagschale geworfen hat. Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um uns im Europapokal, auf ein absolutes Highlight auch für den deutschen Handball vorzubereiten", freute sich Bietigheims Cheftrainer Markus Gaugisch mit Blick auf das Final4 der EHF European League, in dem sein Team im Halbfinale am Samstag den fünfmaligen Europapokalsieger Herning-Ikast herausfordert. Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm resümierte: "Ich kann meiner Mannschaft heute überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir haben heute alles gezeigt und wussten, dass jedes Tor wichtig ist."

Zwei Spiele weniger als Bietigheim hat Borussia Dortmund. Der letztjährige Meister hat mit dem 31:19-Ausswärtserfolg (15:8) bei der HL Buchholz 08-Rosengarten die Marke von 40 Pluspunkten überschritten. "Am Anfang haben wir uns nicht hundertprozentig bei der Sache gezeigt. Durch eine starke Abwehr- und Torwartleistung haben wir den Vorsprung dann aber ausgebaut. Ich bin zufrieden", kommentierte BVB-Chefcoach André Fuhr. Luchse-Trainer Dubravko Prelcec, dessen Team am Mittwoch zuhause gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 22:25 (11:15) verloren hatte, analysierte: "Phasenweise haben etliche im Training einstudierte Dinge geklappt. Aber da nicht alle Spielerinnen ihre Bestform abrufen konnten, haben wir es dem BVB auch leicht gemacht zu einfachen Toren zu kommen."

Sechs Zähler hinter dem BVB rangiert der Buxtehuder SV, der am Mittwoch die Sport-Union Neckarsulm vor heimischem Publikum mit 34:27 (20:13) besiegte und am Samstag ein 40:28-Erfolg (20:17) bei der HSG Bad Wildungen Vipers nachlegte. "40 Auswärtstore sind überragend. Wir haben uns von den kurzen kritischen Phasen immer wieder gut erholt. Es ist bemerkenswert, wie diese junge Mannschaft immer wieder die Ruhe bewahrt", lobte BSV-Coach Dirk Leun sein Team. Vipers-Trainerin Tessa Bremmer räumte ein: "Wir haben in der Abwehr sehr schlecht gespielt und unsere Torhüterinnen einen katastrophalen Tag erwischt. Wir waren nicht konsequent genug und Buxtehude hat Lösungen gegen uns gefunden, die zu oft geklappt haben."

Auch der Thüringer HC ist im Kampf um Europa dabei. Im Ostderby konnte der THC zuhause gegen Schlusslicht BSV Sachsen Zwickau klar mit 37:28 (20:11) gewinnen. "Für uns war es wichtig diese beiden Punkte hier zu behalten. Wir haben von Anfang an keinen Zweifel aufkommen lassen. Ich bin mit der gesamten ersten Halbzeit zufrieden. Wir haben es aber in den ersten Minuten der zweiten Hälfte versäumt klarzumachen, dass es hier nichts zu ernten gibt", sagte THC-Cheftrainer Herbert Müller nach dem Spiel. BSV-Coach Norman Rentsch bilanzierte: "Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren und emotional und mental nicht daran geglaubt, hier punkten zu können."

Bis auf drei Zähler an den THC herangerückt ist die TuS Metzingen. Am Mittwoch erkämpften sich die Ermstälerinnen einen 34:31-Auswärtserfolg (19:15) beim BSV Sachsen Zwickau und am Samstag konnten die TusSies mit dem 33:30 (16:17) gegen den SV Union Halle-Neustadt erneut doppelt punkten. Damit haben sie Rang fünf gesichert. "Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Wir standen in der Abwehr nicht gut und haben Halle viele Wurfmöglichkeiten gegeben. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mit deutlich mehr Überzeugung in unseren Aktionen agiert", bilanzierte Metzingens Trainerin Edina Rott.

Fünf Zähler hinter der TuS rangiert nun die HSG Blomberg-Lippe, die im NRW-Duell mit dem TSV Bayer 04 Leverkusen nicht über ein 24:24 (13:14) hinaus kam. "Es war eine anstrengende Woche. Buchholz hat uns einen Kampf geliefert, in dem wir die Punkte mitnehmen konnten. Ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Wir haben alles gegeben. Ich kann mit dem Punkt sehr gut leben, weil wir häufig in Unterzahl gespielt haben und viel Beinarbeit leisten mussten," erklärte HSG-Trainer Steffen Birkner nach der Partie.

Werkselfen-Trainer Johan Petersson konnte sich über einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf freuen. "Es sieht jetzt ganz gut für uns aus. Hätten wir das Spiel gewonnen, wäre das Thema erledigt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt, der uns sehr hilft. Aber wir sind noch nicht durch und müssen noch mindestens einen Punkt holen", legte der Schwede wieder den Fokaus auf das nächste Spiel und ergänzte: "Für uns ging es heute darum, dass wir zuletzt in der Abwehr große Probleme hatten und uns besonders dort besser präsentieren wollten. Das ist uns inklusive einer guten Kristina Graovac im Tor gelungen."

Leverkusen klettert auf Rang 9 und hat ebenso 15 Pluspunkte wie die HSG Bensheim/Auerbach und die HSG Bad Wildungen Vipers. Einen Zähler dahinter folgt der VfL Oldenburg, der nach der Niederlage in Bietigheim auch am Samstag bei der Sport-Union Neckarsulm mit 37:39 (13:22) verlor. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig gezeigt. Mit so einem Rucksack ist es dann schwer, noch etwas Zählbares zu holen. Dafür ist Neckarsulm zu erfahren", resümierte VfL-Coach Niels Bötel, der gleichzeitig mahnte: "Wir befinden uns im Abstiegskampf. Da kann es auch um die Tordifferenz gehen und wir dürfen nicht mit so einem Rückstand in die Halbzeit gehen. Damit kann man sich die gute Ausgangslage aus der bisherigen Saison kaputtmachen. Deshalb war es wichtig, noch einmal heranzukommen."

Der Abstiegskampf geht in die entscheidende Phase. Die Handball-Luchse können nur noch mit Siegen gegen Bensheim/Auerbach und Leverkusen mit Oldenburg gleichziehen. Schlusslicht BSV Sachsen Zwickau hat allerdings noch in den kommenden beiden Wochen zwei Nachholspiele zu bestreiten. Am Mittwoch und Samstag kommt es somit zum Back-to-back-Duell mit der Sport-Union Neckarsulm. Im Anschluss stehen noch Auswärtsspiele in Leverkusen und Oldenburg auf der Agenda. Nur mit vier Siegen können die Sächsinnen den direkten Klassenerhalt noch schaffen. Beim Kampf um den Relegationsplatz trennt Buchholz-Rosengarten und Zwickau allerdings nur ein Pluspunkt und eine Vier-Tore-Differenz.

In der 2. Liga hat sich der HSV Solingen-Gräfrath 76 mit einer 28:36-Niederlage (12:15) bei den Kurpfalz Bären aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Der VfL Waiblingen festigte seine Spitzenposition mit dem 24:18-Erfolg (13:7) bei der TG Nürtingen und Frisch Auf Göppingen rückte mit einem 37:28-Ausswärtssieg (17:15) beim TuS Lintfort und einem 35:19 (15:10) beim TVB Wuppertal auf Rang zwei vor. Auch die Füchse Berlin gewannen gegen den TuS Lintfort und haben damit noch Chancen auf den Relegationsplatz.

Waiblingen reist im Ligaendspurt noch einmal zum Tabellenvierten HSV Solingen-Gräfrath 76 und empfängt dann am letzten Spieltag das Schlusslicht Aldekerk. Göppingen hat noch Auswärtspartien beim Neunten TSV Nord Harrislee und dem Dreizehnten 1. FSV Mainz 05 sowie ein Heimspiel gegen den Elften SV Werder Bremen zu meistern. Außerdem muss die Mannschaft auf einen Ausrutscher der Tigers warten, um noch auf Rang eins vorrücken zu können. Die Füchse Berlin haben nur noch Chancen auf einen Aufstiegsplatz, wenn ein Konkurrent mindestens zweimal patzt. Das Restprogramm des Hauptstadtklubs sieht noch ein Auswärtsspiel beim Zehnten HC Leipzig und ein Heimspiel gegen den Zwölften SG H2Ku Herrenberg vor.

Im Kampf um den Klassenerhalt steht nach dem TV Aldekerk 07 nun mit dem TVB Wuppertal auch der zweite Absteiger endgültig fest. In der vergangenen Woche verpasste der 1. FSV Mainz 05 einen Befreiungsschlag. Auf das 22:28 (13:14) gegen die Kurpfalz Bären am Mittwoch folgte drei Tage später mit dem 31:33 (19:16) eine weitere Heimniederlage gegen den MTV Heide. Mainz und Heide gehen nun mit jeweils sechzehn Pluspunkten in den Saisonendspurt. Die Dynamites haben allerdings noch zwei Nachholspiele zu meistern - nach Auswärtsspielen in Bremen und Regensburg folgen die Heimspiele gegen Göppingen und Nürtingen. Heide hingegen reist zu Schlusslicht Aldekerk und empfängt dann den HSV Solingen-Gräfrath 76.

Nachdem sich der Ligabetrieb dem Endspurt nähert, nehmen die Vorbereitungen für das diesjährige OLYMP Final4 am 28. & 29. Mai in der Stuttgarter Porsche-Arena an Fahrt auf. Die Handball Bundesliga Frauen lädt hierfür die Medienvertreter am 10. Mai um 14.00 Uhr zur digitalen Pressekonferenz ein.

Ergebnisse Handball Bundesliga Frauen:


27:36
(14:19)
24:24
(13:14)
37:28
(20:11)
39:37
(22:13)
28:40
(17:20)
19:31
(8:15)
33:30
(16:17)

Tabelle Handball Bundesliga Frauen:




Pl. Team Sp. TD Pkt.
1SG BBM Bietigheim (P) 25 289 50:0
2Borussia Dortmund (M) 23 124 40:6
3Buxtehuder SV 23 103 34:12
4Thüringer HC 24 49 32:16
5TuS Metzingen 23 9 29:17
6HSG Blomberg-Lippe 24 -21 24:24
7Sport-Union Neckarsulm 23 -23 22:24
8SV Union Halle-Neustadt 24 -29 21:27
9TSV Bayer 04 Leverkusen 23 -88 15:31
10HSG Bensheim/Auerbach 24 -46 15:33
11HSG Bad Wildungen Vipers 24 -77 15:33
12VfL Oldenburg 24 -54 14:34
13HL Buchholz 08-Rosengarten 24 -116 10:38
14BSV Sachsen Zwickau (N) 22 -120 9:35

Nächste Spiele Handball Bundesliga Frauen:




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