08.05.2022 16:56 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Oldenburg gegen Sport-Union Neckarsulm eine Halbzeit lang "viel zu passiv"

Nathalie Hendrikse entwischt Jane MartensNathalie Hendrikse entwischt Jane Martens
Quelle: Larissa Eisele, SUN
Dritte Niederlage in Folge: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben ihr Bundesliga-Auswärtsspiel bei der Sport-Union Neckarsulm mit 37:39 (13:22) verloren. In einem turbulenten Spiel steigerte sich das Team von Trainer Niels Bötel nach einer schwachen ersten Halbzeit - verpasste es aber, die Partie noch zu drehen.

Luisa Knippert hatte die Oldenburgerinnen mit 1:0 in Führung gebracht (2. Minute), danach lief bei den Gästen aber kaum noch etwas zusammen. Die Sport-Union erwischte mit einer 3:2:1-Deckung in der Defensive den deutlich besseren Start. Neckarsulm erzielte Tor um Tor, zog schnell auf 13:5 davon (19.). "Wir waren viel zu passiv, haben Neckarsulm nicht zu fassen bekommen und sie damit eingeladen, Tore zu werfen", ärgerte sich VfL-Coach Niels Bötel. Die SUN-Abwehr zwang die Gäste immer wieder zu Fehlern, dazu zog das Team in der Offensive das Tempo an und fand durch Jill Kooij am Kreis sowie Johanna Stockschläder auf dem linken Flügel immer wieder zum Torerfolg.

Auch ein Wechsel im Tor - Tatjana Bahrs für Julia Renner - brachte nicht den gewünschten Erfolg. So lag der Tabellenzwölfte mit neun Toren zurück. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig gezeigt. Mit so einem Rucksack ist es dann schwer, noch etwas Zählbares zu holen. Dafür ist Neckarsulm zu erfahren."

Aufgegeben hatten die Huntestädterinnen aber trotzdem nicht - und warfen noch einmal alles in die Waagschale. "Wir befinden uns im Abstiegskampf", sagte Bötel: "Da kann es auch um die Tordifferenz gehen und wir dürfen nicht mit so einem Rückstand in die Halbzeit gehen. Damit kann man sich die gute Ausgangslage aus der bisherigen Saison kaputtmachen. Deshalb war es wichtig, noch einmal heranzukommen."

So fightete sich seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel zurück ins Spiel, verkürzte den Abstand auf drei Tore und hatte sogar die Chance, noch dichter heranzukommen. Das 37:39 von Oldenburgs Top-Torschützin Merle Carstensen (neun Tore) kam wenige Sekunden vor dem Ende dann aber zu spät. "Mit etwas mehr Glück wäre vielleicht sogar noch etwas möglich gewesen", resümierte Bötel, der aber von einem verdienten Sieg der Sport-Union sprach.

Nach vier Spielen in elf Tagen gibt es für den VfL Oldenburg nun eine kleine Verschnaufpause. Am Samstag, 14. Mai, tritt Oldenburg im dritten Auswärtsspiel in Folge beim SV Union Halle-Neustadt an. Bötel: "Für uns heißt es jetzt: Mund abputzen und regenerieren, damit wir nächste Woche wieder bei 100 Prozent sind, um zu fighten."