28.11.2007 09:08 Uhr - Weltmeisterschaft - Marcel Friederich

Anna Loerper: "Da bleibt ja nur eine Medaille"

Anna LoerperAnna Loerper
Quelle: Christian Ciemalla
Anna Loerper gehört auch für die WM in Frankreich, bei der die deutsche Auswahl am Sonntag um 16 Uhr im Auftaktspiel auf die Ukraine trifft und danach gegen Paraguay und Südkorea antreten muss, zum Kader der deutschen Auswahl. Für das Turnier hat sich Loerper viel vorgenommen. Bei der letztjährigen EM in Schweden verpasste das Nationalteam nur hauchdünn das Treppchen und landete letztlich auf dem vierten Rang. „Natürlich möchte man immer besser abschneiden als beim letzten Turnier. Daher bleibt ja nur eine Medaille“, sagt Anna Loerper, 57-fache Nationalspielerin vom Tabellenführer TSV Bayer Leverkusen, voller Selbstvertrauen.

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„Schließlich spielen wir in der aktuellen Besetzung schon lange zusammen und haben uns kontinuierlich weiterentwickelt“, begründet Loerper ihren Optimismus. Die große Stärke des Teams sieht die Leverkusenerin im ausgeglichenen Kader, in dem mit Nadine Krause (Welthandballerin 2006) und Grit Jurack (241 Länderspiele) ebenfalls zwei absolute Ausnahmespielerinnen stehen. „Dennoch sind wir von Nadine und Grit nicht komplett abhängig. Auch wenn beide einen schlechteren Tag erwischen, können wir das mannschaftlich ausgleichen.“

Ein weiterer Vorteil für das Nationalteam sei die derzeitige Abwanderungswelle nach Dänemark. Im vorläufigen 18er-Kader stehen sieben Damen „in der stärksten Handball-Liga“ unter Vertrag – fünf Spielerinnen erst seit dieser Saison. „Die Mädels entwickeln sich individuell weiter, da sie sich jedes Wochenende mit den besten Handballerinnen der Welt messen. Außerdem ist in der deutschen Bundesliga mehr Platz für junge Nachwuchskräfte, die dadurch längere Einsatzzeiten erhalten“, betont die 23-jährige Loerper.

Um sich für die Hauptrunde in Dijon zu qualifizieren, muss die DHB-Auswahl mindestens den zweiten Vorrunden-Platz belegen. Die K.O.-Spiele werden ab dem 13. Dezember in Paris ausgetragen. Das Minimal-Ziel ist indes der achte Rang, der zur Teilnahme an den olympischen Qualifikations-Turnieren im März nächsten Jahres berechtigt. Während die ersten Vier Heimrecht erhalten – Leipzig wäre voraussichtlich deutscher Spielort –, ist der Weltmeister sogar fix gesetzt für Peking.

„Die olympischen Spiele sind natürlich unser ganz großes Ziel. Das ist etwas Einzigartiges, davon träumt jeder Sportler“, erklärt Loerper mit funkelnden Augen. „Doch um diesen Traum zu verwirklichen, gilt es eine erfolgreiche Weltmeisterschaft zu spielen“ Dabei haben die DHB-Damen ein sehr gutes Vorbild: Sollten Loerper und Co. auf den Spuren ihrer männlichen Kollegen wandeln, wäre die Olympia-Qualifikation bereits am 16. Dezember gesichert. Und der WM-Titel obendrein...